50 Jahre Frauenstimmrecht
Diese Frauen schrieben Limmattaler Politgeschichte

Gleichberechtigung an der Urne gibt es im Kanton Zürich seit 1970. Ein Jahr darauf wurde das eidgenössische Frauenstimm- und Wahlrecht eingeführt. Seither mischen Limmattaler Frauen in der Politik mit.

Sibylle Egloff
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Rita Geistlich ist eine der Limmattaler Pionierinnen in der Politik. 1990 zog sie als erste Frau in den Schlieremer Stadtrat und wurde 1994 zur ersten Stadtpräsidentin von Schlieren gewählt. Damit wurde sie auch die erste Stadtpräsidentin im ganzen Kanton Zürich.

Rita Geistlich ist eine der Limmattaler Pionierinnen in der Politik. 1990 zog sie als erste Frau in den Schlieremer Stadtrat und wurde 1994 zur ersten Stadtpräsidentin von Schlieren gewählt. Damit wurde sie auch die erste Stadtpräsidentin im ganzen Kanton Zürich.




Colin Frei

Theres Frech, die 1970 für den Landesring der Unabhängigen (LdU) als erste Frau ins Dietiker Parlament gewählt wurde, blieb nicht lange alleine in der Dietiker Politik. Alice Maier schaffte es vier Jahre später für die CVP in den Stadtrat. Die vor zwei Jahren im Alter von 96 Jahren verstorbene Ärztin setzte sich stets für die politische Gleichberechtigung ein. «Frauen zahlen schliesslich auch Steuern, also sollten wir doch auch mitbestimmen dürfen», sagte sie der «Limmattaler Zeitung» bei einem Interview 2017. Während acht Jahren engagierte sich Maier als erste Dietiker Stadträtin vor allem für das Sozialwesen.

Auf Maier folgten bis heute noch Maria Hagenbuch (CVP), Gertrud Disler (SP), Marianne Landolt (CVP) und Esther Tonini (SP). Mehr als eine Frau im Stadtrat hatte Dietikon nur von 1998 bis 2006, als Disler und Landolt gleichzeitig im Siebnergremium sassen. Seit den Erneuerungswahlen 2018 ist die Exekutive des Bezirkshauptorts in reiner Männerhand. Eine Stadtpräsidentin hatte Dietikon noch nie.

Im Schlieremer Parlament waren von Anfang an Frauen vertreten

In Schlieren betraten die ersten Gemeinderätinnen vier Jahre später als in Dietikon das Polit-Parkett. Ins Parlament konnte man aber auch Männer erst 1974 wählen – es wurde erst in diesem Jahr gegründet. So politisierten im Schlieremer Gemeinderat von Beginn weg Frauen, wenn auch stets in der Minderheit. Eine der drei Frauen, die 1974 neben ihren männlichen Kollegen ins erste Parlament gewählt wurden, ist Rosmarie Mehlin. Die Journalistin, die in den 1970er-Jahren in Schlieren lebte, arbeitete damals für die sozial-liberale Migros-Tageszeitung «Die Tat», so kam sie in Kontakt mit dem Landesring der Unabhängigen (LdU), für den sie schliesslich kandidierte.

1990 zog Rita Geistlich (FDP) als erste Frau in den Schlieremer Stadtrat. Auf sie folgten bisher erst drei weitere: Bea Capaul (parteilos) sowie die beiden aktuellen Stadträtinnen, Schulpräsidentin Bea Krebs (FDP) und Vizepräsidentin Manuela Stiefel (parteilos, früher FDP). Geistlich war nicht nur die erste Stadträtin, sondern wurde 1994 im zweiten Wahlgang sogar zur ersten Stadtpräsidentin von Schlieren gewählt. Damit war sie die erste Frau im Kanton Zürich, die einem Stadtrat vorstand.

Die Oetwiler Gemeindepräsidentin Rahel von Planta ist die neuste Frau an der Spitze einer Exekutive im Limmattal. Sie wurde 2018 an die Spitze des Gremiums gewählt.

Die Oetwiler Gemeindepräsidentin Rahel von Planta ist die neuste Frau an der Spitze einer Exekutive im Limmattal. Sie wurde 2018 an die Spitze des Gremiums gewählt.

zvg

Im Jahr von Geistlichs Wahl ins Stadtpräsidium wurde auf der anderen Seite der Limmat die erste Frau in ein Gemeindepräsidium gewählt. Verena Zbinden (Forum Weiningen) war damals schon vier Jahre Mitglied der Weininger Exekutive, bevor sie fürs Präsidium antrat. Von 2002 bis 2014 amtete ein Dorf weiter limmatabwärts Ursula Hofstetter (FDP) an der Spitze der Geroldswiler Exekutive. Aktuell zählt das Limmattal zwei Gemeindepräsidentinnen. In Urdorf führt Sandra Rottensteiner (EVP) als erste Frau die Behörde seit 2010 an. Rahel von Planta (FDP) ist die jüngste Gemeindepräsidentin im Bezirk. Die Oetwiler wählten sie 2018 als erste Frau an die Spitze der Exekutive.