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Heckenlandschaften – Lebensraum des Neuntöters

Paul Storchenegger
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Bild: Paul Storchenegger
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(chm)

Wer als Laie diesen Vogel nicht zu kennen glaubt, hat keine Bildungslücke; wer ihn aber kennen lernt, ist begeistert von ihm! Der Neuntöter, auch Rotrückenwürger genannt, war Hauptthema einer Exkursion Ende Juni, organisiert von Pro Natura Solothurn und dem Natur- und Vogelschutzverein Bucheggberg. Leiter Max Jaggi, Umweltfachmann und früher selber im Bucheggberg daheim, bewies mit der interessanten Führung seine Vorliebe für diesen Vogel.

Vor vielen Jahren hat der erwähnte Vogelschutzverein zusammen mit Landwirten aus Bibern, mit bemerkenswerten Aktionen Wildhecken angelegt. Aus der Talmitte heraus sind sie links und rechts auf den Anhöhen gut zu sehen. Inklusive dem revitalisierten Teil des Bibernbachs ergibt das ein schönes Landschaftsbild, ist aber auch Lebensraum für unzählige Tierarten. So auch für den Neuntöter, der den mit Feldstechern und Fernrohren ausgerüsteten Teilnehmern schon nach wenigen Schritten hoch zum nahen Wald erstmals begegnet ist. Auf gute Übersicht bedacht, sitzt er auf einem grossen Asthaufen. In der typischen Pose eines Wartenjägers, fliegt er immer wieder weg, um vor allem im Luftraum nach Insekten zu schnappen. Seinen Namen verdankt er übrigens der Eigenart, Beutetiere an Dornen aufzuspiessen und als Vorrat zu halten. Die Zahl neun gilt aber in diesem Zusammenhang als Legende. Der greifvogelähnliche Schnabel weist auf seine bevorzugte Nahrung hin; Käfer und andere grosse Insekten bis hin zu Mäusen und Reptilien. Die wie eine Banditenmaske aussehende schwarze Augenbinde beim Männchen ist ebenfalls ein typisches Erkennungsmerkmal.

Der Neuntöter gilt bei uns als Charaktervogel einer – wie beschrieben – reich strukturierten Landschaft, mit vielen Busch- und Heckenbeständen in lückigen Weiden und Wiesen. In diesem Lebensraum fühlen sich aber auch noch viele andere Vögel wie Goldammer, Misteldrossel oder Gartengrasmücke wohl. Auch diese wurden von der Gruppe während der Exkursion mit gebührender Aufmerksamkeit bedacht.

Zum Schluss des Anlasses plädierte Leiter Max Jaggi dafür, auch im Hausgarten Hecken anzulegen, oder einfach Wildsträucher zu pflanzen. Die Natur lässt mit vermehrtem Vogelbesuch bestimmt nicht lange auf sich warten!

Paul Storchenegger, Natur- und Vogelschutzverein Bucheggberg

Legende zu Bild: Beobachter mit dem Neutöter vor der Linse?

Legende zu Bild «Neutöter»: Neuntöter (Männchen

((Bitte jeweils ohne Bildautor!))

((Der Beitrag muss nicht unbedingt unter «Meine Gemeinde» publiziert werden))

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