Limmattal

«Es ist wie eine neue Zeitrechnung:» Endlich wieder Mittagessen oder Kaffee trinken

Der Cafébereich ist wieder offen: Der Limmatbeck bewirtete gestern bereits einige Znüniesser.

Der Cafébereich ist wieder offen: Der Limmatbeck bewirtete gestern bereits einige Znüniesser.

Die Limmattaler Gastronome bewirten wieder Gäste in den Restaurants und Cafés. Die Leute halten sich weitgehend an die Hygienemassnahmen, doch beim Servieren wird es schwer mit Abstand halten.

Vereinzelt sitzen gestern Morgen wieder Leute in den Cafés. «Die frühen Kaffeetrinker blieben aber aus», sagt Patrick Binder, Geschäftsleiter des Limmatbecks in Oberengstringen. Zum Znüni trinken einige Bauarbeiter und Polizisten einen Kaffee an den Vierertischen im Aufenthaltsbereich der Bäckerei. Zwei Frauen führen, umgeben von Papier und Laptop, ein Gespräch. Zeitungen fehlen jedoch, da sie nicht von mehreren Gästen angefasst werden dürfen. Die Szenerie wirkt fast wie eine etwas verblasste Erinnerung aus der Vergangenheit. Binder bezweifelt, dass die Situation wieder so wie früher wird. «Es ist wie eine neue Zeitrechnung. Ob wir uns je wieder so umarmen werden wie zuvor, weiss ich nicht», sagt er. Er merke aber, dass man sich trotz körperlichem Abstand, persönlich näher komme als zuvor. Die Leute seien immer wieder in die Bäckerei gekommen, hätten erzählt und sich auf die Wiedereröffnung gefreut. Unter den Lieferanten sei der Ton jedoch härter geworden. «Viele Händler liefern nur noch auf Vorauszahlung», sagt Binder. Der Limmatbeck beliefert auch Restaurants. Heute Morgen fragte sich Binder intuitiv, ob seine Kunden ihn noch bezahlen können. Momentan liefert er immer noch auf Rechnung. «Wir hatten heute etwa so viele Bestellungen wie früher, doch ob das so bleibt, weiss niemand. Morgen kann alles anders sein», sagt Binder.

Im Restaurant Sommerau-Ticino in Dietikon haben sich gestern rund 40 Gäste nach der knapp zweimonatigen Pause wieder ein Mittagessen gegönnt. Der bekannte Geräusche-Mix aus Gesprächen, Besteckgeklapper und Gelächter gefällt Geschäftsführerin Chiara Frapolli. «Die Mitarbeiter freuten sich, wieder arbeiten zu können», sagt sie. Für die kommenden Tage hat Frapolli bereits einige Reservationen aufgenommen. Die Leute scheinen jedoch grundsätzlich ein wenig zu zögern. «Viele haben noch Homeoffice und essen deshalb nicht auswärts. Auch die Senioren haben sich bislang eher zurückgehalten», sagt sie. Die Gäste hätten sich bis jetzt so gut wie möglich an die Hygieneregeln gehalten, doch beim Servieren sei es schwer, den Abstand einzuhalten. «Wir werden nun Schritt für Schritt sehen, wie wir weiterfahren können», sagt Frapolli.

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