Leserbeitrag
Musikgesellschaft Meisterschwanden reiste ins Berner Oberland

Die Musikanten besuchten unter anderem die Kraftwerke Oberhasli AG.

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Wenn die Musikanten verreisen, dann sind auch stets die Instrumente dabei. Die alte Reisepost - ein nostalgisches Postauto mit Jahrgang 1974 - hatte zwar keinen Platz für Gepäck und Instrumente, diese wurden in einem speziellen Anhänger mitgeführt. Es sind nicht immer die grossen Töne, die eine Musikreise ausmachen, meistens bietet sich auch Gelegenheit für interessante Besichtigungen. Ein Besuch bei den Kraftwerken Oberhasli AG mit ihren Technologien zur Stromproduktion war gebucht, weshalb der Chauffeur das Haslital direkt über den Brünig ansteuerte. Vorher wurde jedoch der Reisegesellschaft im Landgasthof Tännler oberhalb Innertkirchen ein währschaftes Mittagsmahl aufgetischt, das den nötigen Energieschub für den Kraftwerkrundgang tief im Berginnern lieferte. Die Grimsel mit ihren Stauseen und Stollen ist tatsächlich eine Welt für sich und alle staunten über die gewaltigen Dimensionen und was sich da alles im Berginnern abspielt. Bei der «Gerstenegg», oberhalb der Räterichsboden-Staumauer, rollte der ganze Postbus in den Stollen und man kam sich auf einmal wie verschluckt vor. Drei Kilometer lang war die Fahrt und bei zweihundert Meter unter Tag und vierzig Meter unter dem Grimselsee konnte man sich eines mulmigen Gefühls fast nicht erwehren. An Ort und Stelle gab es faszinierende Kristallfunde zu bestaunen und man erfuhr auf Schritt und Tritt interessante Details über die Gewinnung elektrischer Energie aus Wasserkraft.
Wettermässig hatten die Musikanten nichts verpasst, es herrschte dichter Nebel oben auf der Grimsel. Trotzdem hatten fast alle noch Lust, die Aareschlucht, dieses Engnis zwischen Meiringen und Innertkirchen zu durchwandern. Als die ganze Reisegesellschaft dann gegen Abend beim Waldhotel Unspunnen bei Interlaken zum z'Nacht eintraf, liess sich sogar die Sonne blicken. Ein musikalisches Begrüssungsständchen darf natürlich nie fehlen, worauf der gut gelaunte Wirt allen Besuchern ein Glas Wein spendierte. Traumhaftes Wetter begrüsste die Musikanten am Sonntagmorgen. Die Berner Oberländer Viertausender glänzten am Horizont und in der Kerbe des Lütschinentales präsentierte sich die «Jungfrau» in gleissender Schönheit, beste Voraussetzungen also für den Besuch des Freilichtmuseums Ballenberg. Viel Publikum versammelte sich dort vor dem alten Landgasthof «Bären» beim Ständchen der Musikanten und spornte mit Applaus immer wieder zum Spielen an. Die Heimfahrt wählte man absichtlich durch die hügelige Landschaft des Emmentals, denn ein Meringues-Dessert nach Emmentaler Art wollten sich die Reiseteilnehmer nicht entgehen lassen. (yfi)

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