Dietiker Traditionsanlass

Nicola Spirig gewinnt Neujahrslauf mit neuem Streckenrekord

Am Dietiker Traditionsanlass sorgte Weltklasse-Triathletin Nicola Spirig (37) für Furore. Sie nutzte den Neujahrslauf als Training und gewann mit neuester Bestzeit.

Plötzlich stand sie in der Stadthalle und meldete sich neben Hobbyläufern für den 12,1 km langen Hauptlauf an – Triathlon-Olympiasiegerin Nicola Spirig. Grund für den überraschenden Auftritt der 37-jährigen Profi-Athletin im Limmattal: Die mittlerweile dreifache Mutter befindet sich in einem Trainingsblock und könne das Rennen in Dietikon laut eigenen Aussagen «gut gebrauchen». Spirig machte keine halben Sachen und gewann das Rennen nicht nur hoch überlegen. Sie stellte mit einer Zeit von 41.58,7 einen neuen Streckenrekord auf.


Rang zwei belegte mit der 23-jährigen Zürcherin Julie Derron die amtierende Triathlon-Europameisterin auf der Sprintdistanz. Bei den Männern sorgte mit Max Studer (23) aus Kestenholz ebenfalls ein Profi-Triathlet für die Musik. Auch Studer pulverisierte den 16-jährigen Streckenrekord förmlich und gewann in einer Zeit von 36.20,0. «Dass wir so prominente Sieger haben, freut uns natürlich sehr», sagte OK-Chef Primus Greile mit einem Lächeln. Auf die Frage, ob er gewusst habe, dass Nicola Spirig am Neujahrslauf antreten würde, schüttelte er nur den Kopf. «Nein, nein», sagte Greile, «das war auch für mich eine schöne Überraschung.»


Die Anwesenheit der Schweizer Triathlon-Elite war jedoch nicht der einzige Umstand, der den Laufsportevent zu einem gelungenen Anlass machte. Schon vor den Rennen der Erwachsenen herrschte rund um die Dietiker Stadthalle viel Betrieb. Bei besten äusseren Bedingungen und zeitweise Sonnenschein rannten gegen 600 Schülerinnen und Schüler in verschiedenen Alterskategorien. Sie durften dank der Unterstützung der Stadt Dietikon und der Stiftung Jugendförderung Dietikon gratis am Lauf teilnehmen.


Elia Triaca holte sich zum dritten Mal in Folge den Sieg

Weil auch Mädchen und Buben aus anderen Gemeinden mitrannten, gab es für Dietikon in diesen Jugend-Kategorien lediglich einen einzigen Triumph zu feiern: Elia Triaca wiederholte seine Siege aus den Jahren 2019 und 2018 und gewann das 2,2 km lange Rennen bei den U16-Jungs. Ebenfalls erfolgreich war bei den «Piccolo» der Dietiker Diago Gonzalez über die 600-Meter-Distanz. Als interessierter Zaungast verfolgte Stadtpräsident Roger Bachmann die Rennen. «Es herrscht eine wunderbare Stimmung», sagte Bachmann. Er habe zwar nie am Neujahrslauf in Dietikon teilgenommen – früher jedoch am Silvesterlauf –, geniesse den Anlass aber auch als Zuschauer.


Nach Abschluss des Dietiker Laufsportfests zeigte sich OK-Chef Primus Greile grundsätzlich zufrieden mit der 53. Durchführung: «Es war einmal mehr ein wunderbarer Tag. Wir hatten eine Olympiasiegerin am Start, neue Streckenrekorde wurden erzielt und wir mussten keine gravierenden Unfälle verzeichnen.» Dass jedoch bei besten äusseren Bedingungen mit etwas über 1500 Läuferinnen und Läufern weniger an den Start gingen als erhofft, wurmte Greile – zumindest ein bisschen. Das grosse Ziel von 2000 Startenden verliere man jedoch nicht aus den Augen, sagte er.


Einen Batzen für den Nachwuchs auf die Seite legen

Das Organisationskomitee Dietiker Neujahrslauf leistete in Zusammenarbeit mit dem Leichtathletik Club (LC) Regensdorf und den rund 80 Helferinnen und Helfern auch bei der diesjährigen Ausgabe ganze Arbeit. Der Aufwand habe sich gelohnt, so Greile. Auch finanziell. «Ich denke, wir können einen schönen Batzen Geld für den Nachwuchs des LC Regensdorf auf die Seite legen.» Die Regensdorfer organisieren den Neujahrslauf, das Geld kommt den Regensdorfer Junioren zugute – warum verlegt man nicht gleich den Neujahrslauf ins Furttal? «Das wird nicht passieren. Wir haben in Dietikon beste Rahmenbedingungen, Garderoben, Duschen, eine wunderbare Strecke – es passt», so Greile.


Apropos Strecke: Die Läuferinnen und Läufer rennen auch auf Spreitenbacher Gebiet. Und darum würde Greile gerne mit den Aargauern zusammenspannen. Spreitenbach könnte seine Schulkinder an den Dietiker Neujahrslauf schicken, so der OK-Chef. Ein paar hundert zusätzliche sportliche Kinder könne man bestens verkraften, sagte Greile. «Wir sind noch lange nicht an der Kapazitätsgrenze angelangt.»

Autor

Ruedi Burkart

Meistgesehen

Artboard 1