Studie
Unispital Basel: Lungengewebe erinnert sich an Infektionen

Ein Forschungsteam des Unispital Basel hat erstmals T-Gedächtniszellen im Lungengewebe entdeckt. Die Helferzellen verstärken die Immunantwort gegen eine erneute Infektion.

Drucken
Teilen
Basler Forscher haben einen neuen Ansatz für länger wirksame Grippeimpfungen entdeckt. (Symbolbild)

Basler Forscher haben einen neuen Ansatz für länger wirksame Grippeimpfungen entdeckt. (Symbolbild)

Keystone

(abi) Die Entdeckung könnte Ansätze für länger wirksame Impfungen gegen sich schnell verändernde Viren liefern, teilte das Universitätsspital Basel am Dienstag mit. Denn in Versuchsreihen hat das Forschungsteam festgestellt, dass die im Lungengewebe entdeckten Zellen die Immunantwort gegen eine erneute Infektion mit einem anderen Grippevirus-Stamm verbessern.

Das Forschungsteam um Carolyn King im Departement Biomedizin des Universitätsspitals und der Universität Basel beschäftige sich seit Jahren mit dem Gedächtnis des Immunsystems und konzentriert sich dabei auf die sogenannten T-Helferzellen (TFH). Diese kommen hauptsächlich in Lymphknoten und der Milz vor. Sie orchestrieren die anderen Immunzellen und unterstützen sie unter anderem bei der Produktion von Antikörpern, wie es weiter heisst.

Nun beschreiben die Forschenden in ihrer neuen Studie einen neuen Typen von TFH in der Lunge. Dieser würde die antikörperproduzierenden Immunzellen direkt vor Ort im Lungengewebe unterstützen. «Es ergibt Sinn, dass der Körper ein Reservoir dieser Zellen in dem Gewebe anlegt, das von der Infektion betroffen war und wo gleiche oder ähnliche Erreger wieder eindringen könnten», lässt sich die Forscherin Nivedya Swarnalekha zitieren. Und für David Schreiner, ebenfalls Co-Erstautor der Studie, ist klar: «Diese T-Helferzellen könnten ein interessanter Ansatzpunkt für länger wirksame Grippeimpfungen sein.»