Coronavirus

Nebst Echinaforce: Auch Süssholz und Löwenzahn könnte helfen – aber Apotheker ruft zur Vernunft auf

Auch die Wirkstoffe des Löwenzahns haben die Forscher im Kampf gegen Corona im Blick.

Auch die Wirkstoffe des Löwenzahns haben die Forscher im Kampf gegen Corona im Blick.

Im Kampf gegen Covid-19 geraten derzeit verstärkt antivirale Mittel aus der Pflanzenheilkunde in den Blickpunkt von Ärzten und Patienten. Doch was können die betreffenden Kräuter wirklich?

Die Nachricht vom «Wundermittel Echinacea» tönt zu gut, um wahr zu sein. Tatsächlich hat das Forscherteam um den Virologen Olivier Engler im Labor entdeckt, dass menschliche Schleimhautzellen nicht mehr von den Viren gekapert wurden, sofern sie mit Echinacea-Extrakt behandelt wurden. Das klingt vielversprechend, ist aber noch kein Heilmittel. Und in diesem vorklinischen Stadium haben auch schon andere Heilpflanzen gezeigt, dass sie das Coronavirus in die Schranken weisen können.

Wirkstoffe aus der Traditionellen Chinesische Medizin (TCM)

Die meisten Nachrichten dazu stammen derzeit aus China. Was nicht nur an der Herkunft des Erregers liegt, sondern auch an der dort verwurzelten TCM, der Traditionellen Chinesischen Medizin. Wissenschafter aus Schanghai und Macao haben jetzt zehn TCM-Mischungen vorgestellt, für die man schon im Labor eine Wirksamkeit gegen Corona-Erreger finden konnte. Die am häufigsten eingesetzten Pflanzen sind das Japanische Geissblatt, der Ginseng und die Süssholzwurzel. Letztere ist für erfahrene Heilpflanzenkundler freilich keine Überraschung, denn sie kennen und schätzen Süssholz schon länger als Mittel gegen Husten und Schleimhautentzündungen.

Zitronen und Johannisbeeren im Fokus

Auch in anderen Ländern forscht man zu potenziellen Corona-Mitteln aus der Phytomedizin. An der Harvard Medical School hat man die Polyphenole im Blick, eine auch als Gerbstoffe bekannte Wirkstoffgruppe der Heilpflanzen. Fünf von ihnen, so die US-­Forscher, blockieren die berüchtigten Spikes-Proteine, mit denen Covid-­19 die menschlichen Zellen entert. Eines davon, Myricetin, findet man vor allem in Johannisbeeren, Petersilie und Fenchel. Ein anderes, Hesperidin, ist das Hauptpolyphenol der Schalen von Zi­tronen und Orangen. Biotechnologen und Botaniker aus Frankreich und Bangladesch haben insgesamt 149 Pflanzen ausgemacht, die aufgrund ihrer nachgewiesenen pharmakologischen Effekte eine Chance im Kampf gegen Corona haben könnten. «Sie sind in jedem Falle weitere Untersuchungen wert», sagt Studienleiterin Farhana Bhuiyan. Unter den Kandidaten sind viele Exoten, aber auch alte Bekannte aus der hiesigen Volksmedizin. Wie etwa Wolfsmilch, Eiche, Schwarzer Holunder und Mandel. Selbst dem Löwenzahn werden Chancen eingeräumt.

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