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Gränicher im freiwilligen Arbeitseinsatz

Ref. Kirchgemeinde
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IMG_1464.JPG In guter Stimmung arbeiten Jung und Alt eine Woche an den Wanderwegen.

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Nach dem europäischen Jahr der Freiwilligenarbeit zog es wiederum achtzehn Frauen und Männer zwischen 15 und 71 als Freiwillige nach Schattenhalb. Für den Unterhalt und die Pflege der Wanderwege setzten Freiwillige der Ref. Kirchgemeinde Gränichen ihre Zeit ein.

Seit 18 Jahren verbindet die jährliche Arbeitswoche für Freiwillige die Kirchgemeinde Gränichen mit der Gemeinde Schattenhalb, auf deren Gemeindegebiet sich die eindrückliche Aareschlucht und die wildromatische Rosenlauischlucht befinden. Diese langjährige Verbundenheit bot ideale Voraussetzungen für einen gelingenden Arbeitseinsatz in der schönen Bergwelt. Fast alle Teilnehmenden kannten sich von früheren Einsätzen her. Die Zusammenarbeit verlief harmonisch Hand in Hand und die Fähigkeiten und Stärken der Einzelnen waren bereits in früheren Jahren erprobt worden. Mit Spannung wurde der neue Leiter des Werkhofes erwartet, der sein Amt vor ein paar Monaten übernommen hatte und erstmals den Gruppeneinsatz mit den Gränichern leiten sollte.

Leistungsstarke Arbeitsgruppe

Hohes Gras an den Wegrändern oder gar zugewachsene und unbenutzbare gewordene Wegabschnitte beschäftigten die Freiwilligen mehrmals in der Arbeitswoche. Der Einsatz der Motorsense war vor allem bei den Jugendlichen beliebt. Unter ihnen befanden sich zwei angehende Landschaftsgärtner, welche die nötigen Kompetenzen für die Bedienung dieses Gerätes auch mitbrachten. Schliesslich galt hier wie anderswo, die nötigen Vorsichtsmassnahmen zu treffen um Unfälle zu vermeiden. Andere Teilnehmende bevorzugten ruhigere Arbeiten, rechten das Gras zusammen und entfernten es vom Weg. Ausgerüstet mit Pickel liessen einige nicht locker, bis auch grössere Felsbrocken aus dem Wanderweg entfernt waren. Mit Ausdauer schaufelten wieder andere von Geröll verschüttete Wasserrinnen frei. Emsiges, zufriedenes Arbeiten überall und ein erstaunter Einsatzleiter als die vorgesehenen Arbeiten deutlich vor der eingeplanten Zeit fachmännisch erledigt waren.

Erfolgreicher Einsatz beim Drüsigen Springkraut

Standortfremde Pflanzen, in der Fachsprache Neophyten genannt, breiten sich andernorts ebenso aus bei uns. Letztes Jahr reinigten wir verschiedene Standorte in stundenlanger Arbeit vom drüsigen Springkraut. Die krautige bis mannshohe Pflanze galt es vollständig auszureissen bevor sie sich über die reifen Samen weiter vermehrt hatte. Die damaligen Zweifel, ob sich das Kraut mit dieser Vorgehensweise wirklich eliminieren lassen würde belegte das sichtbare Ergebnis diesen Sommer. Das sorgfältige Arbeiten hatte sich gelohnt, konnten doch an zwei der drei bearbeiteten Standorte kaum mehr als eine Handvoll junge Pflänzchen des unerwünschten drüsigen Springkrautes gefunden werden. Dieses Ergebnis spornte die Gränicher an, auch am dritten Standort gründlich zu wirken, denn er war deutlich schwieriger zu bearbeiten. Das Resultat wird die Gruppe nächstes Jahr überprüfen, denn diese beliebte Arbeitswoche steht auch nächstes Jahr wieder im Kalender der Ref. Kirchgemeinde Gränichen.

Verschütteter Weg geräumt

Bevor die wenigen Bewohner des Ortsteiles Falchern mit einer neuen geteerten Strasse ins Tal gelangen konnten, blieb ihnen nur die schmale, ausgesetzte Naturstrasse hinunter nach Meiringen. Heute nutzen Wanderer und Biker diesen Weg. Für diese Naturliebhaber stellten die Gränicher dieses Wegstück wieder instand, das in luftiger Höhe einen freien Blick auf den Brienzersee und die Berge der Umgebung bot, vorausgesetzt man befand sich nicht gerade in einem der kurzen Tunnel. Die Arbeit entlang der senkrecht abfallenden Felswand war ein besonderes Erlebnis und man staunte, wie die einzige schmale Fahrverbindung ins Tal damals gebaut worden war. Heruntergestürztes Geröll machte die Strasse an einer Stelle unpassierbar. Das Tagewerk einer kleinen Gruppe bestand darin, die Steinmasse über die senkrechte Felswand zu entsorgen. Selbstverständlich wurden unter den teilweise überhängenden Felspartien auch gleich die Wasserrinnen gesäubert, Gras gemäht und Gebüsch zurückgeschnitten. Mit sichtbaren Ergebnissen fuhren alle im späteren Nachmittag zufrieden ins Tal hinunter mit der Gewissheit, dass das bewährte Küchenteam die hungrigen Mäuler wieder mit einem feinen Nachtessen verwöhnen wird.

Auf Wanderwegen ist es weitverbreitet sich zu grüssen. Ein „Grüss Gott“ oder die Kurzform „Grüezi“ werfen sich Wanderer zu, auch wenn es sich in den meisten Fällen um wildfremde Menschen handelt. In einer morgendlichen Einstimmung stand diese flüchtige Begegnung mit ihrem knappen Gruss im Zentrum der Gedanken. Bei den Unterhaltarbeiten entlang der Wanderwege konnte man immer wieder ein freundliches „Grüss Gott“ hören. Doch auf dem alten Säumerpfad ins Rosenlaui fielen erstaunlich viele englische „Hello“ auf. Es schien sich offenbar um einen beliebten Wanderweg bei britische Familien zu handeln, der sich ideal mit einem Besuch der geheimnisumwitterten Stätten von Detektiv Sherlock Holmes verbinden liess.

1.Augustfeier im Haslital

Neben der Arbeit an Wanderwegen kamen die Gränicher Freiwilligen auch in den Genuss des lokalen kulturellen Lebens und feierte den 1. August in Guttannen bei untergehender Sonne vor einer phantastischen Bergkulisse. In einer Prozession strömten die Dorfbewohner an die erhöhte Stelle über dem Dorf. Gesang des Männerchores und eines Jodelduettes umrahmte die Rede und die Aufnahme der Jungbürger. Doch der zunehmende Föhn, ein häufiges lokales Wetterphänomen, erlaubte weder den aufgestapelten Holzhaufen zu entzünden noch Feuerwerk abzubrennen. Man genoss das Zusammensein, die Ruhe und das Panorama in einem unvergesslichen Rahmen.

Glücklich und zufrieden mit dem Erreichten und der gelebten Solidarität zwischen Berg- und Talbevölkerung wie auch zwischen den Generationen in der altersdurchmischten Teilnehmergruppe reisten die Freiwilligen am Freitagabend wieder heimwärts. Manch einer reserviert sich die Arbeitswoche bereits wieder im kommenden Jahr. Dazwischen steht jedoch der traditionelle Besuch aus Schattenhalb an am Missionsbasar im Gränicher Kirchgemeindehaus, wo es Bergkäse zu kaufen gibt und die gegenseitigen Kontakte gepflegt werden. (Sow)

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