Mode
Die neue blaue Freiheit: So tragen wir Jeans in diesem Frühling und Sommer

Die Vielfalt an Denim-Modellen war noch nie so gross. Wir geben einen Überblick und zeigen, welche Jeans zu welcher Figur passt. Und welcher Schnitt definitiv eingemottet gehört.

Rahel Koerfgen
Drucken
Teilen
Es gibt sie in vielen Varianten. In diesem Jahr kommen Jeans gross raus.

Es gibt sie in vielen Varianten. In diesem Jahr kommen Jeans gross raus.

Bild: Vladitto / iStockphoto

Es ist höchste Zeit, Schluss zu machen. Oder zumindest eine Pause. Jahrelang zwängten wir uns in Röhrlijeans, die im besten Fall nur ein bisschen die Luft abschnürten und im schlimmsten jedes Grämmli Fett gnadenlos abzeichneten. Dieser Schnitt galt als der Hosentrend schlechthin. Und liess sich partout nicht aus den Regalen der Boutiquen und Kleiderketten verdrängen, obschon Designer immer wieder sein Ende ausgerufen haben und Modelle präsentierten, die den Trägerinnen mehr Komfort bieten sollten.

Ihnen gelang zumindest, mit der Boyfriend-Jeans – dem übergrossen Denim-Modell mit weitem Hosenbein, tiefer Taille und meistens hochgekrempeltem Saum – in den vergangenen Jahren einen Gegentrend zu setzen.

Komfort ist der Schlüssel

Wer ihm folgte, stellte schnell fest: Die Boyfriend-Jeans sieht nicht nur ziemlich cool aus, sie ist auch wunderbar bequem. Es fühlt sich an wie ein Befreiungsschlag, wenn man nach jahrelangem Eingezwängtsein in Röhrlijeans erstmals ein solches Modell trägt. Kein Wunder also, sind immer mehr Modefans auf den Geschmack gekommen. Das gipfelt darin, dass in diesem Jahr lockere Silhouetten und weite Schnitte die Welt des Denims dominieren. Sogar Stars wie Schauspielerin Katie Holmes oder Supermodels wie Gigi Hadid zeigen sich immer öfter im bequemen Jeanslook. Das hat dem Trend gleich noch mehr Schub gegeben.

«Boyfriend» ist allerdings bereits wieder kalter Kaffee. In dieser Saison gehören der Mom- und Slouchy-Look, Straight und Wide Leg sowie der Bootcut – die Jeans der späten 1990er- und frühen 2000er-Jahre, die ein Riesencomeback feiert – zu den fünf wichtigsten Jeanstrends. Während Mom- sowie Slouchy-Jeans und Hosen mit weitem Bein hoch geschnitten sind, liegen jene mit geradem Bein und Bootcut eher locker auf der Hüfte.

Ja, die Vielfalt an Cuts, also Schnitten, und damit die Abwechslung war wohl noch nie so gross wie jetzt. Sie folgen alle dem Motto der aktuellen Frühlings- und Sommermode: «Comfort is key», Komfort ist der Schlüssel. Da passt die Skinny Jeans einfach nicht mehr rein. Sie gehört eingemottet. Oder in die Altkleidersammlung. Einzig bezüglich Waschung werden Grenzen gesetzt. Diesen Frühling und Sommer sind extrem helle Waschungen der letzte Schrei. Und leider ist auch der Destroyed Look wieder auf dem Vormarsch – zerrissene Hosen. Alles geht, vom dezenten Rissli am Knie bis zur grossflächig zerstörten Variante. Diesen Trend ignorieren wir jetzt einfach einmal.

Die Gefahr, den Überblick zu verlieren

Wer nun irgendwo zwischen «Mom» und «Slouchy» den Überblick verloren hat, der soll sich nicht grämen, denn man ist bestimmt nicht allein. Das ist der Nachteil der neuen Vielfalt. Wie soll man nun eine Ahnung davon bekommen, welches Modell zur eigenen Figur passt? Unser kleiner Jeans-Guide wird das Knäuel im Kopf entwirren und den Weg freimachen für das neue Jeans-Erlebnis. Für die neue Freiheit in Blau.

Mom-Jeans

Bild: zvg

In den 1980er-Jahren galt sie als Jeansfavorit der Mütter. Rüeblihose wurde sie genannt und hatte etwas Biederes. Heute wird sie mit High Heels getragen und dafür geschätzt, dass sie eine kurvige Silhouette zaubert. Dies, weil sie hoch in der Taille sitzt und die weit geschnittenen Beine an den Fesseln schmal zusammenlaufen. High Loose Taper von Levis, 160 Fr., bei breuninger.com.

Straight Leg

Bild: zvg

Der Kompromiss in der Denim-Welt: nicht zu eng, nicht zu weit, klassisch gerade geschnitten. Ihr Vorteil ist, dass sie unkompliziert und vielseitig gestylt werden kann. Zu ihr passt jeder Stil, und sie eignet sich für praktisch jede Figur. Ausser vielleicht bei solchen mit wenig Taille. Diese Jeans lässt die Figur umso knabenhafter wirken. Renton Organic Blue Denim von Closed, 229 Fr., bei closed.com.

Wide and cropped

Bild: zvg

Sie ist die Jeans der Stunde, am besten in Cremeweiss: mit weitem Hosenbein, aber engem Schnitt um die Taille und einem «cropped», also verkürzten Abschluss in 7/8-Länge. Sie kaschiert kleine Problemzonen um Bauch und Po. Mit flachen Schuhen getragen, macht sie eher klein. Deshalb: Unbedingt hohe Schuhe dazu tragen. Wide High Ankle Jeans von H&M, 29.95 Franken, hm.com

Slouchy Jeans

Bild: zvg

Auf den ersten Blick könnte man die in diesem Jahr angesagteste Jeans mit dem Mom-Modell verwechseln. Es gibt aber Unterschiede, etwa den Gummizug an der Taille und dass sie meist mit einem Stoffgurt schön gebunden wird. Zudem ist sie enger an der Taille und an den Beinen weiter geschnitten. Wichtig ist ein dünner Jeansstoff, sonst wirkt’s zu ballonartig. Z1975 von Zara, circa 35 Fr., zara.com.

Bootcut

Bild: zvg

Die Denim-Hose mit leicht ausgestelltem Bein – nicht zu verwechseln mit der Schlaghose mit dem weiteren Saum. Der Bootcut wurde im Militär erfunden: Sie liess sich bequem über die Stiefel ziehen. Ideal ist sie für kräftigere Beine. Unbedingt sollte ein eng anliegendes, kurzes Oberteil dazu getragen werden, sonst wird die Figur gestaucht. Tinted Wash Original von American Eagle, 75 Fr. bei zalando.ch.

Aktuelle Nachrichten