Oberengstringen

Grösste Kirchenfusion der Schweiz abgesegnet

61 Stimmberechtigte sind einverstanden mit dem Zusammenschlussvertrag.

61 Stimmberechtigte sind einverstanden mit dem Zusammenschlussvertrag.

Die reformierten Stimmberechtigten haben sich klar zur Fusion mit den Stadtzürcher Kirchgemeinden bekannt.

Bei einer Gegenstimme und drei Enthaltungen haben die 65 anwesenden Stimmberechtigten der reformierten Kirchgemeindeversammlung in Oberengstringen am Sonntag den Zusammenschlussvertrag genehmigt. Die Fusion mit dem Stadtverband zur neuen reformierten Kirchgemeinde Zürich ist damit auf Kurs. «Die deutliche Zustimmung zeigt uns, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben», sagt Kirchenpflegepräsidentin Claudia Trüb, die auch in der Gesamtprojektleitung mitarbeitet. Es war ihr wichtig, dass die Stimmberechtigten die Fusionsabsichten vom September 2014 so klar bestätigt haben.

Während der Diskussion ergriffen nur wenige Stimmberechtigte das Wort. Keiner der Votanten plädierte für eine Ablehnung des Vertrags. Auch Pfarrer Jens Naske gab sich überzeugt von einem Zusammenschluss. Gewichtiger war für die Anwesenden die Frage, ob bestehende Angebote wie der Seniorenmittagstisch oder die Bibelgruppe auch nach dem Zusammenschluss in Oberengstringen weitergeführt werden können. «Was gut funktioniert, soll weiterbestehen», antwortete Trüb darauf.

Steuergruppe hat sich gebildet

Die fusionierte Kirchgemeinde Zürich wird in zehn Kreise aufgeteilt. Diese sollen für die Gestaltung des Kirchenlebens da sein, die Administration wird von einer Geschäftsstelle erledigt. «Es ist wichtig, dass die Kirchgemeinden von unten her zusammenwachsen und nicht alles von oben vorgegeben ist», so Trüb. Nur so könnten die einzelnen Gemeinden reibungslos in die neue Institution überführt werden. Ein erster Schritt dafür ist die Bildung einer Steuergruppe. Sie besteht aus Vertretern aller am Kreis beteiligten Gemeinden. Für den Kreis Oberengstringen, Höngg und Wipkingen West hat sich eine solche Gruppe bereits zusammengesetzt.

In verschiedenen Arbeitsgruppen werden unter anderem bestehende Aktivitäten und Veranstaltungen erfasst oder eine gemeinsame Informatiklösung aufgegleist. «Wir wollen einen aktiven und attraktiven Kirchenkreis aufbauen», sagt Kirchenpfleger Roland Aeschlimann, der Projektleiter der Steuergruppe ist. In Sachen Zusammenarbeit ist Oberengstringen denn auch schon weiter als andere Stadtzürcher Kirchgemeinden. Die Jugendarbeit beispielsweise wird seit zwei Jahren gemeinsam mit Höngg geführt.

Stadtzürcher sind für die Fusion

Der Zusammenschlussvertrag bildet die Grundlage für die Auflösung der 34 einzelnen Kirchgemeinden im Gebiet Stadt Zürich und Oberengstringen. Mit der Abstimmung vom Sonntag haben sich alle beteiligten Gemeinden zum Vertragswerk geäussert. Die im Vertrag geforderte Zustimmung von mindestens 24 Gemeinden lag bereits vor der Gemeindeversammlung in Oberengstringen vor. Der Zusammenschlussvertrag kommt somit zustande. Um termingerecht auf Januar 2019 zu fusionieren, braucht es nun noch eine neue Kirchgemeindeordnung. Diese ist derzeit in Revision und soll im November 2018 an die Urne kommen. «Die bevorstehende Regelung von Personal, Finanzen und Immobilien wird viel Zeit in Anspruch nehmen», sagt Trüb.

Mit dem Zusammenschluss der städtischen Kirchgemeinden entsteht die grösste Kirchgemeinde der Schweiz. Deshalb sind noch Anpassungen am kantonalen Kirchenrecht nötig. Die Fusion steht im Zusammenhang mit den Bestrebungen der reformierten Kirche Zürich, die Anzahl Gemeinden in den kommenden Jahren zu reduzieren, um die finanziellen Herausforderungen zu vermindern, die der massive Mitgliederschwund verursacht hat.

Autor

Thomas Mathis

Thomas Mathis

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