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Langenbergs wundersame «Akteure» im Paul Gugelmann-Museum

Fabienne Schmid
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PGM 02 Ausstellung Presse.jpg Blick in den Ausstellungsraum.
PGM 03 Der Pessimist Presse.jpg «Der Pessimist» - Beispiel eines Langenberg-Werkes.
PGM 04 Betrachter Presse.jpg Faszinierte Besucherinnen beim «Narrenschiff».

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Am Freitag fand die Vernissage in der Shedhalle an der Schulstrasse statt.

Im Rahmen der alljährlichen Sonderausstellung sind im Paul Gugelmann-Museum Schönenwerd Plastiken des deutschen Künstlers Erdmuth Albrecht Langenberg zu sehen. Mit einer gediegenen Vernissage wurde die Ausstellung eröffnet.

Begrüssung und musikalische Umrahmung

Toni Zaugg als Präsident des Fördervereins Paul Gugelmann-Museum freute sich über die zahlreichen Besucher. Er begrüsste vor allem den ausstellenden Künstler Erdmuth Albrecht Langenberg mit seiner Frau, welche zur Vernissage aus Deutschland angereist waren. Gruss und Dank des Präsidenten galten auch den Gästen, Mitwirkenden sowie den zahlreichen Helfern des Museums und der Ausstellung.

Vier Damen der Panflötenschule Dajoeri Olten umrahmten und bereicherten die Vernissage. Ihr einfühlsames Spiel bildete eigenständige Höhepunkte und wurde vom Publikum mit entsprechendem Applaus honoriert.

Laudatio zum imaginären Theater

Madeleine Schüpfer, Kulturjournalistin aus Olten, erzählte zu Beginn ihrer Vernissagerede von ihrer ersten zufälligen Begegnung mit den Werken von Erdmuth Albrecht Langenberg in einer Galerie. Die wundersamen Figuren, Tiere und Menschen in einem eigenwilligen Zusammenhang liessen sie nicht mehr los und machten sie neugierig auf den Künstler. Diese Neugierde konnte nun durch die Sonderausstellung im Gugelmann-Museum gestillt werden.

E. A. Langenberg als international bekannter Künstler wurde in Bremen geboren und lebt heute als freischaffender Bildhauer in Windeck, Deutschland. Er arbeitet nach einer höchst persönlichen und originellen Methode. Ein Bild an der Wand der Ausstellung zeigt unzählige kleine Skizzen, Zeichnungen von eigenwilligen Fabelwesen, von Tieren und Menschen, von Begegnungen und Bewegungen in unwahrscheinlicher Dichte. So beginnt der Arbeitsprozess dieses einmalig begabten Künstlers. Skizzen werden umgesetzt, wieder verändert, ergänzt. Eine drahtige Fixierung sorgt für eine gewisse Statik. Kupfer und Blech kommen zur Wirkung und schaffen eine Hülle, die den Figuren, den Tieren und Dingen Form und Farbe geben. Dann werden in einem spannenden Bronze-Überschmelzverfahren diese Objekte im Feuer geformt und geprägt. Unterschiedliche Oberflächenstrukturen entstehen und eigenwillige Verfärbungen.

Der Künstler nimmt an diesem Prozess teil, spielt mit wie ein Regisseur auf einer Theaterbühne, gibt den Ton an und behält die Kleinplastiken aufmerksam im Griff und im Auge. Was daraus entsteht, ist von unglaublicher Faszination. Kleine bis mittlere höchst filigrane Figuren, immer verknüpft mit einem erzählerischen Zusammenhang kommen zum Tragen. Figuren und Tiere werden stark verfremdet, erhalten Symbolcharakter mit hintergründigen Zusammenhängen. Man bestaunt die Oberflächen, die zarten und markanteren Formen, das proportional Verschobene und Schräge, das Komische und Surreale, aber auch die tragischen oder auch provozierenden Hintergründe.

Madeleine Schüpfer bekräftigte ihre Eindrücke mit verschiedenen Beispielen aus der Ausstellung. Sie bezeichnete E. A. Langenberg als Magier, als Meister der Variationen, dessen Fantasie unerschöpflich zu sein scheint. Mit seinen Figuren, Akteuren, wie er sie nennt, zeichnet er unterschiedliche Lebenssituationen auf. Aber er präsentiert auch Konflikte, Situationen, die den Menschen oder das Tier zur Handlung reizen. Am spannendsten wird es, wenn seine Figuren einander gegenüberstehen. Diese wundersamen Objekte bekommen eine tiefschürfende Aussagekraft.

Erfolgreiche Ausstellung

Toni Zaugg lud die Besucher zum Apéro im Vernissagelokal und zum Besuch der Ausstellung im Paul Gugelmann-Museum ein. Dort könnten die Kunstwerke nicht nur bestaunt, sondern natürlich auch gekauft werden.

In der Ausstellung herrschte eine besondere Stimmung. Besucher betrachteten die Werke, diskutierten, widmeten sich einem Objekt ein zweites oder drittes Mal. E. A. Langenberg beantwortete Fragen und diskutierte mit den Besuchern. Wie seine Kunstwerke auf den Betrachter wirken, schilderte Madeleine Schüpfer anschaulich in ihrer Laudatio. Aber man muss sich persönlich von ihnen bezaubern lassen. Einige Namen seien gleichsam als Querschnitt in willkürlicher Auswahl genannt: «Der Pessimist, die kurzsichtige Maus, der Menschflüsterer, Delphindirigent, Fabelfisch und Reiter, das Sonnentor, der Freibeuter, der Hund des Ikarus.».

Die Werke wurden nicht nur bestaunt, sondern auch gekauft. Laut Geschäftsführerin Alice Kling waren bis zum Ende des Vernissageabends bereits 18 von 31 Plastiken verkauft.

Die Sonderausstellung mit Werken von E. A. Langenberg im Paul Gugelmann-Museum Schönenwerd dauert noch bis zum 7. Juli 2013. Öffnungszeiten: Mittwoch, Samstag und Sonntag 14.00 - 17.00 Uhr. Weitere Informationen unter www.gugelmann-museum.ch und www.ea-langenberg.de.

Hans Beer aus Gretzenbach

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