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Rom war für uns eine ganz besondere Reise

Walter Keller
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Die Vereidigung der Garde am 6. Mai 2013 Der Kommandant der Schweizer Garde überprüft die Hellebardiere kurz vor der Vereidigung.
Rene Ochsenbein Gardist in Rom Er hat sich für 25 Monate verpflichtet dem Papst in Rom zu dienen und viel zu lernen.

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Foto: Mario Silveiro

Wir durften mit der Familie Ochsenbei-Ducret von Wohlenschwil-Büblikon im geräumigen Twerenbold – Königsklassebus vom 3. – 8. Mai 2015 via Toscana in die ewige Stadt reisen. Für uns 29 Pilger (Familienangehörige und Freunde) bot sich die einmalige Gelegenheit ganz besondere Einblicke in das Leben von „Vatican City“ zu bekommen. Rene Ochsenbein hat dies möglich gemacht. Er hat vor einigen Monaten den Dienst bei der Schweizergarde begonnen und wurde am 6. Mai 2015 zusammen mit 31 neuen Gardisten im Damasushof des Päpstlichen Palastes vereidigt und leistet nun dort während mindestens 2 Jahre den Dienst als Hellebardier.

Beim Kommandanten der Päpstlichen Schweizergarde Christoph Graf mussten die Rekruten vor den Augen der zahlreich anwesenden Gästen, Familien der Gardisten, die Nummer zwei des Vatikans, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, Bischöfe, Priester, das diplomatische Korps, ungarische Husaren, amerikanische Marines, Bundesrat Alain Berset, alt Bundesrat Pascal Couchepin, die Spitzen der Schweizer Armee, und die Walliser Regierung ihren feierlichen Eid schwören.

«treu, redlich und ehrenhaft zu dienen» und notfalls auch das eigene Leben dafür einzusetzen.

Ein einmaliges, tolles und ergreifendes Erlebnis besonders für die Eltern aber auch für uns „Angehörige“ welche mit Sonderausweis der Feier beiwohnen durften. Der in bunten Kleidern, mit Hellebarde, starkem Brustpanzer sowie Helm mit farbigen Federbüschen ausgerüstete stolze Gardist Rene erklärte uns, dass er sich auf diese anspruchsvolle Aufgabe freut und er dem beliebten und freundlichen Papst Franziskus dienen kann. Er wird die Zeit in Rom nutzen um sich weiter zu bilden und die Italienische Sprache zu lernen.

Die Schweizergarde bewacht den Papst und seinen Palast seit 1506. Heute hat die Schutztruppe eine Sollstärke von 110 Mann und ist für den Personenschutz des Papstes sowie für die Kontrolle der Eingänge des Vatikans zuständig. Die Bewachung des vatikanischen Gästehauses Santa Marta, wo Franziskus residiert, teilt sich die Schweizergarde mit der vatikanischen Gendarmerie.

Die Vereidigung war ein wichtiger aber nur ein Teil der Pilgerreise. Mit unseren Eintrittskarten konnten wir an der wöchentlichen Generalaudienz des Papstes speziell reservierte Sitzplätze einnehmen und sahen wie unser weiss gekleidete „Franziskus“ wie ein Star mit seinem Papa mobil unter tosendem Applaus von der riesigen Menschenmenge gefeiert wurde. Die Begrüssung der Teilnehmer aus vielen Ländern erfolgte in verschiedenen Sprachen. In seiner Predigt sprach er über den Wert der Ehe und ermahnte die Männer nett mit ihren Frauen zu sein.

Am Donnerstag war eine Führung im Petersdom angesagt. Neben den diversen Nebenaltären, Säulen, Fresken sowie der Pieta von Michelangelo konnten wir noch die Gruft der ehemaligen Päpste besichtigen. Am Nachmittag durfte eine kleine Schar unserer Gruppe die Unterkunft der Schweizer Gardisten besichtigen. Im Innenhof übten Gardisten und spielten Kinder miteinander. Neben den diversen Audienzräumen konnten wir noch das Konklave besichtigen, der spezielle Raum, wo jeweils der neue Papst von den Kardinälen gewählt wird.

Unter kundiger Stadtführung konnten wir die Sehenswürdigkeiten der Stadt näher kennenlernen. Nebst dem tollen Wetter, den vielen Leuten, den verstopften Strassen und der grossen Hitze ist uns viel in Erinnerung geblieben. Dabei konnten wir uns an den Gedanken gewöhnen, dass es Daheim auch schön sein kann. Zu bewältigen war auch die Führung und Besichtigung des geschichtsträchtigen Vatikans und den Petersdom.

Und nun noch einige Worte zur Reise selbst. 850 Km hin und zurück mussten bewältigt werden. Unser stolzer Fahrer Josef Oberholzer führte uns mit seinem Twerenboldcar gekonnt von Büblikon via Mailand nach Perugia und zeigte uns am 2. Reisetag die Etruskerstadt Orvieto welche auf einem Tuffsteinhügel gebaut ist. Er kennt diese Gegend sehr gut weil er gerne dorthin ausgewandert wäre. Aber eine unvorher gesehene Liebe hat ihm dies unmöglich gemacht. Als Fahrer und Reiseleiter ist er sehr empfehlenswert. Es war für ihn nicht einfach mit uns und diesem grossen Gefährt durch die Abruzzen und vor allem durch Rom zu pilotieren und zwar ohne beulen und mit ganzen Aussenspiegel in Büblikon anzukommen.

Daniel Rickli und Walter Keller

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