Studie
Nicht der Mensch sondern der Klimawandel raffte die Mammuts dahin

Seit Jahren diskutierte die Wissenschaft über die möglichen Ursachen für das Aussterben der Urtiere. Lange machte man den Menschen dafür verantwortlich. Doch eine neue Studie erzählt eine andere Geschichte.

Gülpinar Günes
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Ein Mammut im Naturhistorischen Museum in Basel (17. Mai 2019).

Ein Mammut im Naturhistorischen Museum in Basel (17. Mai 2019).

Georgios Kefalas / Keystone

Wollhaarmammuts verschwanden vor rund 4000 Jahren von der Erdoberfläche. Lange ging die Wissenschaft davon aus, dass unsere Vorfahren sie ausgerottet haben. Doch eine neue Studie bringt nun ganz andere Ursachen ans Tageslicht.

Die Wollhaarmammuts und ihre Vorfahren lebten mehr als 5 Millionen Jahre lang auf der Erde und überstanden in dieser Spanne mehrere Eiszeiten. Fossile Funde zeigen, dass sie auf allen Kontinenten, ausser Australien und Südamerika zugegen waren. Sie lebten rund 2000 Jahre lang auch Seite an Seite mit Menschen: Ihr Fleisch diente als Nahrungsmittel, ihr Skelett als Unterschlupf und ihre Stosszähne als Harpunen. Die Mammuts selber ernährten sich von Gräsern und Pflanzen, die trotz der damaligen Kälte wuchsen.

«Die Mammuts lebten Millionen von Jahren, ohne am Klimawandel zu leiden. Aber als sie mit den Menschen lebten, überlebten sie nicht lange», erklärt Eske Willerslev den Grund, warum die Wissenschaft davon ausging, dass die Menschen schuld am Aussterben der Tiere gewesen seien. Willerslev ist Professor an der Cambridge Universität, welche die neue Studie publiziert hat. Gemäss dieser wurden den Mammuts aber nicht die Menschen, sondern die wärmeren Temperaturen zum Verhängnis.

Die Mammuts lebten länger als bisher angenommen

Zehn Jahre lang untersuchten die Wissenschaftler der Universität mithilfe einer neuen Technologie DNAs aus Pflanzen- und Tierresten, die in der Arktis bei Mammutfundorten gesammelt wurden. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Mammuts weit über die letzte Eiszeit hinaus bestanden haben und nicht wie bisher angenommen, am Ende der Eiszeit ausstarben. Doch ihre genetische Diversität habe immer mehr abgenommen genauso wie die Grösse ihrer Population.

Grund dafür sei der Niederschlag, der mit den wärmeren Temperaturen zunahm: Die Vegetation auf den Graslandschaften wurde immer üppiger und grösser und zerstörte die Lebensgrundlage der Wollmammuts. Damit wurde die Nahrung der Tiere immer knapper und sie konnten sich nicht schnell genug an diesen Wandel anpassen, so die Studienautoren. Professor Willerslev:

«Das ist eine grobe Lehre aus der Geschichte und zeigt uns, wie unvorhersehbar der Klimawandel ist – sobald etwas verloren geht, kommt es nicht mehr zurück.»

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