Leserbeitrag
Die Schweiz will die Weltcup-Konstanz in die Pedigree bringen

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Die Einheimischen nennen Juist ihr „Töwerland“, was auf Plattdeutsch so viel wie Zauberland heißt. Verständlich bei 17 Kilometern Strand mitten zwischen Wattenmeer und wilder Nordsee. Inselgefühl total!

Nachdem die Schweiz die WM-Qualifikation für die Mehrheit der Kämpfe angeführt hatte, scheiterte sie vielleicht daran, die automatische Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Russland zu verpassen, nachdem sie im letzten Gruppenspiel gegen Portugal verloren hatte.

Bei dieser Niederlage schaffte es die Schweizer Mannschaft dank der besseren Tordifferenz auf den zweiten Platz hinter dem Sieger der Euro 2016, und die Nation stand vor einem Zweier-Play-off-Unentschieden gegen Nordirland, das zum ersten Mal seit 1986 die WM erreichen wollte.

Nach zwei hart umkämpften Zusammenstöße, hat die Schweiz zum vierten Mal in Folge bei der WM mit einem Gesamtergebnis von 1: 0 gewonnen. Dank eines umstrittenen Elfmeterscheins im Auswärtsspiel können wir nun auf die Auslosung der Gruppenphase am 1. Dezember blicken.

In Deutschland 2006 und zuletzt in Brasilien in zwei der letzten drei Kampagnen in die Runde der 16 hofft die Schweiz nun auf eine bessere Leistung und seit 1954 erreicht vielleicht das erste Mal das Viertelfinale.

Qualifikation Konstanz

Vier Weltmeisterschaften in Folge zu gewinnen, ist in der Schweiz für die Schweiz noch nie dagewesen. Viermal hintereinander gab es in der Endrunde zwischen 1934 und 1950 vier Länderspiele, in denen das Turnier zwölf Jahre lang ausfiel.

Die Landschaft des Fußballs hat sich seitdem dramatisch verändert und ist viel wettbewerbsfähiger geworden, was die Schweiz selbst erlebt hat, da sie sich zwischen 1970 und 2002 nur einmal in neun Versuchen qualifiziert hat.

Die neu gewonnene Konstanz der Schweiz auf der internationalen Bühne hat sich auch auf die Europameisterschaft ausgeweitet, da die Nation seit 2004 nur ein internationales Turnier, die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine vermisst.

Es war klar, dass die Schweiz in der Qualifikation diesmal die beste Mannschaft in den Play-offs war. Im nächsten Jahr verdient die Schweiz sicherlich ihren Platz in Russland, dort kann sie ihre Chancen auf ein erfolgreiches Turnier genießen. Bis dahin gibt es aber noch viel zu tun.

Entscheidende Spieler

Die Schweiz hat sicherlich davon profitiert, dass ihre Spieler in ganz Europa und darüber hinaus Erfahrungen in Top-Ligen sammeln konnten. Dies zeigt sich daran, dass nur noch zwei Spieler aus dem 23-köpfigen Kader gegen Nordirland in ihrem Heimatland spielten - Basel Manuel Akanji und Michael Lang.

Die Erfahrung von Kapitän Stephan Lichtsteiner, Valon Behrami und Blerim Dzemaili, die wahrscheinlich im nächsten Sommer bei ihrem letzten internationalen Turnier dabei sein, ist mit den jungen Starlets im Kader - darunter Schalke Breel Embolo - gut ausgeglichen.

Embolo ist nur 20 Jahre alt, er hat bereits zwanzig Länderspiele für seine Nation gewonnen und kann im nächsten Sommer seine Talente zeigen. Denis Zakaria und Nico Elvedi von Borussia Mönchengladbachs sind ebenfalls die Hoffnung von der Zukunft, während der einflussreiche Arsenal-Mittelfeldspieler Granit Xhaka und Ricardo Rodriguez vom AC Milan noch viele Jahre vor sich haben.

Mit dem 19-jährigen Gregor Kobel, dem Mittelfeld Djibril Sow und Anto Grgic, die sich in diesem Jahr für die Mannschaft qualifiziert haben, gibt es auch für die Zukunft vielversprechende Vorzeichen.

Das Schicksal der Schweiz im kommenden Sommer wird wahrscheinlich von der Gruppenphase abhängen, die Anfang Dezember stattfindet. Aber die Schweizer haben bereits gezeigt, dass sie in der Lage sind, mit den Besten der Welt Schritt zu halten. Ihre Verteidigung gehört statistisch zu den besten, aber der Angriff muss sich verbessern.

Was ist weiter?

Mit der Qualifikation für die WM im nächsten Sommer hat die Schweiz eine Katastrophe vermieden und kann auf ihre Kampagne freundlich zurückblicken. Während sie die Gruppe nicht toppen, geben sie dem amtierenden Europameister Portugal einen Ansturm auf ihr Geld, und die Fans können sich auf die Reise nach Russland freuen.

Die Schweiz muss sich nun auf das Turnier im nächsten Sommer vorbereiten und kann ermutigen, dass einige der etablierten Weltelite eine unterdurchschnittliche Leistung zeigen - Argentinien ist unter den vielen, die in ihrer Kampagne stolperten.

Andere Mannschaften wie England und Spanien sind nicht mehr so stark wie früher, was bedeutet, dass sich die Schweiz ihre Chancen erhofft, wenn sie in der Gruppenphase und darüber hinaus gegen sie antreten.

Die Vorbereitungen müssen straff sein, um einen vorzeitigen Ausstieg zu verhindern, da im kommenden Sommer in Russland kein Spielraum für Ausrutscher besteht, aber die Anzeichen sind für die Schweiz sicherlich vielversprechend, und es könnte eine Kampagne sein, an die man sich erinnern kann.

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