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Von Eisvögeln, Nachtigallen und Goldammern

Beat Wyttenbach
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Bild: Beat Wyttenbach
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(chm)

Boningen Die Kulturgruppe lud zur gut besuchten Vogelexkursion ein

«Maximal 20 Teilnehmende» stand auf dem Anmeldetalon für die Vogelexkursion, zu der die Kulturgruppe am letzten Maisamstag eingeladen hatte. Und: Der Kurs war komplett ausgebucht. Junge und junggebliebene Vogelfreunde trafen sich bereits morgens um 7 Uhr beim Rastplatz Eichlibann. Nach einer kurzen Begrüssung durch Elsbeth Jäggi, Präsidentin von Kultur Boningen, schwärmten zwei Gruppen aus und begaben sich via Eichlibann in das weitläufige Gelände der Boninger und Gunzger Kiesabbaugebiete – mit der Erlaubnis von BOZ-Geschäftsführer Jürg Wyss natürlich.

Es war eine rund dreistündige Exkursion durch ein Gebiet, welches einem steten Wandel unterzogen ist: Kiesabbauflächen wechseln sich ab mit Wiederaufforstungen, Primärvegetation mit typischen Waldpflanzen. Ähnlich vielfältig präsentierte sich die einheimische Vogelwelt, wie Präsident Urs Elsenberger und Mitglied Urs Esslinger vom Ornithologischen Verein Olten (www.ovolten.ch) den 21 Teilnehmenden erklären durften. Und bald wurde klar, dass die Hobby-Ornithologen nicht nur auf Elstern, Krähen, Buchfinken oder Kohlmeisen stiessen, sondern dass auch seltene Exemplare der gefiederten Freunde unsere Wälder bevölkern, was auch durch die ausgerichteten Fernrohre plastisch vor Augen geführt wurde: Neuntöter, Nachtigall, Mönchsgrasmücke, Goldammer, Flussregenpfeifer, Heckenbraunelle oder Wespenbussard konnten auf diese Weise beobachtet werden.

Höhepunkt war natürlich die Besichtigung des Eisvogelnachwuchses von der Beobachtungsplattform am Weiher südlich der Gunzger Allmend aus, einem der knapp 90 kantonalen Naturschutzreservate. Es war ein Anlass, der einen staunen liess ob der Vielfalt, die unsere Vogelwelt immer noch bietet – trotz Klimawandel und stetiger Überbauung. Es wurde auch ersichtlich, dass die heimische Vogelwelt anpassungsfähiger ist, als man dies gemeinhin vermuten könnte. – Den Abschluss eines erlebnisreichen Morgens bildeten Kaffee und Gipfeli, offeriert von der Kulturgruppe mit der Gelegenheit zum gemütlichen Plausch und dem Austausch der gemachten Beobachtungen.

Beat Wyttenbach (Text und Fotos)

Legenden: 4921: Abmarschbereit: Die Kursteilnehmenden sind gespannt, was die einheimische Vogelwelt zu bieten hat.

4922: Beim Boninger Kieswerk: Urs Elsenberger bringt das Fernrohr in Position.