Limmattal

Dank Drohne: Wildhüter retten fünf Rehkitze vor dem Mähmesser

Hier ist die Rettungsaktion geglückt: Simon Stutz fliegt jeweils mit der Drohne über das hohe Gras, um Rehkitze zu finden. Bild: zvg

Hier ist die Rettungsaktion geglückt: Simon Stutz fliegt jeweils mit der Drohne über das hohe Gras, um Rehkitze zu finden. Bild: zvg

Die Limmattaler Wildhüter setzen eine Wärmebildkamera ein, um die Tiere vor dem Messer der Mähmaschinen zu bewahren.

Um Rehkitze, die im hohen Gras  liegen, vor Mähmaschinen zu retten, setzen Limmattaler Wildhüter dieses Jahr erstmals auf modernste Technik. Sie suchen die Tiere mithilfe von Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind. Die Wildhüter konnten so bereits fünf Rehkitze retten. «Die Technik hält was sie verspricht», sagt Martin Peter, Jagdaufseher der Jagdgesellschaft Altberg Süd, welche die Gemeinden Weiningen, Geroldswil und Oetwil umfasst.

Der Aufwand, um ein Kitz zu retten, ist nach wie vor beträchtlich. Als erstes sind die Landwirte gefragt. Sie müssen melden, sobald sie ein Feld mähen wollen. «In der Regel sind sie froh, wenn wir vorbeikommen, um das Feld abzusichern», sagt Peter. Denn es sei sehr belastend, wenn man die Schmerzensschreie der verendenden Tiere in den Mähmessern hören müsse. Jährlich sterben so schweizweit circa 3000 Rehkitze. Um diesem Sterben ein Ende zu bereiten, nehmen die Landwirte das kostenlose Angebot gerne an. Insbesondere in den Wiesen nahe am Waldrand liegen öfters Rehkitze im hohen Gras. Die Rehgeissen legen die wehrlosen und unbeweglichen Kleintiere zum Schutz vor Angriffen anderer Tiere dorthin. Danach bleiben sie rund zwei Wochen im Gras liegen, bis sie stehen und in den Wald gehen können.

Im Morgengrauen erkennt man die Kitze am besten

Sobald ein Landwirt die Jagdgesellschaft darüber orientiert, welches Feld gemäht werden soll, organisiert Simon Stutz, Drohnenpilot, Pächter und Jagdaufseher im Revier Altberg Süd die Kitzrettung gemeinsam mit weiteren Jagdpächtern. Als erstes vermisst Stutz mit einer App die Wiese. Danach wir die Drohne automatisch per App gesteuert. So konzentriert sich der Pilot nur auf das Display der Kamera, um zu sehen, wo sich eine wärmere Fläche abzeichnet.

Um einen möglichst grossen Wärmekontrast zwischen dem Rehkitz und der Wiese zu ermöglichen, findet der Flug zwischen fünf und sieben Uhr morgens statt. In dieser Zeit ist es genug kalt, damit das Rehkitz sofort von der Kamera erkannt wird. «Das Gerät erfasst alle Tiere. Doch da die Füchse zu dieser Zeit noch im Bau sind und Wildschweine sich eher im Wald verstecken, sieht man die Rehkitze eindeutig», sagt Peter.

Die Drohe verspricht die höchste Erfolgsquote

Hat der Drohnenpilot ein Rehkitz erkannt, navigiert er den Helfer durchs hohe Gras direkt zum Jungtier. Dort wird dieses in eine Kiste gepackt und später am Waldrand wieder ausgesetzt. «Bis jetzt hatten wir eine sehr gute Erfolgsquote. An allen Orten, an denen ein Kitz im hohen Gras lag, haben wir es gefunden», sagt Peter.
Das sei mit den früheren Methoden kaum der Fall gewesen. «Mit dem Ablaufen der Felder hat man kaum ein Tier im hohen Gras gefunden und das Verblenden mit Strahlern, um die Rehgeissen aufzuscheuchen, gab auch keine Garantie», sagt Peter. Zudem habe gerade das Ablaufen sehr viel Zeit beansprucht. Die neue Methode sei nun zwar teuer, aber dafür auch effizienter. «Wir hoffen, dass wir die Geräte nun einige Jahrzehnte einsetzen können», so der Jagdaufseher. Der nächste Einsatz wird wohl erst nächstes Jahr wieder stattfinden. Denn nun werden die Rehkitze bald im Wald herumspazieren und nicht mehr in der Wiese liegen.

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