Leserbeitrag
Berufswahlkurs für Würenloser Sekundarschüler

Engagierte Würenloser Bürger: Unterstützung für Jugendliche während der Berufsfindungsphase

Marcel Siegrist
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Am vergangenen Donnerstag, den 22.10.2009 war der Gemeindekeller in Würenlos gut gefüllt: Der Gewerbeverein lud in Zusammenarbeit mit der örtlichen Sekundarschule und mit der „Eltern Mit Wirkung" Würenlos zu einem Berufswahlkurs ein. Den Anstoss für diesen Anlass gab Christian Rothenbühler, Klassenlehrer der Sekundarschule Würenlos. „In erster Linie geht es mir darum, ein Netzwerk entstehen zu lassen, in dem alle Namen vor Ort bekannt sind und die Möglichkeiten im Dorf so zu nutzen, dass lokale Gewerbe die Jugendlichen bei der Berufsfindung unterstützen", so der Lehrer. Ganz in diesem Sinne stellten sich gleich zu Beginn mehrere Vertreter örtlicher Firmen vor und gaben zugleich wertvolle Tipps für die Lehrstellensuche der anwesenden Schüler. Im Fokus stand vor allen Dingen das Bewerbungsdossier: „Das Zeugnis ist zwar nicht das einzige was zählt, doch es ist häufig das Eintrittsticket für das folgende Gespräch", wie Marcella Müller von der Raiffeisenbank Würenlos verlauten liess. Insbesondere sollte man bei der Gestaltung des Dossiers auf Verwendung eines persönlichen Stils achten, denn „so kann man mit seiner eigenen Art punkten und sich auch von der Masse abheben", verriet Marcella Müller. Ist es erst einmal soweit gekommen und die Schüler werden zu einem Gespräch eingeladen, bauen die Ausbilder in Würenlos häufig auf die Unterstützung der Eltern. „Sie haben ja grossen Einfluss zu Hause", besonders wenn Schwierigkeiten in der Ausbildung auftauchen, greift Toni Möckel von Möckel Garten AG gern auf die Hilfe der Eltern zurück. Manch einer schätzt aber auch schon den ersten Kontakt beim Vorstellungsgespräch positiv ein. „Ich finde es gut, wenn die Eltern dabei sind", meinte Martin Huber, Augenoptiker aus Würenlos. Er verlässt sich neben den hergebrachten Auswahlverfahren gern auf sein Bauchgefühl, was ihn bisher „auch nicht getäuscht hat." Neben den Anforderungen an die zukünftigen Auszubildenden forderte er ein Engagement der Ausbilder während der Lehre, denn „die Lehrmeister müssen sich ja ebenso Mühe geben", bekräftigte der Fachmann für Augenoptik seinen Standpunkt.

Daneben kamen die derzeitigen Auszubildenden der Würenloser Gewerbe zu Wort und berichteten aus ihrer Perspektive über den Weg der Berufsfindung und gaben einen ersten Einblick in den Alltag als Lernende. Marco Frühauf, in Ausbildung bei Möckel + Günter Elektro AG, mag besonders das Abwechslungsreiche an seiner Arbeit. „Jeder Tag ist anders, mal bin ich draussen, mal habe ich mehr Kundenkontakt", führte er aus. Für Jacqueline Graf, die ihre Ausbildung bei der Gemeinde Würenlos erst kürzlich erfolgreich beendete, steht die Wahrnehmung des Umfeldes im Ort im Vordergrund, denn „man muss offen sein für verschiedene Tätigkeitsfelder und zwischen diesen nach Bedarf auch Verknüpfungen herstellen", war sich die Kauffrau sicher.

Im Anschluss an die Vorstellungsrunden präsentierten die Gewerbevertreter ihre jeweilig benötigten Berufsbilder an eigens dafür hergerichteten Ständen. Die Schüler der Sekundarschule nutzten das Angebot rege und kamen so auch mit dem einen oder anderen Ausbilder ins Gespräch. So auch Anuschka Bürkli aus der 3. Sekundarstufe, die sich interessiert umschaute und auf das Angebot von Innendekorateur Martin Fischer aufmerksam wurde. „Ich würde nun sehr gern im Dekorations-Bereich schnuppern gehen", meinte sie und winkte dabei mit einer eben ergatterten Visitenkarte, die, wie sie anmerkt, die Telefonnummer der Firma enthält. Nun hofft sie, ihren Wunsch so weiter verfolgen zu können. Ein dritter Aspekt dieses Unterstützungsangebotes wurde damit deutlich: „In dieser ersten Phase des Projektes soll „das `Scheuklappendenken` der Jugendlichen hinsichtlich des Wissens um bestimmte Berufsfelder aufgelöst werden", Christian Rothenbühler verwies damit auf seine Alltagserfahrungen mit den Schülern.
Die Veranstalter dieses Anlasses zeigten sich zum Ende hin sehr zufrieden und äusserten für die Zukunft das Anstreben einer gemeinsamen Zusammenarbeit. So soll aus einer mehr oder weniger kurzen Zeit der Ratlosigkeit der Jugend ein reflektierter und Arbeitserfahrungen bereitstellender Prozess für angehende Erwachsene werden. SW