Dietikon

Eigene Ökoweine? Die Stadt sieht darin momentan keinen Mehrwert

Wenn die Reben an ihr Lebensende gelangen, könnte man sie durch pilzresistente Sorten ersetzen, schreibt der Stadtrat.

Wenn die Reben an ihr Lebensende gelangen, könnte man sie durch pilzresistente Sorten ersetzen, schreibt der Stadtrat.

Der Stadtrat versichert in seiner Antwort auf eine Interpellation, dass die Bewirtschaftung der Dietiker Reben schon heute nachhaltig sei. Ein Öko-Label könne aber für die Vermarktung vorteilhaft sein.

Die Umstellung auf einen ökologischeren Rebbau bietet aus Sicht des Dietiker Stadtrats momentan keinen Mehrwert. Dies geht aus der Antwort auf die Interpellation von Gemeinderat Beat Hess (Grüne) hervor. Dieser erkundigte sich nach der Bewirtschaftung der Rebberge in Oetwil und Weiningen, die im Besitz der Stadt Dietikon sind. Auf den rund 30 Aren stellt Winzer Haug im Auftrag der Stadt Rotwein, Weisswein und Mousseux her.

Obwohl es sich um keinen ökologischen Anbau handle, würden die Weine dennoch nachhaltig produziert und man orientiere sich bereits heute an ökologischen und sozialen Grundsätzen, schreibt der Stadtrat weiter. So seien nur geprüfte und zugelassene Pflanzenschutzmittel erlaubt, und die Erde müsse alle zehn Jahre mit Bodenproben unter anderem auf den Stickstoffgehalt geprüft werden. Insektizide werden nicht verwendet, Fungizide seien aber notwendig. Zudem weise der Boden des Weininger Rebbergs genügend Stickstoff auf, sodass keine Düngemittel verwendet würden.

Die Biodiversität der Rebberge sei so hoch wie noch nie, heisst es weiter. Da man auf synthetische Behandlungsmittel setze, reduziere sich der Einsatz auf lediglich sieben bis acht Behandlungen. Biologische Mittel, die auch immer synthetische Zusätze beinhalten, müsse man hingegen 12- bis 20-mal spritzen, und diese seien toxischer gegenüber Nützlingen. Weiter schreibt die Stadt, dass man die Reben, wenn sie an ihr Lebensende gelangen, durch neue, pilzresistente Sorten ersetzen könnte, wodurch der Pflanzenschutz reduziert werden könnte.

Ein Öko-Label bleibt eine Möglichkeit

Wie Hess in seiner Interpellation festhält, sei die Herstellung von Wein mit einer sehr hohen Umweltbelastung verbunden. So hätte er vom Stadtrat gerne noch mehr erfahren: «Interessant wäre, welche Fungi- und Herbizide oder synthetischen Behandlungsmittel eingesetzt werden», sagt er auf Anfrage. Schliesslich erachte er es als selbstverständlich, dass es nur geprüfte und zugelassene seien. «Was die erfolgten Bodenproben neben dem Stickstoffgehalt sonst noch ergeben haben, hätte mich ebenfalls interessiert.»

Hess wollte zudem wissen, welchen Mehrwert die Stadt in Weinen mit einem Öko-Label sehe. Da der Unterschied vor allem in den besprochenen Pflanzenschutzmitteln bestehe, sehe er keine Vorteile darin, schreibt der Stadtrat. «In der Vermarktung kann ein solches Label allerdings vorteilhaft sein.» So verschliesse er sich einer Neuausrichtung des örtlichen Bewirtschafters nicht.

Mit dieser Antwort des Stadtrats habe er einen umfassenden Einblick in die Bewirtschaftungsmethoden des Produzenten der Dietiker Weine ­erhalten, sagt Hess. «Die Herstellung der städtischen Weine ist in guten Händen.»

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