Coronavirus

Keine unverständlichen Gespräche: Japanisches Unternehmen entwickelt smarte Masken

Die schlaue Maske hört mit, schreibt auf, übermittelt Text und übersetzt sogar.

Die schlaue Maske hört mit, schreibt auf, übermittelt Text und übersetzt sogar.

Wenn es beim Verstehen klemmt, lass die Maske zuhören. Ein japanisches Unternehmen bringt in Zeiten der Pandemie nun eine Gesichtsmaske auf den Markt, die als Text aufs Handy schickt, was gesprochen wurde.

«Ich verstehe dich nicht!», sagt der Mann zu seiner Frau im Supermarkt. «Aber ich sprech’ doch schon extra deutlich» – Das Tragen eines Mundschutzes in der Öffentlichkeit macht die Kommunikation für viele Menschen schwieriger und für manche unmöglich. Denn wer nicht gut hört, liest während des Zuhörens häufig von den Lippen ab – und die sieht man nicht unter dem Mundschutz.

In Japan meint ein Unternehmen, die Lösung für dieses Problem zu haben. Das Start-up Donut Robotics hat ein schlaues Maskensupplement entwickelt, das nicht nur mithören, sondern mitschreiben und am Ende auch übersetzen soll.

Bei der sogenannten C-Face-Maske handelt es sich um einen Aufsatz, den man über den regulären Mundschutz schnallt und dessen Sprachsensoren mit einer Software verbunden sind, die das Ganze in Text umwandeln. Per Bluetooth sollen die verarbeiteten Informationen dann an Handys verschickt werden, auf denen eine entsprechende App installiert ist, die die Übersetzung durchführt.

Die Maske soll bald acht Sprachen sprechen

Der 2014 gegründete Betrieb war bisher auf soziale Roboter spezialisiert. So gibt ihr Kuschelroboter Cinnamon auf dem Tokioter Flughafen Haneda Auskunft über Gates und Abflugdaten. Die eigens entwickelte Spracherkennungstechnologie von Cinnamon wird nun in C-Face eingebaut.

Weil die Hersteller auch international verkaufen wollen, soll die Maske zudem bald acht Sprachen sprechen. Die Übersetzungen, die in Cinnamon integriert sind, geschehen simultan. Akzente und Dialekte von Sprachen sind immer eine Herausforderung. Der Preis soll bei knapp 40 Euro liegen.

Die überalterte japanische Gesellschaft kennt das Verständnisproblem

Die erste Produktionsrunde aber soll in Japan verkauft werden. Das Tragen von Gesichtsmasken gilt seit langem als normal, wenn man erkältet ist. Und die überalterte japanische Gesellschaft kennt das Verständnisproblem. Nur liegt auch hierin das Problem. Laut einer Umfrage von 2017 nutzen unter den 70- bis 74-jährigen Personen in Japan 28 Prozent ein Smartphone – wobei die Befragung nur unter jenen Senioren durchgeführt wurde, die überhaupt das Internet nutzen.

Kunden gibt es. Als die Corona­krise ausbrach, starteten die Gründer des Betriebs auf der japanischen Crowd­funding-Seite Fundinno einen Aufruf, um das Geld für die Entwicklung der Maske einzuspielen.

Gründer Shunsuke Fujibaya­shi sagte in einem Interview:

Und fügt an: «Da hatten wir schon 28 Mio. Yen zusammen.»

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