Leserbeitrag
«Das Scheitern der Wasserstadt?»

Marcel Siegrist
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Vor rund 10 Jahren wurde das Projekt Wasserstadt von der Bonainvest Holding AG mit dem Verwaltungsratspräsidenten Ivo Bracher ins Leben gerufen. Man wollte ein neues, exklusives Wohnquartier direkt am Wasser erschaffen, wo Lebensqualität an erster Stelle stünde. Direkt westlich des Schwimmbads und südlich des Sonnenparks sollte in visionärer Manier ein Wohnquartier erster Klasse entstehen. Für die Umsetzung dieses Vorhabens wurde das renommierte Architektenbüro Herzog & de Meuron beauftragt. Mit solch einem Partner sollte dem Projekt eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Doch wie man heute weiss, kam es anders.

Für die Umsetzung der Wasserstadt hätte man diverse Massnahmen ergreifen müssen, welche gegen mehrere Gesetze verstossen hätten. Am 3. März 2016 wurde ein Gutachten veröffentlicht, welches der Realisierung des Vorhabens vielleicht endgültig ein Ende setzen sollte. Einer der Gründe war, dass das Graben eines zusätzlichen Kanals für die Umleitung der Aare gegen das Witi-Schutzgesetz verstossen hätte. Hinzu kommt, dass die Stadt Solothurn für die nächsten 15 Jahre noch über genügend Bauland verfügt, was das Einzonen von neuem Bauland bis zu diesem Zeitpunkt mehr als nur schwer gestaltet.

Jedoch liess Markus Graf, Delegierter des Verwaltungsrates der Wasserstadt Solothurn AG, nur einen Tag nach Veröffentlichung des Gutachtens verkünden, dass dies noch kein Todesstoss für die Wasserstadt sei. Es sei ein Gutachten und noch kein Urteil. Man wird sich jetzt einige Wochen Zeit nehmen um die Ausgangslage neu zu analysieren und gleichzeitig Möglichkeiten auszuarbeiten, um das Projekt doch noch realisieren zu können. Auch Ivo Bracher ist für seinen unermüdlichen Unternehmerdrang bekannt, und wird mit Sicherheit alles daran setzen damit die Wasserstadt eines Tages doch noch die schöne Aare schmückt.

Man kann also gespannt in die Zukunft blicken, denn das letzte Kapitel der Wasserstadt ist noch nicht geschrieben!

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