She Sheds
Emanzipation erreicht den Garten: Warum immer mehr Frauen Gartenhäuschen zum Hobbyraum machen

Gartenhäuschen kennt man als Geräteschuppen. Das war einmal: Immer häufiger dienen sie als Rückzugsort zum Lesen oder Faulenzen.

Silvia Schaub
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Kleine Wohlfühloase: Sofa und Kissen statt Spaten und Schaufel.

Kleine Wohlfühloase: Sofa und Kissen statt Spaten und Schaufel.

Bild: zvg

So richtig putzig und verspielt sehen sie aus, fast wie überdimensionierte Puppenhäuschen: Die sogenannten She Sheds-Gartenhäuschen oder -schuppen speziell für Frauen. Der Trend aus England und Nordamerika als weibliche Alternative zum männlichen Hobbyraum ist gerade daran, auch in der Schweiz Fuss zu fassen.

«Etwas weniger verspielt allerdings und nicht nur für die Frauen», weiss Manuel Tonkovic von der Firma Neogard, dem Marktführer in Sachen Gartenhäuser.

Die Nachfrage nach einem zusätzlichen Hobbyraum habe in den letzten Jahren zugenommen, allerdings «geschlechtsunabhängig». Unterstützt wird der Trend mit Büchern, die aufzeigen, wie man sein Gartenhäuschen stilvoll einrichten kann. Auch auf Pinterest gibt es jede Menge Inspirationen. Denn die She Sheds werden nicht nur als Aufbewahrungsort für die Gartengeräte genutzt, sondern als zusätzliches Zimmer– sei es als Malatelier, Lesezimmer, Fitnessraum oder einfach zum Faulenzen. Tonkovic stellt fest:

«Die Leute investieren wieder vermehrt in ihr Eigenheim und in ihren Garten.»

Das wirke sich auch auf den Absatz von Gartenhäusern aus. Allerdings bevorzugen die Schweizerinnen und Schweizer vermehrt Metallhäuschen, die langlebiger sind als Holzhäuser.

Die Ausgestaltungsmöglichkeiten zum Beispiel bei den Biohort-Häusern sind fast grenzenlos. Mehr Charme versprühen allerdings die Holzhäuser, allein schon wegen der Haptik. Auch können sie beliebig angestrichen und mit allerlei Deko verziert werden.

Was die Ausgestaltung des Innenraums angeht, ist es egal, aus welchem Material das Haus besteht. So einfach die Hülle von aussen aussieht, so reichlich und üppig darf es drinnen sein – mit gemütlichen Sitzecken, ruhigen Arbeitsflächen oder praktischen Werkbänken.

Vor der Anschaffung sollte man zuerst die Platzverhältnisse prüfen (Abstände zum Nachbargarten beachten!) und bei der Gemeinde abklären, ob eine Baubewilligung nötig ist. Dann muss der Untergrund vorbereitet werden – egal, ob man ein Kiesfundament, Bodenplatten oder eine Betonfläche dafür plant.

Wer selbst Hand anlegen will, kauft das Häuschen ohne Montage. Gartenzimmer sind schon ab wenigen 100 Franken zu haben. Wer es lieber grösser, aufwendiger und luxuriöser möchte, findet auch Modelle in der Preisordnung eines Kleinwagens. So oder so braucht es also etwas Vorlaufzeit, damit man dann im Sommer sein neues Gartenzimmer geniessen kann.

Tipp:
She Sheds
Erika Kotite
Knesebeck- Verlag, 176 S.,
Fr. 34.90;

Shed Style
Selina Lake
Ryland-Peters-Verlag, 160 S.,
Fr. 38.90.

www.neogard.ch.