Leserbeitrag
Sommerlager der Schule Gebenstorf

Marcel Siegrist
Drucken
Bilder zum Leserbeitrag

Bilder zum Leserbeitrag

Die Schule Gebenstorf verbrachte vom 8.-13. Juli 2012 ihr Sommer-Ferien-Lager in der wunderschön gelegenen Jugendherberge direkt am Hallwilersee. 26 Jugendliche von der dritten bis zur siebten Klasse und sechs Lehrpersonen erlebten eine unvergessliches Lagerwoche mit Schwimmen, Segeln, Taekwando, Fussball, Pfeilbogenschiessen, Floss bauen und vielen anderen Wasseraktivitäten.

Die Schlacht bei Beinwil anno 2012
Vor dem Schilfgürtel des Hallwilersees hob sich schemenhaft die Silhouette des Flosses ab. Auf der Plattform befanden sich etwa acht Lagerteilnehmer die mächtig in die Paddel greifen mussten, um der steifen Bise trotzen zu können. Über ihnen flatterte eine dunkle und bedrohliche Fahne im Wind. Der Zeitpunkt für einen Angriff schien günstig. Von Süden her näherten sich fünf Pedalos und von Norden legten gleichzeitig zwei Schlauchboote ab. Nach kurzer Zeit erreichten die Angreifer das Floss, welches sofort geentert wurde. Im wilden Schlachtgetümmel war es schwer auszumachen wer zu den Angreifern und wer zu den Verteidigern gehörte. Auf beiden Seiten gingen dutzende von KämpferInnen über Bord und konnten sich nur mit Müh und Not wieder auf ihre Fahrzeuge retten. Durch die starke Bise wurde die ganze Armada bedrohlich in die Nähe der Badeanstalt getrieben. Um keine Unbeteiligten mit in den Kampf zu ziehen, musste das Floss mit vereinten Kräften der Pedalos aufs offene Wasser hinausgeschleppt werden, wo die Keilerei in unverminderter Härte fortgesetzt wurde. Obwohl das Floss mehrheitlich von Angreifern okkupiert werden konnte, das Wahrzeichenleppt werden, wo die Keilerei in unvermindeÜber Obwohl das Floss mehrheitlich von Angreifern okkupiert werden konnte, sein Wahrzeichen, die schwarze Fahne, konnte bis zum Schluss nicht erobert werden. So endete die Schlacht bei Beinwil am See, als einzige Schlacht in der Geschichte der Eidgenossenschaft, zwar mit einem Sieg nach Punkten für das Floss, jedoch ohne jegliches Blut vergiessen und ohne Leid für die Angehörigen. Im Gegenteil, auf beiden Seiten waren die KämpferInnen glücklich und zufrieden.

Klar zum Ablegen: I am sailing
Einmal auf einer richtigen Yacht mit zu segeln, das war im Sommerlager möglich. Bevor das Segelboot aber vom Schiffssteg ablegen konnte, gab es verschiedene Aufgaben, wie Bereitmachen der Seile und Anziehen der Schwimmwesten, zu erledigen.

Ein kleiner Elektromotor brachte uns etwas vom Ufer weg, wo die Windverhältnisse besser schienen. Dort setzten wir die Segel. Eine ganz schön anstrengende Arbeit so ein Grosssegel bis zum Masttop hinauf zu hissen. Beim Segeln hart am Wind, kam unser Boot manchmal in so bedrohliche Schieflage, dass befürchtet wurde, das Wasser würde über die Bordkante ins Boot eindringen. Am Anfang verstand die Bootsmannschaft nur Bahnhof, wenn der Skipper befahl, das Fockschot etwas dichter zu holen, das Grosssegel zu fieren und immer schön auf Kurs zu bleiben. Gegen Ende der Woche waren unter den Jugendlichen immer mehr „Segelfans“ zu finden.hr

Diese Woche am Hallwilersee war ein Hit. Das Lagerteam der Schule Gebenstorf setzt sich auch im laufenden Schuljahr für eine Neuauflage des Sommerlagers in Beinwil am See ein. In diesem Sinne: Next year, same time, same place! (MM/RG)

Interview mit der Lagerleiterin, Frau R. Gloo

Was bewog sie die Tradition eines Sommerlagers wieder aufzunehmen?
Im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern ist uns aufgefallen, dass sich während der Sommerferien viele Jugendliche langweilen und versuchen die Zeit mit Rumhängen, Shoppen oder Gamen zu vertreiben. Statt die Jugendlichen sich selbst zu überlassen, haben wir beschlossen ein Ferienlager mit einem reichen Angebot an gemeinsamen, betreuten Aktivitäten durchzuführen.

Konkurrenzieren Sie mit Ihrem Sommerlager die Jugendorganisationen wie Jungwacht oder Cevi nicht?
Ich glaube kaum, dass wir ein Konkurrenz zu Jungwacht und Cevi sind. Viele Schüler an der Schule Gebenstorf gehören weder der einen noch der andern Jugendorganisation an.

Welches sind für Sie die Gründe, dass auch die Schule ein solches Lager anbieten sollte?
Zum pädogogischen Auftrag der Schule gehören heute bis zu einem gewissen Grad erzieherische Aufgaben. Wir haben diesen Aufgaben nicht gesucht, der soziale Wandel in der Gesellschaft macht es aber notwendig, dass wir uns auch da engagieren. Das Lagerleben bietet vorzügliche Voraussetzungen zum Erlernen sozialen Verhaltens.

Wie wurde das Sommerlager finanziert?
Das Lager wurde zu je einem Drittel durch Elternbeiträge, die Papierkasse der Schule und einem Beitrag der Gemeinde finanziert. Möglich wurde das Sommerlager aber erst dadurch, dass sich sechs Lehrpersonen bereit erklärten eine Woche ihrer Sommerferien ohne zusätzliche Entlöhnung dazu zur Verfügung zu stellen.

Während des Lagers haben sie sehr viele Aktivitäten angeboten. Hatten Sie genügend qualifizierte Leiter um dieses reiche Angebot abzudecken?
Ja, die Leiter waren bestens dazu qualifiziert. Sie verfügen teilweise über Lagerleiterausbildungen von J+S, Ausbildungen als Schulsportleiter und als Sportlehrer. Zudem brachte das ganze Leiterteam Erfahrungen aus unzähligen Schul-, Klassen und Schneesportlagern mit.

Der Sicherheitsaspekt in einem Lager am See spielt offensichtlich eine zentrale Rolle. Wie wurden Sie dieser Situation gerecht?
Es galten ganz klare Regeln beim Badebetrieb:

1. Aktivitäten im und auf dem Wasser fanden immer nur unter Aufsicht einer Lehrperson statt.

2. Ausserhalb der Markierungen der Badeanstalt war das Tragen von Schwimmwesten für jegliche Aktivität obligatorisch.

Teilnahmeberechtigt am Lager waren Schüler und Schülerinnen von der 4.-7. Klasse. Warum diese Beschränkung?
Ohne diese Beschränkung wäre bei 26 SchülerInnen die Alterspanne und dadurch die unterschiedlichen Interessen der Jugendlichen zu gross gewesen. Es hätten sich keine sinnvollen, kameradschaftlichen Gruppen bilden können.

Was würden Sie in einem nächsten Sommerlager anders machen und was auf jeden Fall wiederholen?
Im Moment sehe ich keinen Anlass etwas zu ändern. Das Sommerlager war für alle beteiligten ein grosses und positives Erlebnis. Wenn wir die eine oder andere Lehrperson dazu überreden könnten mit zu ziehen, wäre das natürlich schön. So könnten wir die Aktivitäten etwas ausbauen und dadurch die Atraktivität des Lagers noch erhöhen.

Wird es ein Sommerlager 2013 geben?
Das bisherige Leiterteam wäre sofort wieder bereit mit demselben Engagement ein weiteres Sommerlager durchzuführen. Von den teilnehmende SchülerInnen und deren Eltern haben wir diesbezüglich ebenfalls nur positive Rückmeldungen erhalten. Leider ist die Finanzierung seitens der Gemeinde noch unklar. Wir bleiben dran.