Leserbeitrag
Begeisterndes Jubiläumskonzert der CANNY BRASS

Rolf Haller
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Die Band im neuen Erscheinungsbild Bislang konzertierte die Band mit weissem Hemd und roter Krawatte. Letztere wich einer dunkelblauen Fliege. Auch ein schwarzer Anzug gehört neu zum Erscheinungsbild.
Kompakt im Sound, kompakt im Auftritt Mit 25 Bläsern und 3 Percussionisten werden in Tschaikowskys "Capriccio Italien" sämtliche Orchesterstimmen abgedeckt.
CANNY BRASS mit Dirigent Roland Schaub Zum zweiten Mal bestreitet die CANNY BRASS ihr exklusives Konzert in Buchs unter der Stabführung von Roland Schaub.

Die überregionale Brass Band „Canny Brass“ gab am 6. November im Gemeindesaal Buchs bei Aarau bereits ihr zehntes Konzert. Unter der Stabführung von Roland Schaub wurde das Jubiläumskonzert zum grossen Publikumserfolg.

Passend zum Anlass erklang als Auftakt die „Festmusik der Stadt Wien“ von Richard Strauss. Eine eindrucksvolle Interpretation erlebten die Zuhörer auch bei Edward Gregsons Brass Band Klassiker „Variations on Laudate Dominum“.

Als besondere Attraktion zum Jubiläumskonzert hatte man Cyrill Schaub als Tubasolisten eingeladen. Mit dem bekannten Solo „Swiss Air“ gab er eine erste Kostprobe seines virtuosen Könnens ab. Mit ruhigeren Klängen wurde darauf die Liebesgeschichte aus dem Film „Braveheart“ beschrieben.

Der wohl beliebteste russische Komponist Peter Tschaikowsky starb am 6. November 1893 im Alter von 53 Jahren unter mysteriösen Umständen in St. Petersburg. Es war wohl eher Zufall, dass Canny Brass an seinem Todestag eines seiner Werke im Programm hatte, nämlich das „Capriccio Italien“. Mit frenetischem Applaus bedankte sich das Publikum für die lebhafte Aufführung dieses beliebten romantischen Werkes.

Der Musikant André Brunner und der Dirigent Ronald Frischknecht hatten vor zehn Jahren nicht nur die Idee für die Canny Brass Band, sie setzten sie auch in die Tat um und waren lange mit Begeisterung dabei. Die beiden Gründerväter wurden mit einem grossen Blumenstrauss geehrt.

Nach dem rassigen Konzertmarsch „Castell Coch“, einer walisischen Burg gewidmet, und dem swingenden „Light Walk“ mit einem jazzigen Flügelhornsolo, war die Reihe wieder am 33-jährigen Gastsolisten Cyrill Schaub. Mit grosser Hingabe und herrlicher Tonqualität verzauberte er den Saal als Interpret von Morris Alberts grossem Hit von 1974 „Feelings“. Als Zugabe spielte er darauf noch den „Czardas“ von Vittorio Monti, ein Bravourstück für den virtuosen Geiger. Dass man dieses Werk überhaupt auf einem Blechinstrument spielen kann, hätten wohl nicht viele Leute geglaubt. Die höchsten Schwierigkeiten meisterte der Solist jedoch mit unglaublicher Sicherheit und brachte damit den Saal komplett zum Tosen.

Humorvoll und sympathisch wie immer sagte die Moderatorin Helen Gloor nun auch das letzte turbulente Konzertstück an, „A Disney Fantasy“ bei dem Roland Schaub noch einmal alle Register ziehen konnte.

Das begeisterte Publikum kam darauf noch in den Genuss zweier Zugaben. Im abschliessenden Sousa-Marsch „The Stars and Stripes Forever“ liess es sich der Bass-Solist nicht nehmen, das Piccolo-Solo auf seinem riesigen Instrument mitzu-spielen. Verrückt aber sympathisch, eben Canny Brass.

Trimbach, 8. Nov. 2016 Eugen Busslinger e.busslinger@bluewin.ch

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