leserbeitrag
Schwaderloch gewinnt erneut am Eidgenössischen

Alex Frei
Drucken
Bild: Alex Frei
2 Bilder
Bild: Alex Frei

Bild: Alex Frei

(chm)

(yb) Die Pontoniere Schwaderloch gewinnen zum dritten Mal in Folge das Eidgenössische Pontonier-Wettfahren und schaffen somit einen historischen Hattrick. Nico Häusler und Stefan Knecht absolvierten die perfekte Fahrt und gewinnen den Königstitel.

Rund 900 Wettkämpfer aus der ganzen Schweiz nahmen am vergangenen Wochenende am alle drei Jahre stattfindenden Eidgenössischen Pontonier-Wettfahren teil. Nach dem Sieg des Sektionswettfahrens 2015 in Mumpf und 2018 in Bremgarten gewinnen die Schwaderlocher den wichtigsten Vereinstitel im Pontoniersport zum dritten Mal in der 120-jährigen Vereinsgeschichte.

Eine solche Siegesserie gelang zuvor nur der Sektion Schmerikon, welche diesen Titel ab dem Jahr 1982 sogar viermal in Folge gewinnen konnte. Zudem krönen Nico Häusler und Stefan Knecht ihre Karriere mit dem Sieg in der als Königsklasse bezeichneten Kategorie C (Alter 20 bis 42 Jahre).

Im Sektionswettfahren starten je nach Vereinsgrösse drei bis fünf Schiffe mit jeweils vier Wettkämpfern pro Schiff. Die Schiffe müssen dabei einen gemeinsamen Teil möglichst synchron und den separaten Teil wie beim gewöhnlichen Einzelfahren mit viel gesammelten Punkten und schnellen Zeiten absolvieren, wobei sich die zwei Fahrerpaare im Schiff abwechseln. Der Verein ist vor allem in der Breite mit vielen guten Fahrerpaaren ausgestattet, weshalb auch in diesem Jahr einer der vorderen Plätze angestrebt wurde. Die Schwaderlocher starteten am Freitagmorgen mit zwei Gruppen und jeweils drei Schiffen zur Mission Titelverteidigung. Die intensiven Trainingseinheiten unter der Leitung von Fahrchef Fabian Frei sollten sich auszahlen. Die Schwaderlocher gewinnen vor Wallbach und Schmerikon und dürfen sich für die nächsten drei Jahre als Eidgenössiche Schweizer Meister betiteln.

Fahrchef Fabian Frei gewinnt den General Guisan-Preis

Dank den stets motivierenden Ansprachen und der akribischen Vorbereitung von Fahrchef Frei auf diesen einen Wettkampf waren diese Bestleistungen möglich. Ein Höhepunkt in der Karriere von Frei ist zudem, dass er am Rangverlesen den General Guisan-Preis als Fahrchef für die besten Sektionsleistungen an diesem sowie am letzten Eidgenössischen erhielt. Dieser Preis wurde vom Schweizer General des 1. Weltkriegs gestiftet und trägt daher auch seinen Namen. Frei ist in seiner Vorstandsfunktion als Fahrchef der sportliche Leiter des Vereins. Er organisiert und leitet die Trainings auf dem eigenen Vereinsgelände wie auch Auswärtstrainings bei anderen Vereinen. Er organisiert die Vorbereitungen für die Wettkämpfe und betreibt einen zeitintensiven Aufwand im Dienste des Vereins. Mit dem Gewinn dieses Preises wird Frei für die letzten sechs Jahre in dieser Funktion sicherlich ein wenig gewürdigt. Von Schwaderloch erhielten zuvor zwei weitere Fahrchefs diesen Preis.

Auch der Königstitel geht nach Schwaderloch

Am Samstagnachmittag traten die Pontoniere Schwaderloch als zweitletzte Sektion mit 15 Fahrerpaaren zum Einzelwettfahren an. Aufgrund der starken Gewitter der letzten Tage und dem gestiegenen Wasserpegel war dieser Wettkampf eine Herausforderung für jeden Pontonier. Der ausgelegte Parcours forderte jedem Wettkämpfer alles ab. Nico Häusler und Stefan Knecht wussten mit den Verhältnissen am besten umzugehen und siegten überlegen in ihrer Kategorie. Nach dem dritten Platz am Eidgenössischen 2009, dem Heimsieg 2010 und dem Vize-Schweizer-Meister-Titel 2014 ist dies der Höhepunkt dieses Top-Fahrerpaars. Nach 2000 und 2012 sind sie die dritten Eidg. Schweizer Meister aus Schwaderloch. Eine Top-Leistung zeigten auch Nils Kramer und Martin Peterhans, welche in derselben Kategorie auf den vierten Platz fuhren. Weitere vier Boote und zwei Weidlinge (Junioren) erreichten die angestrebten Kranzauszeichnungen.

Spezialwettkämpfe

Etwas spezielles am Eidgenössischen ist, dass sich die Pontoniere auch in anderen Disziplinen wie Schwimmen, Schnüren und im Bootsfährenbau messen können. Zwei Pontoniere aus Schwaderloch nahmen erfolgreich am Schwimmwettbewerb teil und erreichten einen Kranz. Erst zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte nahm eine Gruppe von neun Schwaderlocher am Bootsfährenbauwettkampf teil. Ziel des Wettbewerbs ist es, möglichst schnell und ohne Regelverstösse ein Drahtseil über den Fluss zu spannen und einen Fährenbetrieb zu gewährleisten. Nach einer Probefahrt und der Kontrolle der Kampfrichter erfolgt der Rückbau der Konstruktion wieder auf Zeit. Aufgrund der Breite des Rheins in Schwaderloch kann dies nicht auf dem Vereinsgelände trainiert werden. Glücklicherweise erhielten die Schwaderlocher von den Pontonieren Brugg und Dietikon das Privileg, ein paar Trainings auf ihrem Gelände zu absolvieren. Die gute Leistung wurde mit dem 5. Rang belohnt. Auch hier gebührt der Dank dem Fahrchef Fabian Frei, welcher die Trainings organisierte und die Gruppe auch am Wettkampf leitete. Er war es auch, der die erste Teilnahme vor vier Jahren initiierte.

Preis für die sechs besten Schiffe

Mit dem «Amerikanerbecher» geht ein weiterer ehrenhafter Titel nach Schwaderloch. Dieser wurde im Jahr 1921 von Pontonieren in Amerika gestiftet und geht an den Verein, dessen sechs beste Schiffe im Einzelfahren die höchste Gesamtpunktzahl aller Vereine erreicht. Dies wurde möglich durch die sehr guten Leistungen in der Kategorie C, in welcher sich sechs Schiffe in den ersten 25 Rängen platzierten.

Herzlicher Empfang in Schwaderloch

Nach dem Rangverlesen mit vorangegangenem Fahneneinmarsch aller Vereine am Sonntagnachmittag machten sich die Pontoniere gegen Abend auf den Heimweg. Als erneute Sieger des Sektionsfahrens und mit den beiden Eidgenössischen Schweizermeistern trafen die Pontoniere am Abend in Schwaderloch ein. Empfangen von Vertretern der Dorfvereine, der Gemeinde sowie vielen Einwohnern wurden die Resultate gebührend gefeiert. Die Pontoniere möchten sich an dieser Stelle ganz herzlich für den tollen Empfang bedanken. Die Pontoniere Schwaderloch möchten sich auch bei den Kollegen von Aarburg und den vielen Helferinnen und Helfern im Hintergrund für die Durchführung dieses Grossanlasses bedanken. Zudem dankt der Verein den eigenen Kampfrichtern, welche die Pontoniere in den zahlreichen Trainings bewerten und so auch zu den erfolgreichen Ergebnissen beitragen. In einem Jahr lädt dann der PFV Schwaderloch zur Schweizer Meisterschaft.

Auszug aus den Ranglisten:

Sektionswertung

1. Rang: Schwaderloch (415.366 Punkte)

2. Rang: Wallbach (415.200 Punkte)

3. Rang: Schmerikon (414.267 Punkte)

Total Sektionen am Start: 36

Weidling Kat. I (Alter bis 14 Jahre)

7. Rang: Schwere Ben / Bottlang Tobias 86.7 Punkte*

27. Rang: Steinacher Elias / Vögeli Lara 77.4 Punkte

41. Rang: Vögeli Alessia / Oberbichler Mael 72.9 Punkte

Total Weidlinge am Start: 46

Weidling Kat. II (Alter 15 bis 17 Jahre)

10. Rang: Meyer Jamie / Bühlmann Laurin 200.0 Punkte*

Total Weidlinge am Start: 32

Weidling Kat. III (Alter 18 bis 20 Jahre)

17. Rang: Oberbichler Cyrill / Hauser Janick 195.2 Punkte

Total Weidlinge am Start: 24

Kategorie C Boote (Alter 20 bis 42 Jahre)

1. Rang: Häusler Nico / Knecht Stefan 217.4 Punkte*

4. Rang: Kramer Nils / Peterhans Martin 216.0 Punkte*

11. Rang: Huber Jérôme / Mösli Remo 214.8 Punkte*

21. Rang: Treier Roger / Knecht Pascal 213.9 Punkte*

23. Rang: Hug Rafael / Kohler Lucas 213.6 Punkte*

25. Rang: Frei Fabian / Fritz Martin 213.4 Punkte*

78. Rang: Baumann Manuel / Savary Anthony 209.2 Punkte

82. Rang: Vögeli Hans / Eckert Christ 209.0 Punkte

112. Rang: Frei Alex / Benz Yannic 206.8 Punkte

Doppelstarter: Häusler Nico / Binder Ronnie 211.0 Punkte*

Total Boote am Start: 204

Kategorie D Boote (Alter ab 43 Jahre)

32. Rang: Oberbichler Werner / Vögeli Daniel 208.1 Punkte

49. Rang: Huber Markus / Weiss Felix 205.0 Punkte

50. Rang: Hug Max / Vögeli Anton 204.6 Punkte

Total Boote am Start: 89

Schwimmen Kategorie C (Alter 20 bis 42 Jahre)

9. Rang: Frei Alex 3:06.28*

45. Rang: Frei Fabian 3:54.5*

Total am Start: 167

Bootsfährenbau

5. Rang: Schwaderloch 8:59:00

Total am Start: 18

* = Kranzauszeichnung