Leserbeitrag
Weihnachten und Glocken

Katherine Ackermann
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Der Weihnachtsanlass der BPW Aarau stand ganz im Zeichen der Glocken. 20 Frauen der BPW Aarau genossen einen Betriebsrundgang durch die Glockengiesserei Rüetschi in Aarau. Dieser startete mit einem feinen Cüppli Chüttiger Schumwy gespendet von Peter Wehrli Reb- und Weinbau.
Wir erfuhren viel Interessantes von Herrn Spielmann, der seit frühester Kindheit mit der Glockengiesserei verbunden ist, begleitete er doch seinen Vater immer wieder auf seinem Weg in die Werkstatt. Herr Spielmann gelang es uns Frauen auf anschauliche Art nicht nur die Geschichte der Unternehmung sondern vor allem auch jene der Glockengiesserei näher zu bringen. 400 n.Chr. haben Mönche das Handwerk in die Schweiz gebracht. Die heutige Glockenform entstand im 11. Jahrhundert. Spannend war auch zu erfahren, warum die Glocken im Tessin und im Wallis so anders tönen als in der Deutschschweiz.
Das Unternehmen existiert seit 1367 und hat ursprünglich nicht nur Glocken sondern auch Kanonen gegossen. Die Brüder Rüetschi hatten die Giesserei anfangs 19. Jahrhundert gekauft und führten sie während fast 100 Jahren. 1917 starb der letzte Vertreter der Familie Rüetschi. Seit 1920 ist die Unternehmung eine AG. In den besten Zeiten goss die Rüetschi AG 80-100 Tonnen Glocken pro Jahr. 2012 waren es noch 500 kg. Davon kann sie nicht leben. Dank den Turmuhren und er Turmtechnik, konnten sie neue Gebiete erschliessen. 2012 fungierten sie als Generalunternehmung bei der Sanierung des Glockenturms der Stadtkirche in Aarau. Leider ist der starke Schweizerfranken für Sie ein klarer Nachteil. Kaufen doch heute verschiedene Kirchgemeinden ihre Glocken im Ausland ein, da sie dort günstiger sind.

Ganz spannend wurde es, als er über den Klang der Glocken sprach. Viele von uns wurden an unseren Musikunterricht erinnert und kramten in unseren hintersten Hirnwindungen um die vielen Fach-Ausdrücke einzuordnen: Oktave und Terz waren ja noch klar....Wie komplex das ganze Thema ist, erahnen wir Frauen nur. Wer sich vertiefen will, sei die Doppelnummer 51/52 2012 der SIA Zeitschrift TEC21 empfohlen: Sie trägt den Titel "Glockengeläut".

Mit einem Schatz an Informationen und einem kleinen Glöcklein im Sack als Erinnerung fuhren wir anschliessend in den tiefverschneiten Wald ins Roggenhausen - für ein paar BPW-Frauen Neuland, für die meisten jedoch mit Erinnerungen an Ausflüge mit Kindern verbunden - und stärkten uns dort im Restaurant an wunderschön gedeckten Tischen. So liessen wir den Abend bei angeregten Gesprächen ausklingen und freuen uns auf das BPW Programm 2013.

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