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Neues Zentrum in Davos geht Klimawandel und Naturgefahren in den Alpen auf den Grund

Das Gebäude des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in Davos, wo das neue Forschungszentrum angesiedelt werden soll.

Das Gebäude des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung in Davos, wo das neue Forschungszentrum angesiedelt werden soll.

Der Kanton Graubünden und die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL) haben in Davos ein neues Forschungszentrum mit bis zu 40 Mitarbeitenden gegründet.

(sku) Der Klimawandel beeinflusst Wetterextreme und Naturereignisse im Alpenraum besonders stark. Wie die Standeskanzlei Graubünden am Freitag mitteilt, fällt die Erwärmung in den Bergen doppelt so hoch aus wie im globalen Durchschnitt. Die Folge könnten Überschwemmungen, Murgänge und Hangrutsche sowie lange Trockenheitsperioden sein. Um den Themen Klimawandel und Naturgefahren im Alpenraum zusätzliches Gewicht zu verleihen, hat die WSL zusammen mit der Bündner Regierung darum ein internationales Forschungszentrum in Davos aufgebaut.

Das Zentrum soll sechs Forschungsgebiete und darin zwei neue Professuren zur alpinen Massenbewegung und Permafrost sowie zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Bergregionen umfassen. Diese Forschungsgebeite sollen von der WSL und der ETH Zürich gemeinsam getragen werden. Weitere Forschungsthemen sind laut Mitteilung Frühwarnung, Gebirgsökologie und Schutzwald sowie Risikokommunikation und Resilienz. So sollen innovative Lösungen für einen wirkungsvollen Umgang mit Naturgefahren gefunden werden, damit Menschen in Gebirgsräumen leben und nachhaltig wirtschaften können.

Das Forschungszentrum wird noch dieses Jahr formell gegründet und nimmt am 1. Januar 2021 seinen Betrieb als Teil der WSL auf. Es wird in den Räumen des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) in Davos angesiedelt sein, wo diesen Sommer die Arbeiten an einem Erweiterungsbau starten. Über die Basisfinanzierung von rund sechs Millionen Franken pro Jahr für die ersten zwölf Jahre entstehen laut der Mitteilung bis zu 40 neue Arbeitsplätze. Davon trage der Kanton Graubünden jährlich zwei Millionen, die WSL drei Millionen und die ETH Zürich beteilige sich mit jährlich einer Million Franken.

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