«Bionicman»

Wie dieser Schweizer Superheld zum Beispiel Liana (3) zu einer rechten Hand verhilft

Wie dieser Schweizer Superheld zum Beispiel Liana (3) zu einer rechten Hand verhilft

«Die betroffenen Kinder brauchen nicht nur Hilfsmittel, sie brauchen auch ein Vorbild»: Das Gesundheitsmagazin CheckUp hat Michel Fornasier bei einem Einsatz als «Bionicman» begleitet.

Michel Fornasier ist mit nur einer Hand zur Welt gekommen. Heute trägt er eine bionische Prothese und verhilft als «Bionicman» im Superheldenkostüm Kindern mit dem gleichen Handicap zu massgeschneiderten Prothesen.

Erst im Kindergarten ist ihm aufgefallen, dass andere Kinder zwei Hände zum Spielen haben. Michel Fornasier ist ohne rechte Hand auf die Welt gekommen. Und erst seit vier Jahren trägt er eine bionische Handprothese, die ihm ganz neue Möglichkeiten eröffnet hat. Mit der Prothese kann er zahlreiche verschiedene Griffmuster ausführen, etwa im Kino Popcorn aus der Tüte klauben.

«Dank der Prothese habe ich ein neues Selbstbewusstsein erlangt, sie hat mich verändert», schreibt Fornasier auf seiner Website. Daran wollte er auch andere teilhaben lassen. Mit seinem Projekt «Give Children a Hand» ermöglicht er es Kindern, von einer solchen Prothese zu profitieren. Denn die Hightech-Entwicklung hat mit rund 55'000 Franken ihren Preis.

«Doch die betroffenen Kinder brauchen nicht nur Hilfsmittel, sie brauchen auch ein Vorbild», schreibt Fornasier weiter. Deshalb hat er den Superhelden «Bionicman» geschaffen. Eine Art Superman mit Spezialhand, der die Kinder nicht nur in Comicform begleiten soll, sondern auch in echt auftritt, wenn sich Michel Fornasier in sein Bionicman-Kostüm schmeisst.

Regenbögen gegen Mobbing

Zum Beispiel, wenn er der dreijährigen Liana ihre neue Prothese samt Regenbögen und Einhörnern drauf überreicht. Das Gesundheitsmagazin CheckUp der TV-Sender von CH Media, zu dem auch dieses Newsportal gehört, hat Liana dabei begleitet, wie sie mithilfe von Fornasiers Projekt zu ihrer neuen Prothese gekommen ist.

Die Eltern wendeten sich an den Bionicman, weil sie unter anderem befürchteten, ihre Tochter könnte später an Rückenproblemen leiden. Denn das kleine Mädchen versuchte alles zu meistern – auch klettern und velofahren –, meistens mit einseitiger Körperhaltung. Mit der neuen Prothese geht das Velofahren noch besser. Und ihr Bruder hofft nun, «dass unsere Wettrennen immer unentschieden enden, wenn wir erwachsen sind.»

Michel Fornasier kämpft mit seinem Projekt auch gegen Mobbing. «Kinder sind untereinander sehr direkt», sagt er in dem Beitrag. Deshalb sei es so wichtig, mit der Prothese auch das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken – und ihnen eine Prothese mit Autos oder Regenbögen drauf zu ermöglichen, die sie stolz tragen. (smo)

Gesundheitsmagazin CheckUp jeden Montag um 18.20 Uhr mit stündlichen Wiederholungen – auf Tele Züri und Tele M1.

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