Leserbeitrag
Zahnhygiene ist bei Asylsuchenden ein akutes Thema. Dentalhygienikerin referiert im Asyltreffpunkt

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Asylsuchende hören gebannt zu

Thema Zahnhygiene im Asyltreffpunkt „Jurastrasse 27“

Zahnschmerzen, schlechte Zähne, Zähne ziehen, sind Themen, die seit dem Auftakt des Asyltreffpunkts „Jurastrasse 27“ im Frühjahr 2016 von grösster Aktualität blieben.

Die eigenen Zähne inklusive Dentalhygiene, haben während der zwei Jahren des Bestehens des Asyltreffpunkts, regelmüssig für Diskussionen gesorgt. Die Zahnarztkosten werden im Asylbereich so niedrig wie möglich gehalten. Lediglich die Schmerzbehandlung wird von den Sozialämtern bezahlt. Somit wird normalerweise vielen Asylsuchenden bei Zahnschmerzen, der schmerzende Zahn gezogen. Dass junge Männer aus Herkunftsländern, in denen mit wenig Geld die Zähne normalerweise geflickt werden, unsere hiesige Praxis nicht ganz verstehen, wurde immer deutlicher.

Als Asyltreffpunkt können keine Zahnreparaturen finanziert, aber dafür die Asylsuchenden zum Thema Prävention informiert und vor allem unterstützt werden, damit dem allseits gefürchteten Zähneziehens entkommen werden kann. Mit einer Einführung in den Fachwortschatz wurden die Asylsuchenden im Treffpunkt einerseits für das alltägliche Leben ausgerüstet und andererseits auf den darauffolgenden Besuch einer ausgewählten Dentalhygieneexpertin vorbereitet.

Mit der Dentalhygienikerin Doris Meister fand das Betreuungsteam des Asyltreffpunkts eine hochkompetente Person, die das Thema Zahnhygiene bildhaft, lehrreich und vor allem auf fruchtbare Art und Weise im Treffpunkt den Asylsuchenden näher bringen konnte. Sie ist nicht nur in der Region Olten unterwegs, sondern besucht in ihrer Funktion auch Asylzentren auf dem Balmberg und in Selzach.

Interessiert hörten die Asylsuchenden der Fachfrau zu und lernten wie lange man Zähne putzen soll, dass für starke Männer nicht unbedingt eine harte Zahnbürste notwendig ist und dass Energiegetränke zur Förderung der Bakterien auf den Zähnen beiträgt. Doris Meister zeigte ihnen des Weiteren auf, wie wichtig die eigenen Zähne sind, und dass sie sich Zeit nehmen sollen diese zu pflegen.

Nach 60 Minuten gebanntem Zuhören, gingen die Asylsuchenden mit einem Lächeln im Gesicht nach Hause. Dies nachdem die Referentin gebührend von einem der Asylsuchenden offiziell verabschiedet und mit einem Blumenstrauss verdankt wurde.

27.April 2018 c.moll

15.05.18, LL

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