Urdorf

Auf jedem Dach des Kantons soll künftig eine Solaranlage stehen

Die Dachfläche der Kanti Limmattal in Urdorf könnte laut GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig 90 Haushalten Energie liefern.

Die Dachfläche der Kanti Limmattal in Urdorf könnte laut GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig 90 Haushalten Energie liefern.

Die Urdorfer GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig reicht beim Regierungsrat zwei Vorstösse ein, in denen sie zu einer Solaroffensive aufruft. Sie fordert den Bau von Fotovoltaikanlagen auf allen kantonalen Dächern.

Die Förderung von Solarenergie ist der Urdorfer GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig ein grosses Anliegen. Deshalb reichte sie kürzlich zwei Vorstösse zum Thema Solaroffensive beim Regierungsrat ein. In einer Motion fordern Gehrig sowie ihre Parteikolleginnen Melissa Näf (Bassersdorf) und Christa Stünzi (Horgen) den Regierungsrat dazu auf, gesetzliche Grundlagen zur flächendeckenden Installation von Fotovoltaikanlagen auf geeigneten Dächern von bestehenden und geplanten kantonalen Bauten zu schaffen.

Zur Umsetzung der Energiestrategie 2050 und der nationalen und kantonalen Klimaschutzziele brauche es in der Schweiz erhöhte Anstrengungen, schreibt Gehrig in der Motion. «Die Installation von erneuerbaren Energien ist dabei ein zentraler Punkt. Der Kanton Zürich soll dabei mit gutem Beispiel vorangehen.»

Ein besonderes Augenmerk legt Gehrig auf Schulhäuser. Die Bildungsbauten seien einfach verfügbare Flächen, meist mit brachliegenden Flachdächern, die aktuell kaum zur Stromerzeugung genutzt würden, schreibt sie. «Das ungenutzte Potenzial auf den bestehenden Dächern der kantonalen Schulgebäude von Mittelschulen, Berufsmaturitätsschulen, Universitätsgebäuden, regionalen Berufsbildungszentren und Fachhochschulen beläuft sich auf Hunderte bis mehrere Tausend Kilowatt-Peak.»

Kanti Limmattal könnte 90 Haushalten Energie liefern

Allein bei den Bestandsbauten der Kantonsschule Limmattal in Urdorf gebe es eine verfügbare ungenutzte Dachfläche von gegen 3000 Quadratmetern. «Wenn man auf 2000 Quadratmetern dieser Dachfläche Fotovoltaikanlagen installiert, erhält man einen potenziellen Jahresertrag von 350 Megawattstunden. Damit könnte gemäss Schätzungen der Energieverbrauch von 80 bis 90 Haushalten gedeckt werden», so Gehrig.

Die Urdorferin erachtet die Erstellung von Solaranlagen auch aus wirtschaftlicher Sicht als sinnvoll. «Eine Fotovoltaikanlage sorgt auf weit über 25 Jahre hinaus für reduzierte Energiekosten.» Trotz dieser Vorzüge seien bei Sanierungen und Neubauten von Kantonsschulen und deren Dächern Fotovoltaikanlagen aktuell noch immer nicht Bestandteil der Ausschreibungen. Aus diesem Grund scheine eine gesetzliche Grundlage notwendig zu sein, die alle Direktionen verpflichte.

GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig aus Urdorf fordert die Installation von Fotovoltaikanlagen auf allen Dächern kantonaler Bauten.

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GLP-Kantonsrätin Sonja Gehrig aus Urdorf fordert die Installation von Fotovoltaikanlagen auf allen Dächern kantonaler Bauten.

Gehrig wünscht sich aber nicht nur, dass der Kanton auf seinen Liegenschaften Solaranlagen errichtet, sondern dass er die eigenen Dächer Dritten zur Verfügung stellt, sofern er sie nicht selbst mit Fotovoltaikanlagen bebauen möchte oder kann. Das verlangt die GLP-Politikerin in einem Postulat, das sie auch letzte Woche eingereicht hatte.

Die Wirtschaftlichkeit von Solaranlagen sei bei der Nachrüstung von bestehenden Gebäuden nicht immer gegeben. Oder dem Kanton oder den lokalen Energieversorgungsunternehmen fehle die Kapazität, Anlagen zu bauen. «In diesem Fall sollen alternative Finanzierungskonzepte geprüft werden. Dabei ist insbesondere aufzuzeigen, wie Flächen an interessierte Dritte weitergegeben werden können», schreibt Gehrig im Postulat, das auch von ihren GLP-Partei-Kollegen Christoph Ziegler (Elgg) und Franziska Barmettler (Zürich) unterstützt wird.

Bevölkerung kann sich an Energiewende beteiligen

Gehrig sieht Vorteile: «Bei Abgabe des Daches an Dritte hat die öffentliche Hand keine Investitionskosten zu tragen. Der Kanton würde so innovative Projektideen und Finanzierungsalternativen ermöglichen und der Bevölkerung die Möglichkeit bieten, sich aktiv an der Energiewende zu beteiligen.» Gehrig bittet den Regierungsrat im Postulat darum, ein Konzept für eine Solaroffensive auf bestehenden kantonalen Liegenschaften zu erstellen. Das Konzept soll unter anderem eine Liste der geeigneten Dachflächen, den Entscheid, welche Dächer der Kanton selbst nachrüsten will und einen Zeitplan enthalten.

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