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«Schönenwerder Schatztruhe» feierte Geburtstag

Hans Beer
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PGM Jubiläum 2015 011.JPG Toni Zaugg als Präsident des Fördervereins freute sich über die zahlreichen Gäste.
PGM Jubiläum 2015 021.JPG Regierungsrätin Esther Gassler war seinerzeit die erste Präsidentin des Fördervereins Paul Gugelmann-Museum.
PGM Jubiläum 2015 031.JPG Sie haben gut lachen (v.l.): Toni Zaugg, Esther Gassler, Paul Gugelmann.
PGM Jubiläum 2015 041.JPG «Schwyzerörgeli-Frönde Erlinsbach» sorgten für Stimmung.
PGM Jubiläum 2015 051.JPG Die frühere Fabrikhalle wurde zur Festhütte.
PGM Jubiläum 2015 061.JPG Sogar Schlange stehen kann Spass machen.
PGM Jubiläum 2015 071.JPG «Nocturne» - Kerzenstimmung im Museum.

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Fotos: Hans Beer

Das Paul Gugelmann-Museum beging sein 20-Jahr-Jubiläum mit einer geselligen Feier und Museumsführungen bei Kerzenlicht.

«Die besondere Schönenwerder Schatztruhe mit Paul Gugelmanns poetischen Maschinen feiert ihren 20. Geburtstag.» Mit dieser markanten Einleitung begrüsste Regierungsrätin Esther Gassler die Gäste in der Shedhalle Schönenwerd am Freitagabend, 30. Oktober 2015. Das sei ein ganz besonderer Freudentag für den Künstler, für die Gemeinde und die ganze Region, meinte die ehemalige Schönenwerder Gemeindepräsidentin und erste Präsidentin des Museumsvereins. Das Jubiläum bedeute viel für Menschen, die wissen, dass Märchen wahr sind und wahr bleiben. Man könnte sich fragen, weshalb sich so viele Leute immer wieder von Paul Gugelmanns traumhaften Figuren verzaubern liessen. Umgibt die Figuren eine zarte Wolke des Lächelns? Kennt Paul Gugelmann Geheimnisse, die nur Sonntagskindern zugänglich sind? Kinder jedenfalls sind in Gugelmanns drehender und zappelnder Zauberwelt glücklich, seine Sprache ist ihnen geläufig. In Gugelmanns Werken stecke jene dosierte Menge Humor, die uns zum befreienden Lächeln bringt, das Wolken vertreibt und den Winter erwärmt. Sie seien wie zauberhafte und faszinierende Märchen in poetischer Auseinandersetzung mit Weisheiten, welche auch im digitalen Zeitalter noch Bestand haben. Seit 20 Jahren sei dies dank Paul Gugelmann, seinem Museum und den selbstlosen Helfern möglich. Esther Gassler dankte dem Künstler und den zahlreichen Frauen und Männern, die das Museum unterstützen.

Toni Zaugg als Präsident des Fördervereins Paul Gugelmann-Museum zeigte sich überwältigt vom unerwartet grossen Besucheraufmarsch. Die geräumige Fabrikhalle, wo die Emil Schenker AG früher einmal Storen und Federnautomaten herstellte, war zur Festhütte geworden. Es sei schwierig gewesen, die Anzahl Besucher im Voraus abzuschätzen. Der Küchenchef - es kochten die Gretzenbacher Hobby Köche «Gretzi-Chuchi» - habe vorsichtshalber die erwartete Gästezahl massiv aufgerundet. Das werde sich nun auszahlen, gab sich Toni Zaugg überzeugt.

Zur guten Stimmung der Festgemeinde trug das Rahmenprogramm bei. Für seine beschwingte Musik erntete das Quartett «Schwyzerörgeli-Frönde Erlinsbach» verdienten Beifall. Die leckere Kürbissuppe und das Getränke- und Dessertbuffet sorgten für das leibliche Wohl. Geduldig und fröhlich stand man in der langen Schlange für die Verpflegung an. Und ebenso fröhlich unterhielt man sich beim und nach dem Essen. Eine Bilderpräsentation aus der Vergangenheit liess zusätzlich Erinnerungen an die Vorgeschichte des Museums und die letzten 20 Jahre seit der Eröffnung aufleben.

«Nocturne» - unter diesem Motto stand das Museum in dieser Nacht offen. Zahllose Kerzen als einzige Beleuchtung verdichteten die ohnehin zauberhafte Stimmung, welche sonst schon im Museum herrscht. Vorsichtshalber hatten die Organisatoren jeweils nur kleine Gruppen ins Museum gelassen. Man musste tatsächlich aufpassen, wie und wo man sich in der Dunkelheit bewegte. Die Museumsführer - allen voran Paul Gugelmann selber - waren «stilecht» mit Nachtgewand samt Haube oder Zipfelmütze bekleidet. Engagiert bedienten und erläuterten sie die Kunstwerke. Warmes Kerzenlicht, die Geräusche der poetischen Maschinen, eine Flötenspielerin in der zweiten Etage, hie und da ein gedämpftes Lachen oder ein bewundernder Ausruf - die Stimmung war einmalig.

Die Besucherinnen und Besucher zeigten sich denn auch fasziniert. «Ich war schon mehrmals im Paul Gugelmann-Museum und immer beeindruckt. Aber die heutige Nacht ist das schönste Erlebnis und wohl nicht mehr zu steigern», meinte eine Besucherin. Ein Mann einer anderen Gruppe war am heutigen Jubiläum das erste Mal im Museum. Auch er zeigte sich begeistert: «Wenn es dieses Museum nicht schon gäbe, müsste man es sofort erfinden. Ich werde jedenfalls tagsüber wieder kommen, um noch die vielen Details zu studieren.» Und Paul Gugelmann selber? Er schien glücklich zu sein, lächelte verschmitzt unter seiner Zipfelmütze hervor und meinte: «Es ist herrlich, seit 20 Jahren so viele Leute im Museum zu haben und ihre strahlenden Gesichter zu sehen.»

BE

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