Leserbeitrag
Der Schwur des Achille Paganini

Ernst Bannwart
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Bilder zum Leserbeitrag

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In der Reihe der MusikGeschichten wartete der Musikpädagoge Ueli Ganz beim Kulturkreis Birmenstorf dieses Jahr mit einer schier unglaublichen Geschichte auf. Im Vordergrund stand dabei nicht so sehr das Leben des „Teufelsgeigers“ Nicolo Paganini, sondern vielmehr dessen abstruse und abenteuerliche Reise durch Raum und Zeit nach seinem Tod. So seltsam die Geschichte um die Verweigerung einer kirchlichen Bestattung Paganinis auch klingen mag - die Hintergründe und Fakten dazu sind historisch gesichert. So hatte Achille Paganini, der einzige Sohn des grossen Musikers als 15-jähriger an dessen Sterbebett gelobt, für eine Bestattung in geweihter Erde zu sorgen. Doch die Einlösung dieses Versprechens sollte wegen eines bischöflichen Verdikts zu einem unsäglichen Spiessrutenlauf werden, der erst ein Jahr nach Achilles eigenem Tod über 36 Jahre später sein Ende finden sollte. Auslöser dafür war die Ansicht der Kurie, dass in Nicolo Paganinis Violine (notabene einer Guarneri) der Teufel höchstpersönlich hause. Anders konnte man sich seine unerhörte Virtuosität schlicht nicht erklären. Eingebettet in diese höchst verwunderliche posthume Odyssee eines unbestritten genialen Musikers blendete Ueli Ganz verschiedenste Ausschnitte aus dessen Werken ein. Ebenso dokumentierte er anhand von unverkennbaren Beispielen den enormen Einfluss Paganinis selbst auf viele Komponisten des 20. Jahrhunderts. - Eine meisterhafte Lesung, die von den zahlreichen Besuchern mit nicht enden wollendem Applaus gewürdigt wurde.

Ernst Bannwart

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