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Neustart in Wettingen mit Andrea Bova als Gemeindeammann

Hans Senn
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(chm)

Als Neuzuzüger in Wettingen war ich vor vielen Jahren durch die Gemeinde zu einem guten Fischessen eingeladen. Ein süsses Dessert zum Schluss wurde begleitet mit Reden über Standortvorteile und Leistungen des goldenen Sterns an der Limmat – bei einem Steuerfuss von 87% (2009). Das Erfolgsrezept der damaligen Wettinger Sternköche: «Unter Beibehaltung eines günstigen Steuerfusses soll die Verschuldung klein gehalten werden» (Gemeinde Leitbild, 26.4.2001). Nur so können attraktive Leistungen für alle Generationen und Bedürfnisse nachhaltig (!) gesichert werden.

Seither stellte sich zunehmend ein politischer Schluckauf ein, hauptsächlich verursacht durch happige Steuerfusserhöhung von insgesamt 11%, eingerechnet der 2018 vor dem Stimmvolk gut versteckten kantonalen Lastengutschrift von 3%. Trotzdem klafft zunehmend ein riesiges Schuldenloch in Wettingens Kasse. Was läuft falsch?

Die Ursache kann nur eine über Jahre verfehlte Ausgabenpolitik der Verantwortlichen im Gemeinde- und Einwohnerrat sein. Immer wurde versichert, dass Wettingen noch so teure Projekte ohne Steuererhöhungen verkraften könne. Einige Beispiele: der Erweiterungsbau und Betrieb des Sportzentrums Tägerhard; luxuriöse Bauten wie das Goldene Dach SBB-Bahnhof; Turnhallen, EW-Gebäude; aktuell eine verfehlte Schulraumplanung usw. Alle diese Bedürfnisse wären durch vorausschauendes Handeln und etwas mehr Bescheidenheit gut zu befriedigen gewesen. Auch mit etwas weniger Luxus lässt es sich in Wettingen sehr gut leben!

Andrea Bova hat erkannt, dass eine solche Ausgabenpolitik nicht den realen Verhältnissen angepasst ist, sondern unsoziale Folgen hat. Diese Prestigeprojekte beschneiden die ohnehin knappen Mittel, z.B. für Bildung, Sport, Kultur und Begegnungsorte in unserer Gemeinde.

Es ist das Verdienst von Andrea Bova, die IG-AttraktivesWettingen ins Leben gerufen zu haben. Als deren Präsident hat er in der Gemeindepolitik einen grossen Erfolg erzielt. Durch sein beherztes Eingreifen in die marode Finanzpolitik hat er dem Stimmvolk die verfehlte Ausgabenpolitik aufgezeigt und auf Anhieb 73% der Abstimmenden überzeugt, sich gegen das Budget 2020 mit zusätzlichen 5% Steuererhöhung zu stellen. In der Folge hat die IG unter seiner Führung mit der erfolgreichen Petition «Sparen in Wettingen – auch bei den Löhnen der Exekutive» auf eklatante Missstände hingewiesen und erste, wenn auch nur symbolische Korrekturen bei den heute noch Verantwortlichen erwirkt.

Als politisch unabhängiger Gemeindeammann hat Andrea Bova das Potenzial, die seit Jahren bestehende Block-, Profilierungs- und Interessenpolitik der Parteien im Einwohnerrat zu überwinden. Seine kluge Moderation und transparente Kommunikation wird dort eine offenere Debattenkultur ermöglichen. So wird er dem besseren Argument vermehrt Gehör verschaffen! Wettingens Bevölkerung wäre ihm dazu äusserst dankbar!

Andrea Bova bringt mit seiner Führungskompetenz aus der Privatwirtschaft, gepaart mit seinem Ideenreichtum, seiner Kreativität und grossen Tatkraft, die bestmöglichen Voraussetzungen für das Amt als Gemeindeammann mit. Seine integre und liebenswürdige Persönlichkeit prädestiniert ihn, sich mit Offenheit und Nachdruck für ein Wettingen für alle einzusetzen.

Wir alle haben es am 26. September in der Hand, dass sich in Wettingen Wichtiges richtig bewegt!

Hans Senn, Dr., Wettingen

Forschungsleiter & Mitglied Direktion (pens.), Hoffmann La-Roche AG Basel

Member Inspiration Board, Schweizer Jugend forscht (sjf)

ehem. Stiftungsrat sjf & Schweizerische Studienstiftung

Erwachsenenbildung Kath. Wettingen & Baden

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