Region Limmattal

4,3 Millionen Franken: Garderoben sollen im Herbst vors Volk

In die Jahre gekommen: Die Garderoben des FC Schlieren auf der Sportanlage Im Rohr müssen ersetzt werden.

In die Jahre gekommen: Die Garderoben des FC Schlieren auf der Sportanlage Im Rohr müssen ersetzt werden.

Das neue Garderobengebäude auf der Schlieremer Sportanlage Im Rohr kostet 4,3 Millionen Franken. Geplant ist ein länglicher Hybrid-Modul-Bau aus Metall und Holz. Voraussichtlich im September sollen die Stimmberechtigten über das Bauprojekt befinden.

Die mangelhafte Garderoben­situation auf der Sportanlage Im Rohr sorgt beim FC Schlieren seit Jahren für Unmut. Läuft alles nach Plan, können sich die Fussballerinnen und Fussballer aber zum im März 2021 anstehenden 100-Jahr-Jubiläum endlich über die langersehnte Aufrüstung freuen. Für insgesamt 4,3 Millionen Franken soll auf der Sportanlage Im Rohr ein «dringend benötigtes», neues Garderobengebäude erstellt werden, wie der Stadtrat in einem kürzlich veröffentlichten Beschluss schreibt.

Voraussichtlich im September werden die Stimmberechtigten an der Urne über das Bauprojekt befinden. «Die Freude über dieses Projekt ist riesig. Die Zusammenarbeit mit der Stadt Schlieren war hervorragend. Wir sind überzeugt, dass es genau den Bedürfnissen des Vereins entspricht», sagt Stefan Bolliger, Co-Präsident des FC Schlieren.

Geplant ist ein länglicher Hybrid-Modul-Bau aus Holz und Metall, der auf den Platz 1 und den Kunstrasenplatz ausgerichtet wird. Die Konstruktionsweise ermögliche eine ökologisch hochwertige Umsetzung bei kurzer Erstellungszeit, schreibt der Stadtrat im Beschluss. Das benötigte Holz kommt aus dem Schlieremer Wald. Geplant sind im Gebäude zwölf Garderoben, sechs Duschräume, zwei WC-Anlagen, zwei Einzel-WCs, ein Sanitäts- und Massageraum, zwei Trainer- und Schiedsrichterräume, zwei Technikräume sowie ein neues Clubhaus mit Küche und Lager.

Der FC Schlieren investiert 100000 Franken

Der Innenausbau entspricht zu grossen Teilen dem überarbeiteten Vorprojekt, das die Stadt im Oktober 2018 vorstellte. Die damals noch aufgeführte Dachterrasse fehlt allerdings. Die erwarteten Kosten sind in den vergangenen gut 15 Monaten von 3,6 Millionen Franken um 700000 Franken auf 4,3 Millionen Franken gestiegen. Davon sind 3 Millionen Franken für den Gebäudebau inklusive Ausstattung vorgesehen. Der Rest wird unter anderem für Vorbereitungsarbeiten, Honorare und Umgebungsarbeiten ausgegeben. Der FC Schlieren kommt für die Ausstattung der meisten Räume auf. Insgesamt investiert der Verein rund 100000 Franken in das Projekt. Zudem sollen die vier Garderoben im alten Gebäude in Fronarbeit in Materialräume umgebaut werden.

Auf dem Dach des neuen Baus wird vollflächig eine Photovoltaik-Anlage installiert. Diese erzeugt eine Energie von gut 72000 Kilowattstunden, was dem Jahresverbrauch von 18 Schweizer Durchschnittshaushalten entspricht. Damit kann ein grosser Teil des Energiebedarfs des Garderobengebäudes sowie des angrenzenden Schulhauses Zelgli gedeckt werden. Die Kosten von 80000 Franken sind laut Stadtrat innert vier Jahren amortisiert.

Der Garderobenausbau beschäftigt den Verein schon lange. Bereits 2015 gab die Stadt eine Machbarkeitsstudie in Auftrag. Darauf aufbauend wurde mit Kosten von 5,6 Millionen Franken gerechnet für einen Neubau. Doch im Jahr 2017 beschloss der Stadtrat, die Investitionen im Rahmen des Entlastungsprogramms um zwei Millionen Franken zu kürzen.

Garderoben-Container bald nicht mehr nutzbar

Mittlerweile drängt die Zeit. «Wir stossen langsam aber sicher an unsere Grenzen», sagt Bolliger. Seit Jahren müssen die Fussballerinnen und Fussballer teilweise auf die Umkleidekabinen des nahen Schulhauses Zelgli ausweichen, weil die Kapazitäten der sieben Garderoben beim Sportplatz nicht ausreichen. «Schlieren hat immer mehr Einwohner und somit steigt auch die Anzahl Juniorinnen und Junioren bei uns stetig. Alleine bei den Mädchen sind wir schon bei fast 100 Juniorinnen, bei den Jungs sind es gegen 300», sagt Bolliger. Insgesamt zählt der Verein zurzeit rund 560 Mitglieder und tritt mit 28 Teams in der Meisterschaft an.

Ohne das vorliegende Projekt wäre die Garderobensituation bald noch problematischer. Denn der Zahn der Zeit nagt am 2000 erstellten Stahlcontainer, in dem drei Umkleidekabinen und das Clubhaus untergebracht sind. Wegen der intensiven Nutzung habe der Innenausbau stark gelitten und könne aus hygienischen Gründen in naher Zukunft nicht mehr genutzt werden, heisst es im stadträtlichen Beschluss.

Das im Neubau integrierte Clubhaus bietet eine neue Chance für ein Restaurant. Es soll für einen jährlichen Zins von 16000 Franken verpachtet werden – rund ein Viertel des erwarteten Jahresumsatzes.

Beim FC Schlieren schaut man der Abstimmung optimistisch entgegen. Bolliger sagt: «Uns ist bewusst, dass die Kosten auf den ersten Blick hoch erscheinen. Wir werden aber mit guten Argumenten aufzeigen, dass es sich lohnt, für dieses Projekt zu stimmen.»

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