Leserbeitrag
Auf den Spuren des Apostels Paulus

Vierzig neugierige Personen aus der ref. und kath. Kirchgemeinde Umiken und Brugg machten sich auf den Weg in die Türkei

Marcel Siegrist
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Unter dem Motto: „Auf den Spuren des Apostel Paulus und der ersten Christengemeinden in Kleinasien" machten sich vierzig neugierige Personen aus der ref. und kath. Kirchgemeinde Umiken und Brugg auf den Weg in die Türkei.
Am Samstag 1. Oktober 2011 ging es los; gespannt bestiegen wir in Kloten das Flugzeug der Turkish Airlines, das uns nach einem phantastischen Flug über die Alpen sicher nach Istanbul brachte. Unser türkischer Reiseleiter wartete bereits auf uns, lachte uns von weitem zu und stellte sich in einem perfekten Deutsch vor: „Ich bin Çetin Atalay und werde euch die ganze Woche durch mein schönes Land führen." Ebenso lernten wir unsern Carchauffeur Hallith kennen, der uns eine Woche lang, auch durch ganz enge Gassen, bestens hindurchführte.
Çetin zeigte uns mit seinem grossen Fachwissen viele Schönheiten der Türkei. Er führte uns von bedeutenden Bauwerken aus verschiedenen Jahrhunderten, verbunden mit vielen Bibelstellen aus der Zeit von Paulus, über Kulinarische Spezialitäten aus der Türkei bis hin zu Verkaufspreisen von Kleidern und Souveniers. Ohne seine Ratschläge hätten wir bei manchen Dingen sicher zu viel bezahlt. Damit wir gesund durch diese Tage kämen, sollten wir täglich eine „Medizin" einnehmen, nämlich „Raki", ein Schnaps mit Anissamen (45%)....
In Istanbul besuchten wir u.a. die blaue Moschee - die einzige Moschee auf der Welt mit sechs Minaretten. Auch faszinierte uns der Topkapi Serail Palast, Regierungssitz der Sultane, mit vielen Fresken, Mosaiken und Juwelen aus dem Osmanischen Reich. Sehr eindrücklich war der Bazar Kapali Carsi, das grösste „Warenhaus" der Welt. Ca. 4000 kleine Läden in über 80 Landstrassen liessen uns nur noch staunen.
Nach drei Tagen verliessen wir Istanbul und flogen nach Izmir. Diese Stadt war unter dem Namen Smyrna eine der ersten Christengemeinden Kleinasiens und wurde wohl vom Apostel Paulus gegründet. Imposant waren die Schätze des Altertums in Pergamon, Ephesus, Pamukkale (Hierapolis) und Laodicea, wo Paulus seine Spuren hinterliess. Wir sahen viele Ausgrabungen von Handelswegen, imposanten Theatern, Tempeln und Gebäuden aus der damaligen Zeit. An vielen Orten hatte Paulus damals gepredigt.
Täglich gaben uns Pfarrer Matthias Schüürmann (ref.) und die Katechetin Jolanda Meyer (kath.) aus dem Leben von Paulus einen Gedanken mit in den Tag.
Wir waren viel unterwegs, aber die Gemütlichkeit fehlte nicht. Ein Glas guten Wein und ein Lied dazu liess unsere Müdigkeit vergessen. Çetin erinnerte uns immer wieder an den türkischen Ausdruck „jawasch, jawasch" das heisst: langsam, langsam...
Am Samstag vor der Abreise besuchten einige unserer Gruppe die Stadt Myra, den Ort, wo St. Nikolaus als Bischof gelebt hatte. Hier sahen wir die berühmten Felsengräber. Je bekannter ein Verstorbener in der Stadt war, je höher war sein Grabhaus in den Felsen gehauen worden. Am Nachmittag fuhren wir mit einem kleinen Schiff den wunderschönen lykischen Küsten entlang. Durch das klare Wasser sahen wir die versunkene Stadt Kekova. In einer idyllischen Bucht genossen einige das warme Wasser der türkischen Riviera.
Nun kam der Tag, an dem einen Teil der Gruppe zurückfliegen musste. Die zweite Gruppe wollte noch drei Tage das Meer geniessen. Schade, die erste Gruppe hat uns wortwörtlich im Regen stehen gelassen. Petrus hatte anscheinend das Gefühl, dass eine Woche lauter Sonnenschein reicht. Der Regen konnte jedoch unsere Gemütlichkeit nicht trüben. Wir alle sind dankbar, denn die gute Gemeinschaft von der ersten Stunde an war wohl eins der grössten Schätze dieser Reise: Menschen, die einander helfen, miteinander lachen und geniessen. Lange noch werden wir diese Türkeireise in guter Erinnerung behalten.
Jolanda Meyer, Windisch

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