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Freiwilliger Arbeitseinsatz im Berner Oberland

Ref. Kirchgemeinde
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zVg

Gränichen: Jung und alt engagiert sich gemeinsam in Schattenhalb BE

Der freiwillige Arbeitseinsatz in Schattenhalb BE geht ins dritte Jahrzehnt seiner Geschichte. Ein gutes Dutzend Freiwilliger der ref. Kirchgemeinde Gränichen half diesen Sommer mit bei verschiedenen Unterhalts- und Pflegearbeiten im wild-romantischen Gebiet der Berner Oberländergemeinde. Die Wetterverhältnisse waren günstig und so konnten die vorgesehenen Arbeiten vollumfänglich abgeschlossen werden. Diesmal waren es die Säuberung der Borte des Lugibachs und das Erneuern einer Brätelstelle bei der Rosenlauischlucht.

Das bestehende gute Einvernehmen zwischen den Verantwortlichen von Schattenhalb und den Freiwilligen aus Gränichen stellt eine ideale Basis dar für eine gelingende Woche. Man kennt sich gegenseitig, weiss um die Anforderungen und das Können für einen solchen Arbeitseinsatz. Am ersten Abend stellte der Leiter des Werkhofes die wichtigsten anstehenden Arbeiten vor. Auch hörten wir die gute Nachricht, dass der im letzten Jahr bearbeitete Wegabschnitt nun definitiv ins Netz der Berner Wanderwege aufgenommen worden ist. Eine solche Mitteilung motiviert und zeigt den Nutzen der Arbeitswoche auf.

Säubern eines Bergbachs und wilde Deponie
Die erste Aufgabe der freiwilligen Männer und Frauen war es, die steilen Borte des zugewachsenen Lugibachs zu säubern. Bald schon wurde Gebüsch und Gestrüpp abgeschnitten, weggeräumt und Gras gemäht. Die Grösse des Bachbettes liess erahnen, wie viel Wasser und Geröll der Bach nach einem Gewitter mit sich bringen kann. Leider kennt Schattenhalb auch das Problem der wilden Deponien von Gartenabfällen. Auf diesem Weg gelangte der unerwünschte Sommerflieder in die Gebirgswälder und verbreitet sich ohne Eingriffe ebenso schnell wie bei uns. So gilt es, seine Äste nicht nur abzusägen sondern möglichst auch den Wurzelstock auszugraben und zur fachgerechten Entsorgung abzutransportieren. Auch eine besondere Kehrichttour durchs Reichenbachtal zählte zu unserer Tätigkeit. Abfall- und Robidog-Eimer wurden geleert und der Inhalt ins Tal zur Entsorgung gefahren.

Erneuern der Brätelstelle bei der Rosenlauischlucht
Nach 2 Tagen Säubern der Bachborte begann der nächste Einsatz bei der Rosenlauischlucht. Die vorbereiteten Bänke und der Tisch sollten per Helikopter an den vorgesehenen Ort transportiert werden. Doch der nebelverhangene Himmel liess noch keinen Flug zu. Da blieb genügend Zeit, die Brätelstelle gründlich vorzubereiten: morsches Holz wegräumen, Kies herbeischaffen, Feuerstelle erneuern, das Brückengeländer über der Schlucht reparieren und sogar noch einen Teil des Wanderweges zur Engelhornhütte wieder in Schuss zu bringen. Am Nachmittag schliesslich ertönte endlich das ersehnte Geräusch des Helikopters. Die etwas aufgerissene Wolkendecke erlaubte nun den sicheren Transport von Tisch und Bänken. Wie effektiv doch ein solcher Transport ist! Als krönender Abschluss galt es jetzt die gelieferten Teile an ihrem Ort zu montieren. Kaum fertig aufgebaut, nahmen bereits die ersten Wanderer dankbar Platz.

Der letzte Arbeitstag war dem Entfernen von unerwünschten Pflanzen gewidmet. Eine Gruppe riss Springkraut aus während sich eine andere Gruppe mit den Sauerampfern abmühte. Bei früheren Einsätzen wurden alle Stellen bereits bearbeitet. Es zeigte sich, dass die regelmässige Kontrolle und das sorgfältige Arbeiten Erfolg bringen. Eindrücklich bleibt das gemeinsame, inzwischen fast schon zu einer Tradition gewordenen Mittagessen an einer offenen Feuerstelle mit dem feinen Chäsbrätel. Die lokalen Angestellten verwöhnen die Unterländer gerne mit dieser lokalen Spezialität. Wie gut man sich gegenseitig versteht und sich zu geben hat, ist nicht nur beim Essen sondern auch beim Arbeiten sichtbar.

Der Dank der Behörde ermutigt
Wie sehr die Verantwortlichen von Schattenhalb unseren Einsatz schätzen wurde einmal mehr deutlich. Der Gemeindeammann und der zuständige Gemeinderat dankten herzlich für die Einsatzbereitschaft und die Zuverlässigkeit der Gränicher Freiwilligen. Als Geschenk überreichten sie ein Exemplar des letztes Jahr entstandenen informativen Bildbandes über ihr Dorf. Es macht auch bewusst wie viele Naturschönheiten sich auf dem Gemeindegebiet befinden. Ein Teil davon (Engelhörner, Rosenlauigletscher, Rosenlauischlucht und die Wellhörner) zählen seit 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe der einzigartigen Gebirgslandschaft Jungfrau-Aletsch. Ein Höhepunkt des Kontaktes war auch das gemeinsame Nachtessen und der Besuch der beleuchteten Aareschlucht. Man ist sich einig, dass die freiwillige Arbeitswoche fortgesetzt werden soll und viele Teilnehmende reservieren sich die Zeit im nächsten Sommer bereits heute. Doch dazwischen steht noch der traditionelle Besuch aus Schattenhalb am Missionsbasar im Gränicher Kirchgemeindehaus an, wo kulinarische Köstlichkeiten aus dem Berner Oberland erstanden werden können.

Haben Sie Interesse nächsten Sommer mit dabei zu sein? Infos und Anmeldung bei sonja.widmer@ref-graenichen.ch oder 062 842 31 41

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