Leserbeitrag
Aarau -Ein Solar-Fahrzeug auf Weltreise

Kann man mit einem Solarfahrzeug die Welt umrunden? Was recht abenteuerlich tönt wurde tatsächlich gemacht.

Drucken
Teilen
6 Bilder

Das SolarTaxi von Louis Palmer fuhr - trotz Hochnebel - nach Aarau zu einer Veranstaltung der Regionalgruppe der Solarvereinigung SSES und konnte vor dem AEW-Hochhaus bewundert werden. Diesem schnittige Fahrzeug sieht man es auch an, dass es während dem 53'451 km langen und 534 Tage dauernden Fahrt einiges durchgemacht hat. Das Fahrzeug, die Elektronik und Solarkomponenten haben jedoch trotz haarsträubenden Strassen und abenteuerlichen Grenzübergängen alles überstanden, erklärte Louis Palmer in seinem reich bebilderten Vortrag.

Grosses Interesse im Ausland....

Mit nur wenigen Ausnahmen wurde der abenteuerliche Fahrer Palmer rund um die ganzen Welt in den verschiedenen Länder mit Begeisterung empfangen. Firmenchefs, hohe Beamten und auch Staatsminister liessen sich gerne als Taxi-Passagier fahren, in New York sogar der Generalsekretär der Vereinigten Nationen, Ban Ki-moon. Die Begeisterung auf den Strassen war durchgehend zu beobachten, ebenso in der lokalen Presse. Dies auch in Länder, wo die "Offiziellen" eher zurückhaltend waren.

... aber nicht in der Schweiz

Am Schluss der "Positivliste" von 38 besuchten Länder steht überraschenderweise Australien. Laut Palmer war hier nicht viel los in der Presse; zu einer Pressekonferenz erschien kein einziger Journalist. Die Leute auf die Strasse hingegen, bereiteten Palmer einen herzlichen Empfang. In allen anderen Ländern waren die Pressekonferenzen durchgehend gut besucht und es erschienen viele Presseberichte. Zweitunterst auf Palmers Liste befindet sich die Schweiz. Im eigenen Land war, laut Louis Palmer, was Sponsoring betrifft nicht allzuviel los und das Medienecho war eher flau. Auch wurde kein Hauptsponsor in der Schweiz gefunden.

Studenten als Autobauer

Mangels Sponsorengeld drohte das Projekt zu scheitern. Glücklicherweise nahmen Fachhochschulen die Idee auf und einige Studenten nahmen mit Begeisterung am Projekt teil. Das Gefährt - ein Dreiradfahrzeug mit einachsigem Anhänger (mit den Solarzellen) absolvierte erste Testfahrten im Februar 2006. Ein Passfahrt über die Furka und ein sommerlicher Hitzetest anlässlich einer Reise nach Barcelona bestätigte die Tauglichkeit des Fahrzeugs für die Reise um die Welt. Nachdem letztlich die Firma Q-Cells - ein Solarzellen-Hersteller aus Deutschland - als Hauptsponsor feststand, konnte der Start zur Weltumrundung am 3. Juli 2007 in Luzern erfolgen.

Polizeischutz

Polizeischutz - meist im positiven Sinne - wurde in vielen Länder angeboten, um das Gefährt vor den zum Teil gefährlichen Strassenverhältnissen zu schützen - oder auch (in bestimmten Ländern) gut zu überwachen. Zu zwei kleineren Unfällen kam es im zum Teil chaotischen Strassenverkehr in den Grossstädten, wobei der Schaden bei den Unfallverursachern eher grösser war als beim Solar-Gespann. Wer nicht mit den (polizeilichen) Verhältnisse in fremden Ländern vertraut ist, staunte leicht als Palmer über die Abläufe in fremden Polizeistationen berichtete.

Es geht weiter

Über seine Erfahrungen mit dem SolarTaxi berichtet Louis Palmer gerne. Er präsentiert seinen reich bebilderten und spannenden Bericht überall in der Schweiz, vor begeistertem Publikum. Auch In Aarau war das Saal des Restaurants Rathausgarten sehr gut gefüllt -massgebende Schweizerische Unternehmer wie Solarpionier Josef Jenni und Max Horlacher, Pionier in Sachen Fahrzeugleichtbau, waren im Publikum zu finden. Palmer berichtet nicht nur über Vergangenes - er hat auch für die Zukunft einige Pläne: Er will ein internationales "Zero-Emissions"-Rennen veranstalten, dies unter dem Motto "In 80 Tagen um die Welt". Die ersten Teams haben sich bereits gemeldet...

Aktuelle Nachrichten