natur- und Vogelschutzverein Buchs -Werdenberg
Es gibt sie noch, «die Vögel bei uns im Rheintal» – «Vögel und wo sie zu finden sind» ein Vortrag vom Natur und Vogelschutzverein Buchs

Elena Weiler
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Bild: Elena Weiler

Bild: Elena Weiler

(chm)

Es gibt sie noch «die Vögel bei uns im Rheintal». Davon konnte man sich am Mittwochabend, 9.2.22, im Buchserhof beim Vortrag vom Natur- und Vogelschutzverein Buchs zum Thema «Vögel und wo sie zu finden sind» überzeugen.

Markus Weber, Vereinsmitglied und zertifizierter Feldornithologe, zeigte in über hundert selbst geschossenen Fotos, welche Vielfalt an Vögeln im Rheintal im Winterhalbjahr zu finden sind, wenn man nur richtig hinschaut.

Er machte eindrücklich klar, welch wichtige Rolle die Schweiz für die Vogelwelt spielt, insbesondere für die Bergvögel, die seit den 1980er-Jahren in Europa deutliche Arealverluste erlitten haben. Insgesamt sind es knapp 40 Arten, bei denen die Schweiz einen besonders hohen Anteil am europäischen Bestand beherbergt (BirdLife Schweiz).

Gezeigt wurden eindrückliche Bilder vom Schneehühnern, die kaum vom Schnee am Sevelerberg zu unterscheiden waren und sich im Winter von nichts weiter ernähren als von spärlichen Pflanzenresten wie Blättern, Knospen und Trieben.

Die Birkhühner beeindruckten durch ihre unerschrockene Art, auch bei «wüstem Wetter» unterwegs zu sein, ihr einmaliges «Schaulaufen» bei der Balz und ihre Anpassung an die Freizeitsportler, die schon mal ihre Skispuren durch ihr Revier legen.

Am Chäserugg gab es Beobachtungen zu sehen vom Steinadler, dem König der Lüfte, der meist von der Luft aus jagt, bei dem Männchen und Weibchen ein Leben lang zusammenbleiben und der das ganze Jahr bei uns anzutreffen ist. Sogar ein Bartgeier kam Markus Weber unter die Linse, von denen es nur noch 220 Stück in den Alpen gibt und der sich fast ausschliesslich von Knochen ernährt.

Neben dem Gebirge zeigte Markus Weber auf, dass es bei uns noch viele weitere Beobachtungsplätze für Vögel (und Tiere) gibt, die gar nicht so weit vom Buchser Zentrum entfernt sind.

So konnte er am Afrika Seeli (Naturschutzgebiet) einen Graureiher bei seiner Fischmahlzeit fotografieren, einen Kormoran bei der Morgendusche beobachten, den wunderbar glitzernden Eisvogel bewundern, sowie einen Biber live beim Schwimmen erleben und einen hungrigen Fuchs bei der Nahrungssuche verfolgen.

Auch der renaturierte Werdenberger Binnenkanal bietet neu als kleines Fliessgewässer seltenen Vögeln einen Lebensraum. So fand Markus dort die Wasseramsel, die aufgrund ihres schweren Knochenskeletts in der Lage ist, ihre Beute tauchend zu fangen.

Vom Werdenberger See gab es Fotos von Enten, Blesshühnern, Teichhühnern und eleganten Schwänen.

Auch das altehrwürdige Schloss Werdenberg ist sich nicht zu schade «die Vögel hereinzulassen» und bietet mit seinen Mauernischen Rabenvögeln wie Dohlen und Krähen ein mittelalterliches Haus, wie Markus mit seinen Fotos bewies. Und sogar am Bahnhof Buchs gibt es zwei Schlafbäume für Dohlen und Krähen. Markus bemerkte am Ende, dass es sich in Buchs lohne fünf Minuten früher auf den Zug zu gehen, um sich am Bahnhof umzuschauen, denn Buchs bietet einiges an Vögeln. Wenn man will und ein wenig Geduld hat, dann findet sie jeder.

Elena Weiler vom Vorstand des Natur- und Vogelschutzvereins dankte Markus Weber zum Schluss für seinen beeindruckenden und informativen Vortrag und wies darauf hin, dass der Natur- und Vogelschutzverein neu ein Jugendprogramm anbietet, dass ab März startet und die Gelegenheit bietet sich aktiv sich am Umweltschutz zu beteiligen. Unter anderem wird eine Vogelexkursion angeboten mit Nistkastenreinigung, sodass sich hoffentlich auch zukünftig viele Vögel im Rheintal heimisch fühlen.