Leserbeitrag
Weitaus mehr als eine einfache Komödie

Flurina Lienhard
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Drei Physiker, einer verrückter als der andere, drei Morde und eine Irrenanstalt. Das kann nur ein Werk Dürrenmatts sein.

Am 26. und 27. Juni wird das Abschlussprojekt der Bezirksschulklasse 4b unter der Leitung ihrer Deutschlehrerin Flurina Lienhard im Salzhaus auf die Bühne gebracht, Beginn jeweils um 19:30 Uhr. Auf dem Programm steht ein Klassiker von Friedrich Dürrenmatt: „Die Physiker“.

Als die Frage kam, was das Abschlussprojekt der Klasse 4b sein soll, war von Anfang an klar: ein Theater. Denn bereits voriges Jahr durften die Schülerinnen und Schüler ein Theater aufführen: „Das Schiff Esperanza“. Die Tragödie von Fred von Hoerschelmann hatte sie im Frühling 2016 mit dem Theatervirus angesteckt.

Dieses Jahr nun soll es eine Komödie sein, geschrieben von niemand Geringerem als dem berühmten Schweizer Autor Dürrenmatt. Doch „Die Physiker“ entpuppt sich als weitaus mehr als eine simple Komödie.

Im Mittelpunkt stehen drei Physiker, die als geisteskrank eingestuft in der privaten psychiatrischen Klinik „Les Cerisiers“ leben, unter der Leitung der alten, buckligen Fräulein Doktor Mathilde von Zahnd. Der Erste behauptet Albert Einstein zu sein, der Zweite hält sich für Isaac Newton. Und der Dritte, Johann Wilhelm Möbius, hat eine Entdeckung gemacht, die die Gefahr der Vernichtung der Welt in sich birgt und damit zur Grundfrage des Stückes nach der Verantwortung der Wissenschaft führt. Gibt es ein Bewahren der Welt vor dem Wissen? Und was für eine Rolle spielen hierbei die beiden anderen Physiker sowie die bucklige Fräulein Doktor?

Nach erstmaligem Lesen war klar: Dieses Stück wird anspruchsvoll. Trotzdem stürzten sich die Jugendlichen noch vor Ostern in die Rollenverteilung und das Auswendiglernen des Textes. Nur wenige Wochen nach den Frühlingsferien waren bereits alle Kulissen im Klassenzimmer untergebracht. So erhielt das Deutschzimmer auch eine eigene Sofaecke. Die Proben laufen wie am Schnürchen, man weiss ja nun, wie das abläuft. Trotzdem wird nicht getrödelt; man will die vorhandene Zeit in vollen Zügen ausnützen.

Emilia, die den Physiker Möbius spielt, meint dazu: „Nun kommen die Aufführungen immer näher. Der Druck steigt allmählich, doch die Vorfreude überwiegt deutlich.“ Alle sind dazu bereit, ihr Bestes zu geben und zuversichtlich, dass die Vorführungen glatt über die Bühne gehen werden. Kommen Sie am besten selber ins Salzhaus Brugg und überzeugen Sie sich: Montag, 26.06.2017 und Dienstag, 27.06.2017, Türöffnung jeweils um 19.00 Uhr.

Ein Artikel von Judith Urech, Klasse 4b der Bezirksschule Brugg

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