Olten
Mehr Lohn und mehr Personal für Langzeitpflege, Detailhandel und Logistik

Fabian Muster
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Der Protest fand Corona-konform in einer kleinen Gruppe statt.
Der Protest fand Corona-konform in einer kleinen Gruppe statt.

Vergangenen Samstag, 31. Oktober, fanden in der ganzen Schweiz Unia-Aktionen für bessere Arbeitsbedingungen in essenziellen Berufen statt. Auch in Olten waren Aktivist*innen aus Verkauf, Langzeitpflege und Logistik auf der Strasse. Die Unia fordert endlich eine angemessene Prämie sowie eine Lohnerhöhung; mehr Personal, mehr Zeit sowie allgemeinverbindliche und flächendeckende Gesamtarbeitsverträge (GAV).
Die Schweiz steckt mitten in der zweiten Welle der Corona-Pandemie. Die Angestellten aus Verkauf, Pflege und Logistik haben sich kaum von der anspruchsvollen und erschöpfenden Situation im Frühling erholt. Nun sind sie wieder herausgefordert. Team-Ausfälle aufgrund von Erkrankungen und Quarantäne bedeuten Mehrarbeit für die, welche die Stellung halten. Auch psychisch ist die Situation belastend: Pflegende in Altersheimen haben es mit Bewohner*innen zu tun, die oft nicht mehr besucht werden können; Verkäufer*innen schlagen sich mit schwieriger Kundschaft herum. Viele befürchten, dass sie sich anstecken und das Virus nach Hause bringen.
Die schwierige Situation in diesen Berufen trifft vor allem Frauen. Sie leisten eine eminent wichtige Arbeit für die Grundversorgung der Schweiz. Auch ohne Pandemie haben sie tiefe Löhne und prekäre Arbeitsbedingungen. Dazu kommt die skandalöse Lohndiskriminierung.
Im Frühling applaudierten viele für die Angestellten, die unter erschwerten Bedingungen arbeiten und unter Personalmangel, Stress und gesundheitlicher Gefährdung leiden. Von Applaus kann aber niemand leben. Mehr denn je ist es nun an der Zeit, zu handeln. Die zweite Welle bricht mit voller Wucht über die Schweiz ein. Wieder sind es Verkäufer*innen, Pflegende und Logistiker*innen, die die Grundversorgung sicherstellen – sie spielen dabei die Hauptrolle.
Neben einer Prämie für den Einsatz während der letzten Monate fordert die Unia:
▪ Endlich eine Lohnerhöhung – keine Löhne unter 4000 Franken (x13, bei einer 40Stunden-Woche).
▪ Deregulierungen und prekäre Arbeitsverhältnisse stoppen: mehr Personal, mehr Zeit.
▪ Mehr Schutz dank allgemeinverbindlichen und flächendeckenden GAV.

Text und Bilder: Unia

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