Zürich

Höchster Zürcher: Opfiker Roman Schmid (SVP) als Präsident des Zürcher Kantonsrates gewählt

Der neue Zürcher Kantonsratspräsident Roman Schmid (SVP) ist mit 35 Jahren wohl der jüngste "höchste Zürcher" seit Alfred Escher.

Der neue Zürcher Kantonsratspräsident Roman Schmid (SVP) ist mit 35 Jahren wohl der jüngste "höchste Zürcher" seit Alfred Escher.

Roman Schmid (SVP) aus Opfikon ist für ein Jahr lang der höchste Zürcher. Der Kantonsrat hat den Gartenbautechniker am Montag zum Ratspräsidenten für das Amtsjahr 2020/2021 gewählt. Mit 163 Stimmen erzielte der 35-jährige SVP ein sehr gutes Resultat.

Mit 35 Jahren ist der Vater von zwei Kindern möglicherweise der jüngste Ratspräsident seit Alfred Escher, auf jeden Fall aber der jüngste der letzten Jahrzehnte. Er sitzt seit Mai 2011 im Zürcher Kantonsrat.

Seit 2018 ist Schmid Mitglied der Rats-Geschäftsleitung. Davor war er sechs Jahre in deren Sekretariat tätig. Kommissionen gehörte er keinen an. Gleichzeitig ist Schmid Fraktionspräsident im Gemeinderat der Stadt Opfikon, den er 2011 präsidierte.

Als Vizepräsident ist der Garten-und Landschaftsbautechniker, wie üblich, bereits in den vergangenen beiden Jahren Teil des Präsidiums gewesen. Nun wurde er auf Vorschlag der Interfraktionellen Konferenz (IFK) erwartungsgemäss zum Präsidenten gewählt.

Schmid erhielt 163 von 169 gültigen Stimmen. Damit kam er zwar nicht an das absolute Spitzenresultat des abtretenden Ratspräsidenten Dieter Kläy (FDP, Winterthur) heran, der vor einem Jahr 174 Stimmen erzielte. Allerdings waren bei Schmids Wahl am Montag nur 170 der 180 Parlamentarierinnen und Parlamentarier anwesend.

Vor allem Ratsmitglieder, die der Corona-Risikogruppe angehören, verzichten seit dem Ausbruch der Pandemie auf die Teilnahme an den Ratssitzungen. Diese werden seither aus Sicherheitsgründen in der Halle 7 der Messe Zürich abgehalten, weil im Ratsgebäude im Stadtzentrum die Regeln des Social Distancing, insbesondere die Sitzabständen, nicht eingehalten werden können.

Präsidium ohne Feier und ohne Auftritte

Auch Schmids Wahl stand ganz im Schatten der Corona-Pandemie. Der Apéro und das Fest zu Ehren des neuen Kantonsratspräsidenten wurden abgesagt. «Eine Wahl zum höchsten Zürcher ohne Feier ist etwas Sonderbares», kommentierte ein leicht enttäuscht wirkender Schmid. Er werde in den ersten Monaten ein reiner Ratspräsident sein, da die Repräsentationspflichten zurzeit entfallen.

Schmid drückte die Hoffnung aus, dass die Wahlfeier im Herbst nachgeholt werden könne. Nicht zuletzt, damit er auf die Spitzen in der Gratulations-Rede von Regierungspräsidentin Silvia Steiner (CVP, Zürich) replizieren könne.

Schmid sei bürgerlich bis in die Zehenspitzen und auch beim Familienmodell ganz auf Parteilinie, hatte Steiner betont. Er verdanke den Freiraum für seine politischen Mandate einer traditionellen Rollenverteilung.

Immerhin gebe Schmid der Partei, der SVP, ein junges Gesicht, sagte die Bildungsdirektorin. Deren Wähler bestünden ja zur Hälfte aus Rentnern, während die andere Hälfte der Wähler wie Rentner aussähen.

Vizepräsidien in grünen Händen

Im Präsidium flankiert wird SVP-Mann Schmid von zwei Politikern grüner Couleur. Es handelt sich um den bisherigen zweiten Vizepräsidenten, den Grünliberalen Benno Scherrer (Uster). Er wurde mit 163 Stimmen gewählt.

Neu auf dem Bock, den drei erhöhten Präsidiumssitzplätzen, ist als zweite Vizepräsidentin die Grüne Esther Guyer (Zürich). Die langjährige Fraktionschefin der Grünen erhielt 105 Stimmen.

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