leserbeitrag
Special Clean-up vom 3. Juli 2021: Klimastreik Solothurn meets Trash Hero Solothurn

Nathalie Bur
Drucken
Teilen
Bild: Romina Nobs

Bild: Romina Nobs

(chm)

Warum Zigarettenstummel nicht mit einem Pfand belegen?

Die am Samstagmorgen von Trash Hero Solothurn und für einmal gemeinsam mit dem Klimastreik auf der Strasse rund 2564 eingesammelten Zigarettenstummeln brächten 1282 Franken ein, würden diese mit einem Pfand von 50 Rappen belegt sein. Eine Passantin, die der Putzaktion der beiden Freiwilligenorganisationen Trash Hero und Klimastreik Solothurn zuschaut, bringt ein Pfand ins Spiel, aus dem sich leicht ebendiese Rechnung machen lässt. Stephanie Bühler, die Regionalkoordinatorin von Trash Hero, ergänzt: «Je nach gewählter Statistik verschmutzen 2564 Zigarettenstummel durch Freisetzung ihrer unzähligen Chemikalien rund 153 840 Liter Grundwasser.» Zigarettenstummel sind aber nicht das einzige Übel, es werden auch Plastikflaschen, Verpackungen und – seit der Coronapandemie – auch Masken achtlos weggeworfen.

Ein Passant möchte der Putzequipe ein Trinkgeld geben, worauf die beiden Organisatoren auf ihre Spendenkonten verweisen. Am Schluss der zweistündigen Aktion bereiten die Abfallheldinnen und Abfallhelden den eingesammelten Müll am Westbahnhof aus. Passantinnen bleiben mit verdattertem Gesicht («Unglaublich, was der Mensch alles wegwirft») und mit einem gelegentlichen «Danke, dass Ihr das macht» stehen. Nathalie Bur, welche als Klimastreikerin den Special Clean-up mitorganisiert, fügt hinzu: «Es ist eine bereichernde Erfahrung mit den Trash Heroes Abfall einzusammeln. Es zeigt deutlich, dass die Menschheit ein Problem mit Abfall jeglicher Art hat.» Der Klimastreik fordert einen Ausstieg aus fossilen Rohstoffen wie Erdöl, Kohle oder Erdgas. Und mit diesen Rohstoffen wird unter anderem Kunststoff produziert, der oftmals in unnötigen Produkten auf der Strasse, im Wald oder in Gewässern – ja, sogar, im menschlichen Körper als Mikroplastik – landet. Mitorganisator von Trash Hero, Adrian Funk, hat für dieses Wegwerfverhalten nur eine Erklärung: «Schlichtwegs Ignoranz. Möglichkeiten, Abfall richtig zu entsorgen, gibt es überall auf Seh- und Gehdistanz. Und Abfall vermeiden lässt sich durch den Einkauf auf dem Markt und in Unverpackt-Läden sowie durch die Wahl von Mehrwegprodukten und von 100 Prozent rezyklierbaren Verpackungsmaterialien.»

https://www.instagram.com/klimastreiksolothurn/
http://www.trashhero.org

V.l. Lisa Bay (Junge Grüne Solothurn), Nathalie Bur (Klimastreik Solothurn), Stephanie Bühler (Regionalkoordinatorin Trash Hero), Adrian Funk (Trash Hero)

Aktuelle Nachrichten