Coronakrise

Kanton Zürich will Clubs finanziell unterstützen – deshalb können nicht alle Anbieter profitieren

Die Technokultur in Zürich mit der dazugehörigen Clubszene soll in der Corona-Krise finanziell unterstützt werden. (Symbolbild)

Die Technokultur in Zürich mit der dazugehörigen Clubszene soll in der Corona-Krise finanziell unterstützt werden. (Symbolbild)

Der Kanton Zürich will geschlossenen Clubs dabei helfen, die Corona-Krise finanziell zu überstehen. Von der Unterstützung können gemäss den heute veröffentlichten Richtlinien aber nicht alle Anbieter profitieren.

Der Kanton stützt sich bei seinem Vorgehen auf die COVID-Verordnung Kultur des Bundes, wie es in einem am Freitag veröffentlichten Merkblatt der Fachstelle Kultur heisst. Diese regelt unter anderem die Ausfallentschädigung für Kulturunternehmen, die aufgrund der Corona-Krise Veranstaltungen verschieben oder absagen mussten.

Der Bund sieht in den Ausführungsbestimmungen jedoch vor, dass «Discotheken, Dancings und Night Clubs» von der Unterstützung ausgenommen seien. Der Kanton Zürich stützt sich nun gemäss Merkblatt auf bestimmte Tarife der Urheberrechtsgesellschaft SUISA. Kulturunternehmen, welche nach diesen Tarifen abrechnen, können Antrag auf Ausfallentschädigung stellen.

«Reine Discobetriebe können und wollen wir nicht unterstützen», sagt Madeleine Herzog, Leiterin der Fachstelle Kultur auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Aber der Bund habe die Zürcher Technokultur 2018 zu seiner «Liste der lebendigen Traditionen der Schweiz» hinzugefügt, sie sei ein wichtiger Teil des kulturellen Angebots in der Stadt Zürich. Diese gelte es zu erhalten.

Die Bar & Club Kommission Zürich äusserte sich in einer Mitteilung vom Freitag «hocherfreut» über den Entscheid der Fachstelle. Für das Zürcher Nachtleben, welches von einer lebendigen DJ-Kultur geprägt werde, bedeute der Entscheid auch eine wichtige kulturelle Anerkennung.

Die Ausfallentschädigung für betroffene Betriebe wird gemäss Verordnung je zur Hälfte vom Bund und vom Kanton finanziert. Für den Anteil des Kantons Zürich wird dem Kantonsrat laut Herzog ein Nachtragskredit beantragt werden.

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