Leserbeitrag
Pilgerfahrt nach dem Stift Beromünster

Ernst Hagmann
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Alle zwei Jahre unternimmt die Männerkongregation Mariä Himmelfahrt Solothurn zusammen mit der Franziskanischen Gemeinschaft eine Nachmittagswallfahrt zu einem in der Nähe gelegenen Heiligtum.

Dieses Jahr besuchten wir das Chorherrenstift Beromünster. Kurz nach Mittag verliess der Car Solothurn Richtung Luzern, bei angenehmen Spätsommertemperaturen, mit 30 Personen an Bord.

Der Präfekt, Heinz Rüfenacht, begrüsste die Mitreisenden. Dann stimmte der geistliche Begleiter, Weihbischof em. Martin Gächter, den Rosenkranz an und die Mitreisenden schlossen sich dem Gebet an.

Beromünster liegt eingebettet in einer sanften Talsenke, ein Landstädtchen, das um das Stift herum entstanden ist. Die barocke Stiftskirche ist ringförmig umgeben von den herrschaftlichen Chorhöfen, den Residenzen der Chorherren. Heute residieren noch sieben Chorherren in Stift. Die übrigen Chorhöfe sind vermietet.

Die Geschichte von Beromünster begann um das Jahr 1000 mit einem Jagdunfall. Der Sohn des Grafen Bero geriet in einen Zweikampf mit einem Bären. Am Ende war der Bär tot, aber auch der junge Graf überlebte den Kampf nicht. Der Vater liess in der Wildnis eine Kapelle errichten und Zellen für Mönche, die für das Seelenheil des Sohnes beteten.

Die Anlage ging dann durch die Hände von verschiedenen lokalen Grafengeschlechtern und gelangte schliesslich im 15. Jahrhundert an die Stadt Luzern, die hier ihren adeligen männlichen Nachwuchs standesgemäss unterbringen konnte. Dazu wurde die Anlage im 17. und 18. Jahrhundert entsprechend umgebaut und ist heute eine der prächtigsten Barockanlagen in der Schweiz.

Um 14.00 Uhr zelebrierte Weihbischof em. Martin Gächter in der Stiftskirche eine hl. Messe. Er widmete den Gottesdienst und die Predigt dem Bruder Klaus, dessen Patrozinium am Tag danach gefeiert wurde. Im Anschluss daran führte Stiftsprobst Josef Wolf die Gruppe durch die üppig ausgestaltete Stiftskirche, die Krypta, durch das aufwendig geschnitzte Chorgestühl und die Schatzkammern mit der beeindruckenden Sammlung von liturgischem Gerät und von bis zu 1000jährigen liturgischen Textilien. Die Besucher waren wie benommen von den Formen und Farben der kunstvollen sakralen Objekte und den kostbaren Materialien.

Die SBB Eisenbahnlinie Beinwil - Beromünster wurde schon vor langer Zeit eingestellt. An die Bahnstecke erinnert aber immer noch das Restaurant Bahnhof in Beromünster. Dort verpflegten sich die Pilger mit einer üppigen Vespermahlzeit. Es standen drei Menüs zur Auswahl, unter anderem auch die leckeren Luzerner Kügeli-Pastetli.

Gegen 18.00 Uhr bestiegen die Wallfahrer wieder den Car und machten sich auf die Heimreise, voll von den Eindrücken der beeindruckenden Barockanlage, dem Gottesdienst und nicht zuletzt dem guten Essen im Restaurant Bahnhof in Beromünster.