bTV Aarau Volleyball
Begeisternde BTV Herren erobern Rang zwei am Final-Four-Turnier

Manuela Schenker
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Bild: Manuela Schenker

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(chm)

von Philipp Ernst

Am Wochenende des 19. und 20. März fand das Final Four Turnier der 1. Liga-Gruppen C und D in Baden statt. Der BTV durfte als Belohnung für eine hervorragende Saison daran teilnehmen. Der Modus war folgender: Es fanden zwei Halbfinals mit Kreuzvergleichen zwischen den Erst- und Zweitklassierten der beiden östlichen Erstligagruppen statt. Die Sieger trafen sich im Finale und die Verlierer im Spiel um den dritten Rang. Der Tagessieger qualifiziert sich für die Aufstiegsspiele, wo sie auf den Sieger aus dem Westen und Fully (NLB) treffen.

Der BTV ging als Zweiklassierter seiner Meisterschaftsgruppe eher als Aussenseiter in die Partie gegen VBC Andwil-Arnegg. Der Formstand stimmte beim BTV, konnte man doch die letzten Meisterschaftsspiele gegen schwierige Gegner allesamt gewinnen. Ebenfalls zuversichtlich konnte die Kadersituation stimmen, waren doch das erste Mal im neuen Jahr, sämtliche Spieler gesund und einsatzbereit.

In den Hallen der Kantonsschule Baden fanden sich ausserordentlich viele Fans ein und sorgten während sämtlicher Spiele für eine hervorragende Atmosphäre. Ein weiterer Fakt, welcher dem BTV in die Karten spielte.

Das Halbfinale startete aus Aarauer Sicht aber sehr schlecht. Andwil-Arnegg überzeugt unter anderem mit hervorragender Defensivarbeit und stellte die BTV Angreifer vor Probleme, welchen sie zum frühen Zeitpunkt noch nicht gewappnet waren. Die Sieger der Gruppe D zogen davon und konnten den ersten Satz mit 25:14 gewinnen. Nach einer überragenden Rückrunde überraschten sich die St. Galler damit aber ganz und gar nicht. Eher überraschend war die Tatsache, dass der BTV auch im zweiten Satz nicht zu ihrem starken Spiel fanden. Obwohl die Ballwechsel ausgeglichener waren, setze sich der Favorit auch im zweiten Durchgang deutlich durch.

Der BTV schien erst im dritten Satz angekommen. Bei ausgeglichenem Spielstand fanden zum Teil sehr lange Ballwechsel statt. Konnten diese in den ersten Sätzen noch von Andwil-Arnegg gewonnen werden, so behielt plötzlich der BTV dabei die Oberhand. Das Spiel stand auf Messers Schneide, als der BTV das erste Mal in Führung ging. Doch Andwil-Arnegg konnte kontern und bekam beim Stande von 24:22 zwei Matchbälle. Den ersten wehrten die Eagles durch solides Side-out ab. Danach musste man selbst servieren. Zum ersten Mal an diesem Tag durften die Zuschauer auf Seiten der Favoriten Unsicherheit feststellen. Andwil-Arnegg schien die Erfahrung verloren zu haben, wie man trotz massiver Gegenwehr zu eigenen Punkten kommt. So verloren sie nicht nur den zweiten Matchball, sondern daraufhin auch den dritten Satz. Das Momentum hatte definitiv gekehrt.

Satz vier war der deutlichste zu Gunsten der Eagles. Giger, Zoller und Leffler über die Flügel waren ein ums andere Mal erfolgreich und auch der Zweierblock mit den Mittespielern Murri und Schmid schlug mehrmals zu. Damit konnte das Satzverhältnis ausgeglichen werden und ein Tie-Break musste die Entscheidung bringen. Andwil-Arnegg konnte sich für dieses noch einmal aufbäumen. Beim Seitenwechsel führten sie sogar mit 8:7 und hielten den Vorsprung auch bis zum 11:10. Die Zuschauer waren mittlerweile euphorisiert und unterstützten ihre Mannschaften lauthals. Der BTV liess sich davon das entscheidende Stück mehr antreiben und gewann den letzten Satz in einem absoluten Krimi mit 19:17. Nach dieser kämpferisch unglaublich tollen Leistung hatte man sich den Finaleinzug redlich verdient.

Einige Stunden später ging auch das zweite Duell zwischen den Gruppen C und D an die erstgenannten. Sursee folgte dem BTV Aarau ins Endspiel mit einem 3:1 Sieg gegen die Gastgeber Kanti Baden.

Tags darauf um 17:30 war also alles angerichtet für das ultimative Finale zwischen den beiden besten 1. Liga Teams in der östlichen Hälfte der Schweiz. Sursee und Aarau teilten sich die Punkte in der Meisterschaft in zwei extrem knappen Spielen, welche jeweils 3:2 für die Gäste endeten.

Aarau startete mit der erfolgreichen Aufstellung vom Vortag mit Zuspieler Künzel, den Mitteangreifern Murri und Schmid, Diagonalsprungfeder Leffler und den erfahrenen Zoller und Giger als Aussenangreifer, sowie Hächler als Libero.

Die ersten drei Punkte gewannen die Eagles und konnten schon eine erste Duftmarke hinterlassen. Sursee vermochte daraufhin bis zum 8:8 auszugleichen und ging später sogar mit 22:19 in Führung. Doch wie schon am Vortag zeigten sich die Aarauer kampfstark und brillierten in den entscheidenden Momenten. Der erste Satz dauerte über eine halbe Stunde und endete mit 28:26 für den BTV.

Sursee war nun gefordert. Und die jungen, grossgewachsenen Innerschweizer konnten liefern. Immer wieder wurden tolle Rückraumangriffe verwertet und Zuspieler Widmer übertölpelte die Aarauer mit cleveren zweiten Bällen. Aarau hingegen beklagte zwei Blessuren, welche jeweils in den Time-outs behandelt werden mussten und mochte nicht mehr zu überzeugen. Sursee gewann den zweiten Satz verdient und deutlich mit 25:16 und konnte das Spiel ausgleichen.

Die Meisterschaftsersten zeigten nun ihr volles Können. Aus einer äusserst stabilen Annahme liessen sie kaum ein Side-out ungenutzt und übten mächtig Druck auf ihre Gegner aus. Aarau wiederum konnte nicht auf dem höchsten Niveau agieren, scheiterte teilweise am sehr stabilen Block der Gegner, an unnötigen Eigenfehlern im Angriff oder an ärgerlichen Verständigungsproblemen. So wurde das Spiel gedreht und Sursee ging mit 2:1 nach Sätzen in Führung.

Wenn die Zuschauer an diesem Wochenende eines gelernt haben, dann, dass man die Herren vom BTV Aarau nie abschreiben darf. Sie konnten das Spiel wieder ausgeglichener gestalten und führten bei Satzmitte mit 16:14. Doch auch Sursee vermochte zu kämpfen und liess nicht mehr zu, dass der Ball auf ihrer Seite an den Boden fiel. So durften sie bald darauf beim Stand von 24:20 zum Matchgewinn aufschlagen. Die Zuschauer erhoben sich von ihren Sitzen, nur um dann aber die Lukaszcyk-Show bestaunen zu können. Der eingewechselte Mittespieler des BTV kam bei 24:21 an den Service und zeigte unglaubliche Nervenstärke. Schon die erste Abnahme von Sursee war nicht wunschgemäss und Aarau machte den Punkt. Danach folgte ein Service Winner und kurz darauf noch ein schwer zu kontrollierende Spieleröffnung. Zwei weitere Bälle fanden den Weg in die Aarauer Hälfte zurück nicht genug kräftig und plötzlich wurde aus dem Aarauer Rückstand ein Vorsprung. Erst bei 25:24 für die Aargauer fand Sursee eine Antwort und konnte das Spiel wieder ausgleichen. Die beiden Teams hielten nun jeweils ihre Side-outs, wobei die Eagles vier Satzbälle vergaben. Der letzte und entscheidende Vorstoss in diesem Schlagabtausch kam von Sursee. Sie gewannen die letzten drei Punkte allesamt für sich und gewannen den Satz mit 30:28 und das Finale mit 3:1.

Somit war der Aarauer Traum ausgeträumt und derjenige von Sursee geht weiter. Sie werden sich mit Volero Aarburg und Fully messen, um einen Platz in der NLB zu ergattern. Und so wie sie an diesem Final Four Turnier aufgetreten sind, fällt es schwer, etwas anderes als den Aufstieg vorherzusagen.

Für den BTV endet die Saison nun doch früher als man sich erhofft hatte. Allerdings dürfen die insgesamt fünf abgewehrten Matchbälle, die unglaublich tollen Ballwechsel, der geniale Teamgeist und die sensationelle Leistung mit Stolz in Erinnerung bleiben. Es gilt ein grosses Dankeschön an die zahlreichen Zuschauer auszudrücken, welche die Mannschaft vorwärtsgetragen haben. So beginnt nun nach der Sommerpause eine neue 1. Liga-Saison in Aarau und die Eagles werden bestimmt nicht schwächer oder weniger gierig sein.

Halbfinale: VBC Andwil-Arnegg – BTV Aarau 2:3 (25:14 25:17 24:26 20:25 17:19)

Finale: BTV Aarau – VBC Sursee 1:3 (28:26 16:25 21:25 28:30)