Dietikon

Die Stadt nimmt Einfluss auf Neubauten – zumindest teilweise

Die Wohnüberbauung Hofächer ist eines der Beispiele, die der Stadtrat in seiner Antwort nennt.

Die Wohnüberbauung Hofächer ist eines der Beispiele, die der Stadtrat in seiner Antwort nennt.

Gemeinderat Beat Kunz (CVP) wollte vom Stadtrat wissen, ob dieser dafür sorgen kann, dass im Zentrum Bausünden vermieden werden. Er nehme bereits den vollen Gestaltungsspielraum wahr, antwortet dieser.

Plattenbauten gefallen Beat Kunz nicht. Doch zu seinem grossen Leidwesen musste der CVP-Gemeinderat feststellen, dass sich in jüngster Zeit gerade im Zentrum von Dietikon solche Bauten aus Betonfertigteilen übermässig verbreitet haben. Weiter besorgt ihn die «Chrut-und-Rüebli»-Bauweise, wie er sie nennt.

In einer Interpellation richtete er sich deshalb an den Stadtrat und wollte von ihm wissen, mit welchen Mitteln er künftig Einfluss nehmen werde auf die Wohnqualität in gewissen Quartieren. Schliesslich verfüge die Stadt über einen grossen Bestand an renovierungsbedürftigen Altbauten, und so werde sich das Stadtbild in den nächsten Jahren erheblich verändern, hält er fest. Der Stadtrat hat nun geantwortet.

«Stadtrat fordert schon Qualität»

«Der Stadtrat und die Verwaltung nehmen bereits den vollen Gestaltungs- und Entscheidungsspielraum wahr», heisst es in der Antwort. Man fordere jeweils «eine gute bis sehr gute Qualität» ein. Konkrete Instrumente zur Qualitätssicherung seien dabei die Sonderbauvorschriften, die Gestaltungspläne oder die lenkenden Quartierleitbilder. Für weniger geeignet hält der Stadtrat den Quartierplan, da dieser ein nicht oder nur teilweise erschlossenes Baugebiet entsprechend den Vorschriften baureif macht.

Der Stadtrat nennt in seiner Antwort denn auch konkrete Bauten, bei denen die Stadt Einfluss genommen hat. So beim Bauernhaus an der Oberen Reppischstrasse oder bei der Wohnüberbauung Hofächer. Beide Objekte sind fertiggestellt und wurden durch die Hochbauabteilung der Stadt begleitet.

Der Stadtrat ist sich zudem bewusst, wie er weiter schreibt, dass bei Vorhaben in der Kernzone oder bei geschützten Bauten eine erhöhte Anforderung gelten müssen.

Zufrieden mit der Antwort

Interpellant Beat Kunz zeigt sich zufrieden mit der Antwort des Stadtrats. «Ich schätze es, dass er sich dem Thema so ausführlich angenommen hat und sogar konkrete Baubeispiele nennt.» Gleichzeitig will Kunz aber auf die genannten Objekte im Bau nun gezielt ein Auge halten. «Und wenn nötig, werde ich wieder in die gleiche Kerbe hauen.»

Er findet nämlich, dass der Stadtrat in Zukunft einen grösseren Einfluss auf die Erhaltung des Stadtbilds sowie der Quartiere nehmen sollte. «Ein schönes Ortsbild bedeutet auch mehr Lebensqualität», ist er überzeugt. In der Vergangenheit sei viel zu wenig Rücksicht darauf genommen worden.

Kunz’ Hoffnungen liegen nun auch auf den bevorstehenden Wahlen. «Junge, neue Stadträte werden mutiger sein, wenn es darum geht, gewisse Investoren abzulehnen», ist er überzeugt.

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