Moderne Eleganz, so lautet der neuste Einrichtungstrend. Bauhaus-Klassiker mit ihren klaren Linien passen da perfekt in die Wohnung. Sie sind die besten Freunde der gerade angesagten Mid-Century-Stücke.

Beide leicht, praktisch, zeitlos sowie stark in der Form, beide ein Statussymbol. Der Stahlrohrstuhl von Marcel Breuer verdeutlicht diese Reduktion aufs Nötigste, weit weg von jeglichem Schnickschnack: er schwebt im Raum, keine vier Beine, die unnötig schmücken. Form follows function.

Die Bauhaus-Vertreter um Walter Gropius haben 1919 in Weimar auch mit dem Spruch «Design fürs Volk» für ihre Ideen geworben. Verwirklicht hat er sich nicht, wie ein Blick auf die heutigen Preise zeigt. Marianne Brandts Teekanne gibt es nur noch sieben Mal. Sechs Exemplare stehen in Museen, das siebte kaufte jemand für 361'000 Dollar.

Budgetfreundlicher ist der Ulmer Hocker (450 Franken) vom Schweizer Architekten Max Bill. Er kommt zwar ohne die bauhaustypischen Stahlrohrbeine aus. Die Investition lohnt sich, weil das Möbel überall einsetzbar ist: Mal sitzt ein unerwarteter Gast drauf, mal steht es als Nachttisch bereit.

Auch die Wagenfeld-Leuchte zählt zu den Bauhaus-Ikonen. Das war nicht immer so. Zu teuer war der Entwurf von Wilhelm Wagenfeld und vom Schweizer Carl Jacob Jucker; er floppte bald nach dem Start. Seit 1980 ist die Lampe wieder erhältlich. Und beliebter denn je.

Anlässlich des Jubiläums überarbeiten junge Möbeldesigner Klassiker für die grossen Marken. Doch auch Kreative aus anderen Branchen lassen sich von der Stilrichtung inspirieren. Sie greifen oft das typische Muster auf. Und drucken das Bauhausmuster gar auf Pullis. Kreis, Quadrat, Streifen, Einfachheit verkauft sich auch heute noch.