Leserbeitrag
Trauriger Saisonauftakt für Solothurns Faustballer

Martina Köhler
Drucken
Teilen

Lange Gesichter bei den Solothurner Faustball-Fans: Schon kurz nach dem Start der Feldsaison in der Nationalliga A liegen sowohl die Frauen wie die Männer abgeschlagen hinten.

Jubel hingegen gibt es beim Schweizer Meister Wigoltingen sowie bei Widnau und Dipoldsau, die alle drei gleich beide Spiele gewonnen und sich damit am ersten Spieltag an die Tabellenspitze gesetzt haben.

Weltweit gilt Faustball als ein Nischensport. Mehr als 2000 Jahre alt soll das Rückschlagspiel inzwischen sein.

Vor allem im deutschsprachigen Raum sind die Erfolge auf internationaler Ebene beachtlich. Die Schweizer Nationalmannschaft der Faustball-Herren hat sich bei 14 Weltmeisterschaften allein drei Mal einen Platz auf dem Podest sichern können. In Deutschland holten sie 1982 Bronze. In Namibia gab es 1995 Silber, und Silbermedaillen gab es ebenfalls 2015 in Argentinien.

Noch besser sind die Schweizer Resultate in den World Games in Faustball. Den jeweils zweiten Platz belegten die Faustball-Herren 1993 in den Niederlanden, 2009 in Taiwan und 2013 in Kolumbien.

Für den dritten Platz reichte es 1985 in England. Auf den jeweils vierten Platz kamen die Nationalspieler 1989 und 2005 in Deutschland, 1997 in Finnland und 2001 in Japan.

Die Schweizer Damenriege ist seit der Einführung der Faustball-Weltmeisterschaft für Frauen ununterbrochen dabei. 2002 gingen sie in Brasilien als Weltmeisterinnen vom Feld, 1998 holten sie in Österreich Silber, und 2016 wurden sie in Brasilien dritte.

In diesem Jahr ist die österreichische Stadt Linz vom 24. bis 28. Juli Austragungsort der Faustball-Weltmeisterschaft für Frauen. Als Favorit gilt wieder Nachbar und Titelverteidiger Deutschland. Allerdings wollen die Gastgeber ihr Bestes geben, um einen achten Titel für Deutschland zu verhindern.

Im Vergleich zur jüngsten WM hat sich die Teilnehmerzahl von sieben Nationalteams auf 14 verdoppelt. Erstmals dabei sind die Teams aus Belgien, Polen, Serbien und Neuseeland.

Die Schweizer Frauen treten in der Vorrunde in Gruppe A gegen Brasilien, Österreich, Australien, USA, Neuseeland und Belgien an. In Gruppe B sind Deutschland, Chile, Argentinien, Polen, Serbien, Italien und Tschechien aufgestellt.

Für die Männer geht es in diesem Jahr um die Europameisterschaft, die vom 24. bis 26. August in Adelmannsfelden in Deutschland ausgetragen wird. Zur Vorbereitung tritt die Schweiz am 3. und am 8. August in Länderspielen gegen die Deutschen an.

Für die EM qualifiziert sind die Nationalmannschaften aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Italien (alle Gruppe A) sowie die Teams aus der Tschechischen Republik, Serbien, Polen, Belgien, den Niederlanden und Dänemark (Gruppe B).

Von einer Aufnahme in die zehn Personen starken Nationalkader können die Solothurner Faustballspieler derzeit aber nur träumen.

Deutlich erfolgreicher sind allerdings die Kicker aus Solothurn. Sie stehen unangefochten an der Spitze der Gruppe 2 in der 1. Fußballliga Classic und sind laut 888sport einer der Favoriten. Bisher haben sie in dieser Spielzeit 20 Siege holen können und nur eine Niederlage eingefahren.

Gegründet wurde der FC Solothurn im Jahr 1901. In den 20er Jahren spielten die Kicker sogar in der Serie A, damals die höchste Schweizer Spielklasse. Als 1931/1932 das System geändert und stattdessen Nationalliga und 1. bis 4. Liga eingeführt wurden, verpassten die Solothurner nur knapp die Nationalliga. Seitdem ist die Mannschaft fast durchgehend in der 1. Liga zu finden, abgesehen von einigen Spielzeiten in der Nationalliga B.

Egal, was kommt, die Fans halten ihrem Team noch immer die Treue. Entsprechend groß ist das Stadion – 6300 Plätze in einer Stadt mit knapp 20.000 Einwohnern.

Auch die Faustballer können sich auf den Rückhalt durch ihre Anfänger verlassen, auch wenn es wie bislang in dieser Saison mal lange Gesichter gibt.

Aktuelle Nachrichten