Leserbeitrag
Kantonaler Flüchtlingstag – Fremde willkommen heissen

Marcel Siegrist
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Es war warm, lecker und international, als in Brugg unter dem Motto „Willkommen“ der gut besuchte kantonale Flüchtlingstag stattgefunden hat.

„Wann fühlen Sie sich willkommen?“, lautete die erste Frage, die Tama Vakeesan an regionale Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Kirche in der Interviewreihe auf dem Neumarkt stellte. Tama Vakeesan (auch bekannt als YouTube-Vloggerin Tama Gotcha) weiss aus eigener Erfahrung, was es bedeutet, auf der Flucht zu sein und dann in der Schweiz aufzuwachsen. Entsprechend treffend waren ihre Fragen zur Situation von Flüchtlingen, zu ihren Bedürfnissen und zur Integrationspolitik.

"Ich fühle mich willkommen, wenn sich jemand für mich interessiert. Die Sprache ist wichtig für die Integration - aber nicht alles!" - Laut Regierungsrat Urs Hofmann sei es für Flüchtlinge auch wichtig zu lernen, wie "Schweizerinnen und Schweizer ticken". "Das persönliche Gespräch mit Flüchtlingen war sehr bereichernd und spannend - aber auch herausfordernd, weil ich manchmal nicht wusste, welche Fragen ich stellen darf", gestand Barbara Horlacher, Stadtammann von Brugg.

Wunderbare Stimmung verbreiteten der Nachwuchs der Musikschule Brugg, die Musikgruppe «Claudia Masika und Band» sowie der Chor «Njoy2sing». Viele liessen sich von den afrikanischen Klängen und Rhythmen anlocken. Kulinarisches aus Tibet, Syrien und anderen Ländern wurde mit Genuss verzehrt. Die farbenfrohe eritreische Kaffeezeremonie, Kuchen und Backwaren, ein Stadtrundgang zum Thema Armut, Spiele und Fahrzeugparcours für Kinder - es war für jeden Geschmack etwas dabei. Und es wurde auch gearbeitet: Asylsuchende haben zusammen mit Einheimischen in einer improvisierten Velowerkstatt auf dem Platz vor der Neuen Aargauer Bank im Verlauf des Tages 25 Velos repariert.

„Macht mir Fremdes Angst oder macht es mich neugierig?“: Der Anlass war eine gute Gelegenheit, sich mit der Frage auseinanderzusetzen.

Myroslava Rap

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