Dietikon

Badespass im ganzen Limmattal: Der Stadtrat prüft ein regionales Badi-Abo

Ins «Fondli» und «Mösli» mit demselben Abo: Der Stadtrat klärt mit anderen Gemeinden die Machbarkeit. (Archiv)

Ins «Fondli» und «Mösli» mit demselben Abo: Der Stadtrat klärt mit anderen Gemeinden die Machbarkeit. (Archiv)

Der Dietiker FDP-Gemeinderat Philipp Müller forderte in einer Interpellation ein regionales Badi-Abo. Die Idee findet im Stadtrat Anklang. Man sei bereit, Abklärungen zu treffen und den Lead zu übernehmen.

Im Dietiker Freibad Fondli die Rutsche hinuntersausen, in der Bio-Badi Mösli in Schlieren ein paar Bahnen schwimmen oder in der Urdorfer Badi Weihermatt ein Volleyball-Match austragen. Das sollte mit einem einzigen Abonnement möglich sein. Dieser Ansicht ist zumindest der Dietiker Gemeinderat Philipp Müller (FDP). Er forderte in einer Interpellation ein regionales Badi-Abo, ein «Bade-(S)Pass» für alle Bäder im Limmattal.

Müller erhält nun Zuspruch vom Stadtrat. In der Antwort zur Interpellation schreibt dieser, dass er eine regionale Zusammenarbeit für prüfenswert erachte. Als unabdinglich sieht er ein Verbundsabo aber nicht. Das Hallen- und Freibad Fondli sei gut besucht. Zeitweise würden beide Badebereiche aufgrund der hohen Tageseintrittszahlen an ihre Grenzen stossen, so der Stadtrat. «Es ist nicht zwingend auf zusätzliche Eintritte aus anderen Gemeinden angewiesen.»

Technische Anpassungen nötig

Der Stadtrat sieht zusätzliche Schwierigkeiten. Ein regionales Badi-Abo lockt Besucher aus den Nachbargemeinden an. «Das Bad soll aber schwergewichtig der Dietiker Bevölkerung zur Verfügung stehen», so der Stadtrat. Die Dietiker hätten Anspruch darauf. Dies, weil die Einwohner für die 2012 und 2013 erfolgte Sanierung des Bads für knapp 10 Millionen Franken aufgekommen seien.

Die Schaffung eines regionalen Badi-Abos würde auch die Frage nach den Preisen aufwerfen. Wichtig ist dem Stadtrat dabei, dass die kommunalen Tarife durch den «Bade-(S)Pass» nicht konkurrenziert oder unterlaufen werden. Denn: «Das könnte zu Einnahmeverlusten führen.» Ein gemeinsamer «Badi-(S)Pass» bringe überdies Kosten mit sich. «Da im Limmattal nicht alle Gemeinden dasselbe Kassensystem führen, dürfte dies kostspielige technische Anpassungen erforderlich machen.»

Wie im Zürcher Oberland

Nichtsdestotrotz empfindet es der Stadtrat als sinnvoll, Abklärungen zu treffen. Er ist sogar bereit, den Lead zu übernehmen. Bereits fragte er alle Limmattaler Gemeinden mit öffentlichen Bädern an, ob sie an einem solchen Angebot interessiert wären. Die Resonanz sei positiv: Drei Gemeinden zeigten Interesse. Von vier habe man noch nichts gehört, sagt Bruno Rabe, Leiter Amt für Umwelt und Gesundheit. «Es geht nun in einem weiteren Schritt darum, gemeinsam an einen runden Tisch zu sitzen und zu klären, was möglich ist», sagt Rabe. Etwa, ob man ein regionales Saison- oder sogar ein Jahresabo einführen wolle.

Zur Diskussion steht das Modell im Zürcher Oberland. Mit einem Saisonabo wird dort der Zutritt in 12 Freibäder in 10 Gemeinden ermöglicht. Die Saison- und Jahresabos der Stadt Zürich für 24 Bäder kommen als Beispiel für das Limmattal nicht infrage. «Fast alle Bäder gehören der Stadt Zürich. Es besteht keine Konkurrenz. Folglich macht dort ein solches System klar Sinn», sagt Rabe. Im Frühling soll das Treffen stattfinden.

Müller erwartet bessere Verteilung der Besucher

Philipp Müller freut sich über die Bemühungen des Stadtrats. «Es ist positiv, dass er ein Badi-Abo prüfen und sogar den Lead übernehmen will.» Es brauche jemanden, der die Sache in die Hand nehme.

Bedenken der Stadt bezüglich Kassensystem und Konkurrenz kann er nachvollziehen. Probleme sieht er aber nicht. Es handle sich um technische Anpassungen. «Man muss sich koordinieren. Im Zürcher Oberland funktioniert es. Dann werden wir es auch auf die Reihe bringen.» Dass gewisse Badis an Spitzentagen durch das Angebot noch mehr an ihre Grenzen stossen würden, kann er sich nicht vorstellen. Im Gegenteil: «Es wird eine bessere Verteilung der Besucher an Spitzentagen geben. Das wird den Badis zu Gute kommen.»

Er sieht einen weiteren Vorteil: Die Bäder im Limmattal hätten unterschiedliche Vorzüge. «Das Abo würde den Konkurrenzkampf lockern und die Vielfalt fördern. Nicht jede Limmattaler Badi muss dann aufrüsten und dasselbe Angebot haben wie die anderen.»

Anliegen aktiv vorantreiben

Der FDP-Politiker ist zuversichtlich, dass seine Idee in die Tat umgesetzt wird. Bald kann er sein Anliegen aktiv vorantreiben. Müller wurde am Wahlsonntag am 4. März in den Stadtrat gewählt. «Ich werde schauen, dass das Abo Thema bleibt.» Einen Entscheid könne er aber nicht vorwegnehmen. «Am Schluss wird das Gremium darüber befinden. Ich kann nur hoffen, dass der neue Stadtrat der Idee gleich positiv gegenüber steht wie der alte.»

Dass man im Limmattal diesen Sommer bereits mit einem regionalen Abo baden gehen könne, bezweifelt Müller. «Ich hoffe aber, dass man dieses Jahr alles aufgleisen kann, sodass es 2019 möglich ist.»

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