Dietikon

Premiere für «Es Lumpepack»: Wie Kasperli den Königsvogel rettet

Die Kasperlibühne von Monika Schmucki in Dietikon startet in die sechste Saison.

Monika Schmucki Kasperlibühne

Die Kasperlibühne von Monika Schmucki in Dietikon startet in die sechste Saison.

Die Kasperlibühne von Monika Schmucki startet in die sechste Saison und es wird dramatisch: Der Räuber Caralampio will den geheimnisvollen Königsvogel entführen. Gut, dass Kasperli zur Stelle ist.

Kasperli hat wieder einmal alle Hände voll zu tun: Der geheimnisvolle Königsvogel Ibikus wird nicht nur von allen geliebt – etwa von der kleinen Prinzessin Elisa oder dem Forscher Professor Federkiel –, sondern ist auch Objekt der Begierde des Räubers Caralampio. Es gibt also allerhand zu erledigen, damit Ibikus weiterhin glücklich im Märchenschloss leben kann. Eine Mission, die auch Monika Schmucki auf Trab hält, spielt sich der Entführungsversuch doch auf ihrer Kasperlibühne in Dietikon ab.

«Es Lumpepack» nennt sich das neue Stück, das Schmucki zusammen mit ihrer Schwester Ursula geschrieben hat. Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen, bis Kasperli mit dem Königsvogel erstmals vor Publikum auftreten wird. «Ursprünglich hatten wir für die Eigenproduktion eine andere Idee vorgesehen, die aber nicht funktionierte. Dann kam der Königsvogel ins Spiel und wir entwickelten eine ganz neue Geschichte», sagt Schmucki. Diese entspringen meist einem ersten Gedanken, einem bunten Bild, das sie im Kopf habe. Die Theatralik müsse immer gegeben sein, so Schmucki.
Auch wenn an diesem Samstag die Premiere ansteht, weiss sie, dass sich das Stück noch weiter entwickeln wird. «Ich werde bei den ersten Aufführungen feststellen, was ankommt und was nicht», sagt Schmucki. Das sei auch wichtig in Bezug auf ihre Spielfreude. Wobei sie sich auch manchmal stoppen müsse. «Ich musste lernen, mich nicht in den Details zu verlieren.»

Wichtig ist ihr, dass ihre Stücke einen aktuellen Bezug haben. «Das ist nicht der Grundgedanke, doch es ist sicher für die Kinder interessanter, wenn ein Thema behandelt wird, das sie kennen.» Das neue Stück will deshalb den Umgang der Menschen mit der Natur, hier verkörpert durch den Königsvogel, dem Publikum näherbringen. Das aber ohne erhobenen Zeigefinger.
Und Schmucki setzt auf «Action». «Die Sehgewohnheiten des jungen Publikums haben sich verändert und es genügt nicht mehr, dass sich zwei Puppen nur unterhalten.» So müsse man beispielsweise eine tollpatschige Figur von Beginn an so spielen, statt diese nur zu beschreiben.
Und zum Spielen gibt es im «Lumpepack» einiges: Neben dem obligaten Kasperli hat Schmucki neun neue Figuren kreiert, jede mit einem eigenen Charakter. Wie etwa den neugierigen Professor oder den edlen Königsvogel. «Das erschaffen der Puppen ist eine schöne Arbeit, aber auch eine anstrengende, denn der Kopf ist nur der Anfang», sagt sie im Hinblick auf die Technik, die einwandfrei funktionieren müsse.

Für das neue Stück wird Schmucki alleine hinter der Bühne verantwortlich sein. Damit sie auf einem kleinen rollenden Stuhl lautlos von rechts nach links gleiten kann, die Arme nach oben streckend, steht ihr viel Platz zur Verfügung. «Alle Requisiten müssen am richtigen Ort platziert sein, damit ich das Stück nahtlos spielen kann». Wichtig ist auch ihre Stimme, denn Schmucki arbeitet ohne Mikrofon. «Das erfordert einige Kraft», sagt sie. Jede Figur hat zudem eine eigene Stimmfarbe. Das Bühnenbild, das mit einem Schloss und Bäumen prächtig ausgestattet ist, entwarf sie zusammen mit Heinrich Kohler. Der Beleuchtungsmeister sorgt für optimales Licht im Märchenland.

Eine putzige Welt
Für Schmucki beginnt nun eine ereignisreiche Zeit; die Saison wird bis in den Mai hinein dauern. Neben dem «Lumpenpack» hat sie noch andere Stücke im Repertoire, die meist an den Wochenenden gezeigt werden. Aber auch unter der Woche kündigen sich Kindergärten und Schulklassen für Extra-Vorstellungen an. Intensiv wird es in der Vorweihnachtszeit für die Kasperlibühne: Schmuckis Stücke «D’Wienachtsgschicht» und «Grittimüüs und Schoggibänz» sind Kassenhits für das Theater, das Platz für 50 Besucher bietet. Bei einigen Produktionen steht auch ihr Spielpartner Christian Strässle mit ihr hinter der Bühne.
Es ist eine putzige, liebevolle Welt, die sich Schmucki erschaffen hat – mit Erfolg: Im letzten Jahr feierte sie das fünfjährige Jubiläum der Kasperlibühne in dem umgebauten Schuppen neben dem Wohnhaus, das in Familienbesitz ist. Dem Puppentheater war sie schon immer zugetan. «Schon als Kind liebte ich den Kasperli und auch wenn ich seither unzählige Puppen kreiert habe, ist es doch der Kasperli, der mir am liebsten ist.» Seit über dreissig Jahren ist sie als Puppenspielerin aktiv, seit 20 Jahren ist er ihr Hauptberuf. Das stationäre Theater ist ihr gelebter Traum. Und sie öffnet ihn – nicht nur - für leuchtende Kinderaugen.

Es Lumpepack, Premiere für geladene Gäste: Samstag, 21. Oktober, 14.30 Uhr, nächste Vorstellung: Samstag, 27. Oktober, 14.30 Uhr.
Kasperlibühne, Zürcherstrasse 43, Dietikon

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